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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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DIE NIEDERALEMANN. DICHTER. RHEINFRANKEN. OSTFRANKEN 283

kundlich 1242-76), von dessen 2 Liedern eines mit innerem Reim geschmücktist. Der Püller , ein adliger Dichter, der in einem seiner 5 Lieder seine Sehn-sucht nach der Geliebten im Elsaß klagt, während er in Österreich weilt, wahr-scheinlich bei dem Feldzug Rudolfs v. Habsburg gegen Ottokar, 1276.

Rheinfranken. Ostfranken

Geographisch reihen sich einige wenig hervortretende rhein fränkische 1adlige Lyriker an. Der von Wizzenlö (Wiesloch, südlich von Heidelberg),von dem 4 wohlgebildete Tagelieder erhalten sind, dessen schönstes (Nr. 2)statt mit einer leidenschaftlich erotischen Abschiedsszene mit einem süezensegen der Frau schließt. Graf Friedrich von Leiningen (linksrhein.Pfalz), von dem ein Abschiedslied vor einer Apulienfahrt (wahrscheinlich 1210)überliefert ist, dem ebenfalls eine warme Innigkeit eingeprägt ist durch denSegenswunsch der Frau. Von Wilhelm von Heinzenbürg (wahrscheinlichHeinzenberg im Kreis Kreuznach, urkundlich 1263-81) gibt es 6 Minneliedergewöhnlichen Stils. Rudolf der Schreiber, 2 ein bürgerlicher Minnesänger, istaus seinen 3 Minneliedern (eines davon ein Walther nachgeahmtes Vokalspiel)dialektisch schwer zu bestimmen (leicht fränkische Färbung?).

Ostfranken ist außer durch Wolfram mit seinen Tageliedern undKonrad von Würzburg (s. oben) nur durch einen Minnesänger vertreten,Graf Otto von Botenlauben 3 (bei Kissingen, urkundlich oft 1197 ff.,darunter aus Italien und Syrien, gest. 1245). Seine Lieder fallen noch in dieZeit Walthers v. d. Vogelweide. Das Frauendienstlied ist nicht seine Sache,sein Sang von Minne ist überhaupt oberflächlich; langweilig in Inhalt und Formist sein Minneleich. Meist faßt er sich kurz in einzelnen Strophen. Sein auf denKreuzzug (1197) bezügliches Lied, ein Wechsel (Nr. 12), geht über eine Liebes-erklärung der beiden Minnenden nicht hinaus und ist so fern aller religiösenEmpfindung, daß er sich sogar zu blasphemischer Übertreibung versteigt: erstellt sie so hoch wie das Himmelreich, und sie hat ihn gar sich zum Gott erkoren.Empfindung liegt in dem Frauenlied Nr. 4; Nr. 9. 14.4 lassen sich zu einemkleinen Tageliedroman zusammenfassen; Nr. 13 ist ein selbständiges Tagelied.

Ostfranken war wahrscheinlich auch die Heimat Des von Brauneck(von Brünecke), i von dem aber keine Lieder mehr erhalten sind und der nurdurch Hugo von Trimberg bekannt ist, der ihn unter andern Minnesängernmitaufzählt (Renner ed. Ehrismann V. 1186). 5

1 Wizzenlö: Grimme S. 48-56; Pfaff S. " Burdach, ADB. 29, 569 u. Reinm. 2 S. 374.VIII u. 1 ff.; Schulte, ZfdA. 39, 228. Lei- a Bartsch, Liederd. Nr. XXVI; v. Kraus,

ningen: Bartsch, Liederd. Nr. XXXIGrimme S. 22-32; Roethe, Reinm. S. 583Schröder, Zwei ad. Rittermaeren 1 S. XIII

Übungsb. 2 S. 188-200. 292; ADB. 3, 193.Saran, Berl. JB. 1898, VII, 132 (S. 103 f.,Leich); Gottschalk, Minneleich; Steller,

Karg, Stammlers Verfasserlex. 1, 693 f. Beitr. 45, 307 ff.; Angermann, Wechsel S.

Heinzenburg: Grimme S.81-92; Schnei- 185 f.; Schneider, beitr. 47, 231 f. u. Reallex.

der, Beitr. 47, 235. Über Konrad v. Bicken- 2,140; Brinkmann, Dt. Vjschr. 3, 638.

bach s. Grimme S. 56-65. Rudolf der Übersetzg.: J. Leusser, 1929.

Schreiber: Burdach, ADB. 29, 569 u. Rein- 4 Halbach, Stammlers Verfasserlex. 1, 289f.

mar 2 S. 374; Grimme S. 208 f. u. Alem. 22, 6 Ein Minnesinger Fuoz wird in einem Loß-

40-2. buch des 14./15. Jhs. genannt, Fuz der puler,