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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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220 Die lyrische Dichtung

Sie umfaßt die Lyriker vom Kürenberger bis auf Hartmann von Aue. Ver-einigt sind also hier die Dichter der ersten und der zweiten Stufe, der Früh-zeit und der Frühromanisierenden Richtung, und von den Romanisierendendie Sänger von Hausen bis vor Walther.

DIE FRÜHSTUFEDer Kürenberger

Die erste Stufe, der einheimische Minnesang, der seinen Boden in Öster-reich hat, ist durch den Kürenberger 1 vertreten. Diese Liedchen, hervor-gegangen aus der frühhöfischen Kultur und der noch nicht von der romani-schen Mode beherrschten Kunst, stehen vereinzelt gegenüber dem ganzensonstigen Minnesang (außer den altertümlichen Liedern Dietmars, s. unten).Für den Kürenberger also gilt die aus demTrubadur, Ovid oder der mittel-lateinischen Klerikerliteratur abgeleitete Minnetheorie noch nicht. Die cha-rakteristischen Grundverhältnisse für diese Frühstufe liegen für dieEmpfindungsweise in dem Verhältnis der Geschlechter, indem die Frau dieLiebe des Mannes sucht und der Mann ihr mit Selbstbewußtsein gegenüber-steht (Inhalt); für die innere Form in der sinnfälligen Anschaulichkeit, mitder die Empfindung, das lyrische Element, in Bilder und Szenen des Lebensgekleidet ist und eine natürliche Frische erhält; für die äußere Form dermeist einstrophigen Liedchen in der einfachen, im Zusammenhang mit demHeldenepos stehenden Strophenbau und der Zulassung von Assonanzen.

buch nach dem gegenwärtigen Stande der des dt. Minnesangs u. seine Wandelungen,

Forsch. I. II, Progr. Arnstadt 1900. 1901; 1930; J. Goebel, Zu Minnesangs Frühl., Stu-

Hans Bretschneider, Die Kürenberglite- dies in honor of Herrn. Collitz, 1930, 207 ff.;

ratur, Würzburger Diss. 1908; Ehrismann, Albert Nagel, Die Ideengrundlagen des

GRM. 15, 328-50. Burdach, Reinm. 2 Minnesangs von den Anfängen bis Walther,

S. 357 f. 359-72; J. Jansen, Die lyrische Heidelb. Diss. 1929; Horst Oppenheim, Na-

Poesie in Deutschland bis auf Heinr. v. Vel- turschilderung u. Naturgefühl bei den frühen

deke, Progr. Crefeld 1881/82; Reinh. Becker, Minnesingern, Greifsw. Diss. 1931; K. Korn,

Der altheimische Minnesang, 1882, dazu Wil- Freude u. Trüren, 1932,30 ff.; Elise Walter,

manns, GgA. 1883, 1473-83, Burdach, Anz. Verluste auf dem Gebiet der mhd. Lyrik, 1933,

10, 13-31 (u. Reinm. 2 S. 263 ff.), Erwiderung 10-25. Für die einzelnen Dichter s. Vogt,

Beckers, Germ. 29, 360-77, Henrici, ZfdPh. MF. 3 , 1920; im folgenden sind unter den ein-

15, 383 f.; Eug. Joseph, Die Frühzeit des dt. zelnen Dichtern nur die nach Vogt erschiene-

Minnesangs I, Die Lieder des Kürenbergers, nen Abhandlungen verzeichnet.

QF. 79, 1896, dazu Roediger, GgA. 1897, 1 Vogt, MF. Nr. II; Bartsch, Liederd.

748-52, Vogt, Lbl. 1898, 259, Cbl. 1897, 67f.; Nr. I; Wilmanns, ADB. 17, 411 f.; Bühring,

Pralle, Die Frauenstrophen im ältesten dt. Das Kürenberg-Liederbuch aaO.; Bret-

Minnes., Hall. Diss. 1892; P. Warnke, Zum Schneider, Die Kürenberglit. aaO. Nach

ältesten dt. Minnes., Progr. Schrimm 1902. Vogt 3 erschienen: Ehrismann, GRM. 15,

Schönbach, Walther v. d. V. S. 17 ff., 4.Aufl. 328-50; Singer, Beitr. 44, 428-31; Vogt,

von H.Schneider S. 1 ff.; Wilmanns-Mi- ebda 45, 459-67; Burdach, Besprechung von

chels, Leben Walthers S. 44-50; Ganzen- Strnadt u. von Hurch: DLz. 1890, 879-81 u.

Müller, Das Naturgefühl im MA. S. 265 ff.; Reinmar 2 S. 357 f.; Th. Frings, Beitr. 54,

Ludw. Fasolt, Stud. zu den ältesten mhd. 144-55 (zum Falkenlied), dabei Fußnote von

Lyrikern, Diss. Graz 1921; Brinkmann, Dt. Sievers: Kürenberger aus dem Breisgau;

Vierteljahrssch. 3,623 ff.; Kurt Halbach, Naumann, Höf. Kultur S. 16 ff.; C. v. Kraus,

Walther v. d. V. u. die Dichter von Minnesangs Unsere älteste Lyrik, Münch. Ak. 1930; Lan-

Frühl.,1927, dazu Ehrismann, Lbl. 1929,91 f.; genbucher, Das Gesicht ... aaO. S. 19 f.;

Naumann, Höf. Kultur, 1929, 25. 38 f. 73-75; Korn, Freude u. Trüren aaO. S. 33 ff.;

C. v. Kraus, Unsere älteste Lyrik, Bayer. C. Wesle, Das Falkenlied des Kürenbergers,

Ak. 1930, dazu Halbach, ZfdtBildung 1931, ZfdPh. 57, 209-15.537; Helmut Langenbucher, Das Gesicht