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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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Die kleineren Heldenepen 175

vielfach abweichenden Druck von 1538); 28 Strophen im Hildebrandston.K, Ain Spruch von aim konig mit namen Etzell (Regensburger Hs.); 295 V.;Reimpaare. F, Ein Fastnachtspiel, Ein Spil von dem Perner und Wunde-rer (Wolfenbüttler Hs.); 134 V.; Reimpaare. K ist die älteste Fassung, gehtauf ein Gedicht vom Anfang des 14. Jahrhunderts zurück; das Original allerdrei Versionen war ein Gedicht in Reimpaaren aus der ersten Hälfte des13. Jahrhunderts.

Inhalt von H (Anfang fehlt). Zweikampf zwischen Dietrich und dem wilden Wunderer, dereine Jungfrau fressen wollte. Dietrich schlägt ihm das Haupt ab und bringt es in den Palast,in dem Etzel Hof hält; die Jungfrau dankt ihm; Mahlzeit bei Etzel, wobei viele Fürsten versam-melt sind. Die Jungfrau nennt ihren Namen, Frau Seid (Sselde) und geht von dannen in ihresVaters Land; die Fürsten nehmen Abschied von Etzel.

Dem TitelEtzels Hofhaltung" entsprechend hat die Schilderung viel Hö-fisches; wo derWunderer" auftritt, ist der Kampf, der in der gewöhnlichenWeise dargestellt ist, das herrschende Motiv.

Dietrich und Wenezlan

ist nur scheinbar von einem höfischen Dichter (aus Österreich) zur Ver-herrlichung des Königs Wenzel II. von Böhmen und Polen (1285-1305) um1295/96 verfaßt, ein Stück aus der Heldensage. Es ist keine alte Sage, 1 son-dern freie Erfindung des Dichters. Bruchstücke, 510 V., Reimpaare.

Es behandelt einen Zweikampf zwischen Dietrich und dem König von Polen in der Zeit, alsDietrich am Hofe Etzels weilte. Der Zweikampf verläuft in höfischer Weise, ist eine tjoste vorDamen, wird unendlich breit in allen Einzelheiten beschrieben; beide verrichten die größtenHeldentaten. Als es Abend ward, dachte Dietrich: ja herre, wie lanc sol ditze sin? Damitbricht das Fragment ab.

Stil: Mischung von Höfischem und Volkstümlichem; die Reime sind nichtimmer genau (Zupitza S. LH f.).

Nicht unmittelbar zu dem Dietrichskreise gehörig, aber durch die Persondes Helden demselben nahestehend ist

Das jüngere Hildebrandslied 2

Das Zentralmotiv, der Kampf zwischen Vater und Sohn, ist aus dem ahd.Hildebrandslied bekannt (ahd. LG.I, 1. Aufl., S. 115-31, bes. S. 128, 2. Aufl.,S. 121-37 bes. S. 134), aber die innere Form, die Gestalt, die Ethik sind

1 Ausgaben: Wackernagel, Ad. Blätter 1, Vorz. 1863, 439 f.; Müllenhoff u. Scherers329-42; Zupitza, Dt. Heldenbuch (Berlin) V, Denkmäler, 3. Aufl., 2. Bd., S.26-30 jWacker-1870, 265-74. Abhandl.: Jiriczek, Dt. nagel, Ad. Lesebuch, 5. Aufl., 1873, 1422-28;Heldensagen I, 1898, 179 f.; Holz, Rosen- goedeke, Dt. Dichtung im MA. 2 , 1871, 548f.;garten (s. oben), Einleitung S. CHI Anm.; Henrici, Das dt. Heldenbuch, Auswahl,Lunzer, Dietrich u. Wenezlan, ZfdA. 55,1-40; Kürschners Dt. Nat.-Litt. Bd. 7, o. J.; K.Schröder, ZfdA. 70, 142-44; Leitzmann, Schorbach, Seltene Drucke in Nachbildun-Wolframianismen inDietrich u. Wenezlan", gen, I. Die Historien von dem Ritter BeringerBeitr. 50, 211 ff. (Druck Straßburg 1495), 1893 (darin von dem

2 Ausgaben: Brüder Grimm, Die beiden äl-Edlen Hildebrand"). Bartsch, Das nieder-testen deutschen Gedichte usw., 1812, 53 ff.; deutsche Hildebrandslied (Übertragung ausv.d.Hagen u. Primisser II, 1825, 219-21; dem Hochdeutschen), Germ. 7, 284-91, vgl.Uhland, Alte hoch-u. niederdeutsche Volks- Goedeke, Weimarer Jahrbuch 4, 11 f.lieder Nr. 132; Wagner, Anz. f. Kunde d. dt. Hss. u. Drucke: Müllenhoff u. Scherer,