Hartwig von Rute. Bligger von Steinach. Engelhart von Adelnburg 237
vielen Urkunden von 1165 (1152?) bis 1209 auf. Saladin starb am 3. März1193, vor diesem Jahr muß das obige Lied verfaßt sein.
Nur vier Strophen sind von Engelhart von Adelnburg 1 (aus einem frei-herrlichen Geschlecht der bayerischen Oberpfalz; von etwa 1180-1230 ist derName urkundlich belegt). Das dreistrophige Minnelied besteht aus Gemein-plätzen, enthält aber doch beiläufig einen religiösen Gedanken, durch den dieunbedingte Herrschaft der Dame eingeschränkt wird (148,15). In dem Spruchmacht sich der Dichter darüber Gedanken, wie die Minne sich mit dem Seelen-heil vereinen läßt; er hält auch irdischen Wert (werder lip), wozu die Minnegehört, gegenüber dem Seelenheil für ein Gut, ja er übt Kritik an der asketi-schen Härte, daß der Himmel irdischer Tüchtigkeit (biderbe) feind sei.
Heinrich von Morungen
In ihm 2 hat die Frühkunst des „welschen" Minnesangs ihren Höhepunkt.Im engeren Sinne ein Minnesänger, beschränkt im höfischen Frauenkultus,übertrifft er Reinmar durch die Stärke seiner Einbildungskraft und die Darstel-lungskunst unmittelbaren Erlebens und reicht damit selbst an Walther heran.
Die Stammburg des Ministerialengeschlechtes, dem Morungen angehört, lagbei Sangerhausen im nördlichen Teile thüringischen Gebietes. Im späterenLeben besaß er eine angesehene Stellung am Hofe des Markgrafen Dietrichvon Meißen, wie aus zwei Urkunden von 1217-18 hervorgeht. Die spätereTradition des 15. Jahrhunderts erzählt, daß er „zu Leipzig gesessen" (Zim-merische Chronik, um 1560-70) und dort begraben sei (Konrad GrünenbergsWappenbuch 1483). Der Boden für mittelhochdeutsche Dichtung war inThüringen bereitet durch den Kunstsinn des Landgrafen Hermann (LG.II, 2 Reg. S. 344), und Morungen, angeregt durch die rheinische LyrikHausens, war der erste, der den Minnesang in Mitteldeutschland pflegte, imGeiste der Trubadurpoesie, der er jedoch, als urwüchsige Dichternatur, seineigenes Gepräge verlieh. In der Entwicklungsreihe des Minnesangs steht erzwischen seinem wohl wenig älteren Zeitgenossen Reinmar und dem etwasjüngeren Walther, der in den gleichen Jahren sich am Thüringer Hofe auf-hielt und zu Dietrich von Meißen Beziehungen hatte (s. unten). Morungens
1 Vogt 3 S. 408 f.; Brinkmann, Dt. Viertelj. 627-29; Kurt Halbach, Walther v. d. V. u.3, 629; Schröder, ZfdA. 67, 272 (urkundl.); die Dichter v. MF. S. 44 ff.; Ders., Ein ZyklusWallner, Stammlers Verfasserlex. 1, 577. von Mor., ZfdPh. 54, 401-37; Erich v. Dry-
2 Vogt 3 S.382^07 (383!); Bartsch, Liederd. galski, H. v. M. u. Ovid, Gott. Diss. 1928,Nr. XIV; v. Kraus, Übungsb. 2 S. 290; Ders., dazu Piquet, Rev. germ. 20, 1929, 163 f.; H.H. v. M. hgb., 1925, dazu Schneider, Anz. 45, v. Morungen, Die Denktafelweihe auf der171-74, Günther Müller, Dt. Vjschr. 5, Morungsburg, Sangerhausen 1925; Langen-127-29, Fr. R. Schröder, GRM. 14, 461, bucher, D. Gesicht des Minnesangs S. 35^0;Ranke, DLz. 1926, 899-902, Halbach, Ders., Oberdt.Zs. f. Volkskde 4,1929, 127-38;ZfdtBildung 1931,535.537 f. — Singer, Beitr. Ders., Arbeiten zur Volkskde, Festschr. Pan-44, 436-47; Plenio, ebda 41, 125 f.; Neckel, zer 1930, 53-64; Korn, Freude u. Trüren, 101ebda 46, 156-64; Schneider 47, 243-45; -107; Günther Weydt, Morungen 145, 1,Helm, H. v. M. u. Albr. v. Halberst., ebda 50, ZfdPh. 57, 367-69; Ders., Stamml. Verf.Lex.143 ff.; Sievers, ebda 50 H.3; Schwiete- 2,304-12; Schröder, ZfdA. 67, 127 (Stelle);ring, ZfdA. 63, 63. 68, 78; Vossler, Venta- H. Menhardt, Zur Lebensbeschreibung H.sdorn S. 135; Günther Müller, Dt. Vjschr. 1, v. Mor., ZfdA. 70, 209-34 u. Forsch, u. Fort-80 u. Reallex. 2, 212 ff.; Brinkmann, ebda 3, schritte 10, 1934, 111 f.