302 Die Spruchdichtung
180 ff.; Roethe, Reinm. Reg. S. 636; Wilmanns-michels, Waltherausgabe S. 1 ff.; Martin,Anz. 3, 108; Jos. Krön, Fr.s Gelehrsamkeit, Straßbg. Diss. 1906; R. Biedermann, Die Einwir-kung der Kolmarer Meisterliederhs. auf die Textgestaltung der Gedichte Heinrichs v. Meißen,Berl. Diss. 1897; Mordhorst, Egen von Bamberg usw., 1911, pass.; Lütcke, Studien z. Philo-sophie der Meistersinger, 1911, dazu Eug. Geiger, Anz. 35,216-24, Götze, DLz. 1912,424 f.,Helm, Lbl. 1914, 276 f.; L. Pfannmüller, Frauenlobs Marienieich, QF. 120,1913, dazu Piquet,Rev. crit. 78,1914,425 f.; Pfannmüller, Frauenlobs Begräbnis, Beitr. 38,548 ff., Fortleben Fr.sin der dt. Lit., ebda 556-59; Frodewin Illert, Beitr. zur Chronologie der histor. Sprüche Fr.s,Hall. Diss. 1922, Masch.dr.; Helmut Kiessling, Die Ethik Frauenlobs, 1926, dazu Hübner,Anz. 47, 45-51, Ehrismann, DLz. 1928, 1555-57, Wocke, Lbl. 1929, 248, Piquet, Rev. germ.18, 1927, 152 f., Günth. Müller, Dt. Vjschr. 5, 124 f.; O. Sächtig, Üb. die Bilder u. Vergleichein den Sprüchen und Liedern Heinrichs v. Meißen genannt Frauenlob, Marbg. Diss. 1930;Schwietering, Demutsformel S. 60 f.; Vietor, Beitr. 46,117 f. (Fr.s Selbstgefühl); Ehrishann,ZfdA. 56, 216; Friedr. Neumann in „Zwischen Philosophie u. Kunst", 1926, S. 6; GüntherMüller, Walzels Handbuch, 1927, S. 15 f.; Brinkmann, Dt. Vjschr. 3, 641; Ders., Wesen u.Form Reg. S. 190; Rehm, Todesgedanke S. 55 ff.; Rostock, Dichterheldensage S. 30 ff. 41 ff.;Singer, Die religiöse Lyrik d. MA.s, 1933, 103-107; Rosenhagen, ZfdPh. 53, 158-60; Ders.,Stammler Verfasserlex. 1, 644-57; Herbert Kretschmann, Der Stil Frauenlobs, 1933. — Ein-zelne Sprüche u. Stellen: W. Grimm, Kl. Sehr. 4,23 f.; J. V. Zingerle, Germ. 6, 221; R. Mosen,Lobspruch auf Graf Otto v. Oldenburg, Jahrb. f. d. Gesch. Oldenburgs 10,1901,133-35; Roethe,Vogel Fulica, Anz. 23, 395 f.; Schröder, Gott. Nachr. 1909, 82 (Spr. Nr. 130); Ders., ZfdA. 67,153; Frantzen, mhd. vimel, Neophil. 6, 1920, 47 f.; W.F.Kirsch, Frauenlobs Kreuzleich,Bonn. Diss. 1931. — Metrik: Plenio, Strophik von Frauenlobs Marienieich, Beitr. 39, 290-319;Steller, Leich, ebda 45, 394 ff.; C. v. Kraus, Münch. SB. 1929 H. 4 S. 10 f.
Eigentlich hieß dieser Meister Heinrich von Meißen. Er erhielt seinenRuhmestitel Frauenlob durch das Lob, das er in seinem Leich auf unsere Frausang, oder weil er in dem Sängerstreit mit Regenboge für den Namen „Frau",statt „wip" eintrat und somit überhaupt von seinem Kultus der Frau.
Die Beliebtheit des Sängerstreites ist bezeichnend für den Rationalismusder späteren Meister. In ihm können sie ihre tüftelnde Gelehrsamkeit leuchtenlassen. Der Sängerwettstreit zwischen Frauenlob und Regenboge, der jenemvielleicht seinen Namen eintrug, ist wohl der berühmteste von allen. In ihmwird über das von Walther aufgebrachte Thema Wip muoz iemer sin derwibe höhste name und tiuret baz dan frowe (Walther 48, 38) disputiert. AuchRümzlant greift ein und entscheidet, daß der ganze Streit nicht einen Hühner-fuß wert sei, da man die vrouwen wip und auch die wip vrouwen nennen könne(Ettmüller S. 114 Str. 163). In einem andern Streit huldigt Frauenlob derfrouwen ere, Regenboge dagegen nimmt Partei für den mannes name (Mann).In der Kolmarer Handschrift S.351 (Bartsch) ist das Gedicht überschriebenDer kriec von Wirzburc. Dieses Gedicht ist nicht von Frauenlob und wohl erstin der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts verfaßt. 1
Frauenlob führte von etwa 1275 an das Leben eines Fahrenden, das ihn anzahlreiche Höfe, besonders Norddeutschlands, führte. Von 1312 an war er seß-haft in Mainz, wo er am 29. November 1318 starb. Nach der Sage, die noch ins14. Jahrhundert zurückgeht, soll er von Frauen zu Grabe getragen worden sein.
1 Bartsch, Kolm. Hs. S. 176; Emil Pflug, Suchensinn u. seine Dichtungen, Germ. Ab-handl. 32. H., 1908, 59-62.