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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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Die einzelnen Spruchdichter 299

In Niederdeutschland eröffnete sich den Fahrenden ein ergiebiges Feld fürihren Erwerb. In ausgesuchten Lobsprüchen erhebt der Goldener den Für-sten Wizlav von Rügen und den Markgrafen Otto den Langen von Branden-burg (Holz S. 81 f.) Gleichgültige Ware liefern der Urenheimer undMeister Zilies von Seyne (= Sayn? im Rheinland), 1 Roethe, ADB.30,464;

Eine strenge Scheidung zwischen den einfacher eingestellten Spruchdichternund den gelehrten Meistern bestand im allgemeinen weder hinsichtlichdes sozialen Ansehens noch im Stoffgebiet ihrer Dichtung. Was die KunstdieserMeister im Sang" kennzeichnet, das ist die Gelehrsamkeit. Sie bildetensich etwas darauf ein, die Kunst vom Handwerk zur Wissenschaft zu erheben.

Der Marner

Der Marner 2 ist der älteste und einer der angesehensten dieser gelehrtenSpruchdichter. In Schwaben gebürtig scheint er geistliche Bildung genossenzu haben, brachte es aber nur zum Vaganten. Seine Gedichte fallen in die Zeitvon etwa 1230-70. Sein mühsames Leben endete traurig, als schwacher,blinder alter Mann wurde er ermordet: so beklagt seinen Tod Rümezlant,sein einstiger Gegner. Er war äußerst fruchtbar in Sprüchen jeglicher Art, derMinnesang jedoch entsprach nicht seiner Veranlagung. Seine Minnelieder,worunter zwei Tagelieder und ein Tanzlied sich finden, sind nur gemacht undund ohne Reiz und Tiefe; mit der Vagantendichtung verbinden ihn seine latei-nischen Lieder. Fünf sind erhalten, von denen zwei in den verstiegensten Lob-preisungen um die Gunst vornehmer Prälaten werben. Überhaupt ist auchsein Grundsatz: ich lobe den, der mir mit seinem Gute gütlich hilft. Darum

1 In der Jenaer Hs. finden sich noch zwei dach, Reinm. S. 134. 136. 138; Roethe,Spruchdichter: Robyn (2 Sprüche, davon Reinm. Reg. S. 638 u. bes. S. 183 ff. Nach-einer e. Klage auf dahingegangene Dichter) und träge zu Bartsch: W. Grimm, Dt. Heldensageauf diesen folgend Meister Ruodinger (3 S. 162 f. (= XV, 14 Strauch); Vogt, Beitr.religiöse Sprüche). Nun aber erscheint in C 4, 64 (s. auch Wallner, Anz. 38, 116); R.(Nachtrag) ein Rubin von Rvdeger (Pfaff, Kraus, ZfdA. 41,88; Schwietering, Demuts-Große Heidelbg. Liederhs. 1329 f., ähnl. im formel S. 61; Götze, ZfdPh. 53,184-86 (NameDichterverzeichnis S. VI), neben dieser Über- Marner bedeutet Seemann, Berufsname alsschrift (Sp. 1329) aber die kleine Vorschrift Familienname). Lat. Gedichte: J. V. Zin-Rvbin vn Rvdeger, vn bedeutet aber doch gerle, Wien. SB. 54, 1866; Strauch, ZfdA.vnd. Wie sich der Dichter in C (denn es ist doch 22,254 f., 23, 90-4; Wilh. Meyer, Fragmentanur einer) zu den zweien in J, die klar liegen, Burana, 1901, 25 ff.; Moll, Einfluß d. lat.verhält, ist fraglich. Bartsch unter Nr. LI; Dichtg., 1925, 119 ff.; Brinkmann, Entste-Roethe, ADB. 29, 465; Holz S. 52 f. Zu- hungsgesch. S. 152, Dt. Vjschr. 3, 639.pitza, Rubins Gedichte (s. ob.) S. X; Wall- Euling, Priamel S. 470; Rodenwaldt, Fabelner, Beitr. 33, 525 f. Zilies v. Sayn: S. 16-18; Sparmberg S 25-30; Loewenthal,Roethe, ADB. 30, 464; A. Bach, Die Werke Rätsel S. 100-4; Bolte-Polivka 3, 350.d. Verfassers der Schlacht bei Göllheim (Mei- Hugo v. Trimberg rühmt den Marner überster Zilies v. Seine?), 1930 (s. unt. Geschichtl. andere Sänger: Doch rennet in allen derDichtg.). Gast, Gervelin, Goldener s. Marner vor, Der lustic tiutsch undHalbach, Stammlers Verfasserlex. 2, 3-5, scheene latin Alsam frischen brunnen44-46. 57. undstarkenwingemischethätinsüezem

2 Ausg.: Phil. Strauch, QF. 14, 1876 (s. gedoene, Renner 1198 ff.;ille egregiusauch ZfdA. 20, 127), dazu Schönbach, Anz. dietator Mamarius" in e. lat. Chronik zum3,118-29; Bech, Germ. 22,385 ff. Bartsch Jahr 1281, ZfdA. 23, 90.

Nr. XLII; Wilmanns, ADB. 20, 396; Bur-