Die kleineren Heldenepen 171
seiner Stange, nimmt ihn unter die Achseln und wirft ihn in eine Steinhöhle. Der Riese, Sige-nöt geheißen, reitet darauf gegen Bern; da begegnet ihm Hildebrand, den er anrennt und amBart faßt. Das kränkt den Alten sehr; er sieht am Eingang der Höhle Dietrichs Schwert hängenund erschlägt den Riesen. Hildebrand will dann den Berner aus der Grube herausziehen, indemer sein Gewand zu einem Seile knüpft, aber dieses reißt. Da findet er in einem Berge einen Zwerg,der ihm behülflich ist und eine Leiter verschafft. Der Zwerg heißt Herzog Eggerich. Die beidenkehren heim nach Bern.
Der letzte Satz, Str. 44 (Zupitza S.215), lautet: sus hebet sich EckenLiet. In der Hs. L. ist Sigenot dem Eckenlied als Prolog vorangestellt.
Das Eckenlied 1ist in verschiedenen Versionen überliefert (v. Kraus, Bayer. Ak. aaO.):L (Laßbergs Hs., nicht ganz vollständig, hgb. v. d. Hagen und Primisser,2.Teil, 1825, S.74-116; Laßberg; Schönhuth; v. d. Hagen;Zupitza).-Adas (A hgb. v. Kraus, Bayer. Ak. aaO., da ebda; d Dresdener Hel-denbuch, hgb. v.d. Hagen u. Primisser 1825; a Augsburger Druck von1491, hgb. Schorbach; s. Straßburger Druck von 1559, hgb. Schade 1854(n Nürnberger Druck von 1512, nur die 6 letzten Strophen, stimmt bei vielenAbweichungen mit dem von Schade hgb. Straßburger Druck). — B eineStrophe in den Carmina Burana (s. oben), hgb. von Schmeller S.71Nr. CLXXXa, ist der Anfang des alten Eckenliedes, Zupitza S. 231 Str. 69,bei v. Kraus, Bayer. Akad. S.77 Str. 69. Der aus LAdas hergestellteText des Eckenliedes: C.v. Kraus, Bayer. Ak. S.63-85.
Das Urlied kam aus Tirol (altes Tiroler Eckenlied um 1200), wo noch heut-zutage der Sturmriese im Volksglauben lebt. Es gelangte an den Rhein undwurde um die Mitte des 13. Jahrhunderts zu einem Epos ausgebildet unterAufschmückung durch einen französischen Artusroman, den „Papageien-
1 Ausgaben: v. d. Hagen u. Primisser, Der Zingerle, Die Heimat der Eckensage, Germ.Helden Buch II, 1825, 74-116; J.v. Lass- 1, 120-23; Zupitza, Prolegomena ad Albertiberg, „Eggen-liet, das ist: der Wallsere von de Kemenaten Ekium, Diss. 1865; Wilmanns,Heinrich von Linowe ... zum ersten mal ans Zur Geschichte des Eckenliedes, in: Altdeut-liecht gestellt durch meister Seppen von Ep- sehe Studien von Jäncke, Steinmeyer u.pishusen, 1832; Schönhuth, 1839. 1846 (s. Wilmanns, 1871; Saran, Beitr. 21,419; Vogt,oben unter Sigenot); Schade, Ecken Aus- Zum Eckenliede, ZfdPh.25, 1-28; Jiriczek,fahrt, 1854 (nach d. alten Straßburger Druck Deutsche Heldensagen I, 1898, 182 ff.; Ottovon 1559); Zupitza, Dt. Heldenbuch (Berlin) Freiberg, Die Quellen des Eckenliedes, Beitr.V, 1870, Ecken Liet, S. 217-64 (nach Laß- 29, 1-79; Priebe, Ad. Schwertmärchen, Kiel,bergs Hs.); Schorbach, Ecken Auszfahrt, Diss. 1906; Lassbiegler, Beiträge z. Ge-Augsburg 1491, Seltene Drucke in Nachbildun- schichte der Eckendichtungen, Bonn. Diss.gen 3, 1897. — Bruchstücke: Aus der Samm- 1907; R. C. Boer, Das Eckenlied u. seinelung des Freiherrn v. Hardenberg, ZfdPh. 9, Quelle, Beitr. 32, 155-259; Lütjens, Der416-20 (gehört zu der von Schade hgb. Fas- Zwerg, 1911, S. 37-39 u. Reg. S. 112; Schnei-sung, mit vielen Abweichungen); C. v. Kraus, der, Zur Eckesage, ZfdA. 54, 354-59; Ders.,Bruchstücke einer neuen Fassung des Ecken- Wolfdietrich, 1913, 192; Ders., German. Hel-liedes A, Abhandl. d. bayer. Ak. 32 Nr. 3. 4, densage I, 1928, 255 ff.; G. Boos, Stud. über1926. — Sigenot u. Egge, Wasserburg-Donau- das Eckenlied, Beitr. 39, 135-74; Singer,eschinger Hs., bei Junk, Ausg. von Rudolfs Wolframs Stil, 1916, 124; H. de Boor, Zurvon Ems Willehalm von Orlens, 1905, S. XVIII Eckensage, Mitt. d. schles. Gesellsch. f. Volks-ff.; Konr. Schiffmann, Zwei Bruchstücke d. künde 23, 1922, 29^13; Singer, Ruodlieb,Eckenliedes, ZfdA.42, 227 f.—Abhandl.: W. Konrad Zwierzina zum 29. März 1924; HansGrimm, Dt. Heldensage S. 213-26; Uhlands Steinger, Dt. Vjschr. 8, 64 ff.; Ders., Ecken-Schriften 1, 407-11; Massmann, Kaiserchronik lied, Stammlers Verfasserlex. 1,490-94; Wall-HI pass.; Müllenhoff, ZfdA. 12, 375 ff.; ner, ZfdA. 65, 224.