Die einzelnen Spruchdichter 301
kann es an gelehrtem Aufwand den vorher genannten Meistern nicht gleich-tun, aber er hat recht scharfe Worte gegen die, die seine Töne schelten —,ist überhaupt ein streitbarer Herr. Den Marner verspottet er in einemNamenrätsel, das er gewiß für sehr sinnvoll hielt. Mit Singüf 1 führt er einenRätselstreit und weist ihn in andern Strophen in seine Grenzen zurück.
Rümelant von Schwaben. Hermann der Damen
Von Rümelant sind nur 4 gleichgültige Sprüche in J überliefert. 2Hermann der Damen, 3 ein Ostniederdeutscher (seine engere Heimatist nicht sicher festgestellt) kam an vielen norddeutschen Fürstenhöfen herum(um 1280-1300). Seine Kunstweise führt zu Frauenlob. In manchen seinerSprüche, besonders in dem über die Kunst und in Gönnerstrophen, will erdurch blümende Worte und Reime blenden. Doch gerade sein religiöser Leich,wo solche leicht sich hätten einstellen können, ist nicht überkünstelt und gehtin der Tradition von Walthers Leich. Seine religiösen Sprüche sind in ernsterEinfachheit vorgetragen, und auch seine Zurechtweisung des jungen Frauenlob,den er vor Selbstüberhebung warnt und zum echten Lob der Frauen mahnt,ist aus wohlmeinender Absicht entsprungen. Bezeichnend für den Mangel anhistorischem Urteil ist es, daß er den Wartburgkrieg für eine glaubhafte Quellehält und den Klinschor als verstorbenen Meister beklagt.
In der Tradition der Meistersinger genießt Regenboge 4 ein großes Ansehen,und es hat sich an ihn die Dichterlegende geknüpft, er sei ein Schmied undsein Vorname Barthel gewesen. Viele Sprüche sind fälschlich auf ihn über-tragen worden. Als Dichter steht er nicht hoch, es fehlt ihm die Phantasie fürdie Auffassung und für die Sprache.
Frauenlob
AmAusgangder mittelhochdeutschen Lyrik des 12.und 13. Jahrh. steht einDichter, der in seiner Kunstfertigkeit den Gipfel erreicht, nach dem der Geistdieser Kunstgattung im Laufe des 13. Jahrhunderts hinstrebte, Frauenlob.
Lit. Ausg.: Ettmüller, 1843. — Bartsch, ADB. 7,321 ff.; Ders., Liederdichter Nr. LXXIX;Ders., Kolmarer Hs. S. 168-70. — Uhlands Schriften 2,292 ff. 302 f.; Simrock, Wartburgkrieg,1858, 301 f. u. ö.; Müllenhoff, ZfdA. 16, 143^6; Ders., Dt. Altertumskunde 4, 1900, 115;Bech, Germ. 27,385 ff.; A. Frisch, Untersuchungen üb. die verschiedenen mhd. Dichter, welchenach der Überlieferung den Namen Meißner führen, Jen. Diss. 1887; Burdach, Reinmar S. 135.
Bartsch Nr. LXVII; Roethe, ADB. 34, mutsformel S.60; PLENio,Beitr.43,63 (Leich);389 f. Steller, ebda 45, 389-94; Karg, Stammlers
2 Bartsch Nr. LXVI; Roethe, ADB. 29, Reallex. 1,401.
674; Holz S. 107 f. 4 Bartsch Nr. XCIV u. Kolm. Hs. S. 175-79;
3 Bartsch Nr. LXXVIII u. ADB. 12, 163 f.; Roethe, ADB. 27, 54. — Abhandl.: Uhland,Roethe, Reinm. Reg. S. 635, Reimvorreden Schriften 2, 292 f.; Roethe, Reinm. Reg.S. 60.87. — Helena Onnes, De gedienten van S. 639; Bartsch, Erlösung S. 209 ff.; Schön-H. der Damen, Diss. Groningen 1913, dazu bach, Anz. 2, 169. 209; Schwietering, De-Keim, Anz. 39, 35-8, Helm, Lbl. 1914, 383 f.; mutsformel S. 57. 60 f.; Wallner, Beitr. 33,PaulSchlupkoten, H.D.,Marbg. Diss. 1914. 542-44 (Name); Herm. Kaben, Stud. z. d.— H. Hienz, Nochmals Klingsor bei H. Da- Meistersänger Barthel Regenbogen, Greifs-men, Korrespondenzbl. f. siebenbürg. Landes- walder Diss. 1930. — Goedeke, Grundr. I 2 ,künde 34, 1911, 24 f.; Schwietering, De- 255 f.