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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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Die kleineren Heldenepen 173

breht, der tihte ditze mcere (Str. 2). Eine kurze Inhaltsangabe des ganzen Ge-dichtes findet sich in dem sogenannten Anhang des Heldenbuches (hgb.v. d. Hagen, Heldenbuch I, 1855, S.CXXII), ferner wird es imReinfridvon Braunschweig V. 25274 ff. erwähnt (Ausg. Bartsch, 1871, S.735, s. oben).Zeit der Abfassung: zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts.

Inhalt. Dietrich von Bern ritt eines Tages in die Wildnis und wollte die in dem GebirgeTrutmunt hausenden Riesen sehen. Da fand er einen Berg, den hatten wilde Zwerge besetzt, dieeine schöne Jungfrau bei sich hielten. Sie wollten sie dem Berner nicht zeigen; ihr König Gol-demar verbarg sie. Dieser sprach zu Dietrich, er sei ihm im Streit nicht gewachsen, doch wolleer ihm von der Dame Kunde geben .... Hier bricht das Bruchstück ab. Aus diesem und dem An-hang des Heldenbuches läßt sich der Gesamtinhalt erschließen: Da Goldemar die Jungfrau nichtfreigeben wollte, holte Dietrich die Wulfinge, welche die von Goldemar zu seinem Schutz herbei-gerufenen Riesen besiegten und die Jungfrau befreiten, worauf Dietrich sie zum Weibe nahm.

Laurin l

Dieses Gedicht ist eine Tiroler Zwergensage. Es ist in mehreren Fassungenerhalten, die miteinander verwandt sind, aber oft stark voneinander ab-weichen. Holz in seiner Ausgabe hat sie abgedruckt als A, S. 1-50, V. 1-1596(Reimpaare); Fortsetzung in K, V. 1567-1856 und liber secundus(Walberan),1265 V.; Laurin D, S. 96-182, 2830 V., wo als Verfasser fälschlich Heinrichvon Ofterdingen genannt wird (V. 2822). Das Originalgedicht ist um 1200 an-zusetzen, die gemeinsame Grundlage für die abgeleiteten Fassungen gehörtin die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts. Verfasser dieser Grundlage war eintirolischer fahrender Spielmann.

Es ist eine tirolische Zwergengeschichte. Der Name Laurin wird erklärtaus dem bayerischen laur schlauer, hinterlistiger Mensch, Schweiz, lür Schelm,Spitzbube, erhalten im heutigenlauern". Mit seinem Nebentitel wird dasGedicht auch Laurin undWalberan genannt, außerdem Laurin oder der kleineRosengarten. Von Walberan handelt das zweite Buch des Laurin K; er warLaurins Oheim (Holz S.61 V.57ff.).

1 Ausgaben: v. d. Hagen u. Primisser, Der Gedichten Waltherv.d.V.u.zu Laurin,6.Aufl.

Helden Buch II, 1825, 160-87; L. Ettmüller, 1876.Übertragungen: Ludw. Scharf, 1916;

Künech Luarin, 1829; J. V. Zingerle, König Rich. Zoozmann 1924; L. Bückmann u.

Laurin oder der Rosengarten in Tirol, 1850; H. Hesse, Reclam. Abhandl.: W.

Müllenhoff, Laurin und Walberan, Deut- Grimm, Heldensage, S. 274-78; Müllenhoff,

sches Heldenbuch (Berlin) I. Bd., 1866, 199 Luaran, ZfdA. 7, 531; J. V. Zingerle,

-257; Müllenhoff, Laurin, ein tirolisches Germ. 7, 106 f.; R. v. Muth, Untersuchungen

Heldenmärchen, 1874, dazu Bartsch, Germ. u. Excurse zur Geschichte der dt. Heldensage

20, 94-104, Müllenhoff 2. Aufl. 1886,3. Aufl. u. Volksepik, Wien. SB. 91, 1878, 223 ff., dazu

1908, 4. Aufl. besorgt von M. Roediger, 1913, Osw. Zingerle, Anz. 7, 410-16; Wilhelm,

5. Aufl. 1926; Ad. v. Keller, Lit.Ver. 87, Beitr. 33, 335; Lütjens, Der Zwerg, 1911,

1867; Georg Holz, Laurin u. der kleine Ro- S. 43 f. u. Reg. S. 115. 119; O. v. Zingerle,

sengarten, 1897, dazu Lambel, Anz. 25, 266 Die Verbreitung der Namen Laurin u. Rosen-

-91,UHL,ZfdPh. 35,248-55, Vogt, DLz. 1899, garten in Tirol, Forsch, u. Mitteil. z. Gesch.

146^8, Golther, Lbl. 1898, 321, Cbl. 1898, Tirols u. Vorarlberg 15, 1918, 8-21; Güntert,

368 f.; Zacher, Laurin, aus d. Hs. des Dom- Kalypso, 1919, Reg. S. 276; Wallner, ZfdA.

kapitelarchivs zu Zeitz, ZfdA. 11, 501-535; 65, 224; A. H. Krappe, Laurins Rosengarten,

K. Schorbach, Seltene Drucke in Nachbil- Arch. 88, 163, 3/4, 1933. Viele Hss., Holz

düngen IV Laurin, 1904, dazu Piquet, Revue S. I ff. Anklänge an Laurin bei Meister

crit. 1905, 1, 269 f.; Martin, Mhd. Gramm. Altswert: Henrik Becker, ZfdPh. 53, 161 ff.nebst Wörterbuch zu der Nibel. Not, zu den