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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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165
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Die kleineren Heldenepen 165

Bruchstücke; F, thüringisch, 3 Hss. (Bruchstücke); C, die gemischte Redak-tion, aus A und D zusammengeschmolzen, rheinfränkisch, 1 Hs.; P ist einekürzende Bearbeitung aus D, 1 Hs. (Pommersfelden), östliches Mitteldeutsch-land; ein niederdeutsches Bruchstück aus Westfalen, 1470. 1 Ein Abschnittin der Thidrekssage geht auf eine Vorstufe der Rosengärten zurück.

A, 390 Nibelungenstrophen (Hildebrandston). A und D nennen das Liedam Schluß selbst daz Rosengarten liet bzw.: und ist der Rösengarte genant.

Inhalt (nach A): Abschnitt I Str. 1-92: Kriemhild hat zu Worms einen mit Rosen beklei-deten, von einem seidenen Faden umspannten Anger, den zwölf kühne Recken hüten (Aufzäh-lung derselben), unter ihnen Gernot, Günther, Hagen, Volker, Ortwin und Sigfrid, ihr Gatte.Sie hört von Dietrich von Bern viel Rühmenswertes und will erfahren, wer das Beste tue, Sig-frid oder Dietrich. Sie läßt durch einen Gesandten nach Bern verkünden, Dietrich solle zwölfHelden bringen, die den Ihren gleichen, als Siegespreis setzt sie einen Rosenkranz und einenKuß aus. Dietrich nimmt die Herausforderung an und läßt dies zurückmelden. II. Str. 93-130:Der Berner befragt Hildebrand, welcher seiner Helden jeweils einen der Wormser bestehen soll;Hildebrand verteilt sie. III. Str. 131-64: Noch fehlt der zwölfte Auserwählte, da holt Hilde-brand seinen Bruder, den streitbaren Mönch Ilsan aus dem Kloster; mit Erlaubnis des Abteszieht er mit und verspricht jedem der 52 Mönche ein Rosenkränzlein. IV. Str. 165-91: Am elf-ten Morgen kam das Heer der Berner nach Worms und wird von Kriemhild festlich empfangen;sie gibt drei Tage Waffenstillstand und trägt ihnen selbst Wein auf. Kriemhilds Ansprache andie fremden Recken; sie wird von Hildebrand beleidigt. Mit dem V. Abschnitt, Str. 192, begin-nen die Zweikämpfe der Berner als Angreifer mit den Burgunden als Verteidigern des Rosen-gartens und gehen bis Abschnitt XVIII Str. 390 (Schluß). Es sind zwölf Kämpferpaare; alsodas beliebte Motiv vom Zwölfkampf, der auch im Biterolf uud Dietleib vorkommt. Regelmäßigsiegen die Berner, auch Dietrich über Sigfrid, nur Walther vom Wasgenstein und Dietleib kämp-fen unentschieden und schließen Brüderschaft (Abschnitt X Str. 262-77). Zuletzt als Nachspiel(Abschnitt XVII Str. 371-80) reitet der Mönch Ilsan in den Garten (zertritt die Rosen und wälztsich in ihnen in D XVII) und besiegt 52 Gegner, so daß ihm Kriemhild 52 Kränze reicht undKüsse bietet, wobei er sie mit seinem struppigen Bart blutig kratzt; in seinem Kloster drückt erzweiundfünfzig seiner Ordensbrüder jedem ein Kränzlein aufs Haupt, und zwar so stark, daßihnen die Köpfe bluten, hiemite endet sich daz Rosengarten liet.

Das Gedicht hat eigentlich nur ein Motiv, den Zwölfkampf (s. Schneider,German. Heldensage I, 286 ff.). Es ist dem Dichter nur in wenigen Fällengelungen, dieses zu variieren; die Gliederung besteht fast immer nur in ein-

ZfdA. 28, 139-42; K. W. Titz, Fragmente II, 1889; E.Jakobs, Rosengarten im deut-

eines tschechischen Rosengartens, ZfdA. 25, sehen Lied u. Brauch mit besonderer Bezie-

253-71; Mourek, Prager Bruchst. einer Perg.- hung auf die Thüring.-sächsische Provinz, Neu-

Hs. d. Rosengartens, SB. d. böhmischen Ges. jahrsblätter der histor. Kommission für die

d. Wissensch. 1890, 118-30. Übersetzun- Prov. Sachsen Nr. 21, 1897; Suolahti, Mem.

gen: Simrock, Das kleine Heldenbuch, 1844. de la soc. neo-philol. de Helsingfors 6, 1917,

1859; Junghans, Reclam Nr. 760. Anzeige 109 ff.; Schneider, Wolfdietrich, 1913,207ff.;

einzelner Hss.: Heinzel, Anz. 17, 95 (Prager Ders., ZfdA. 58, 120-25; Singer, Neidhart-

Bruchst.); Kautzsch, Festschr. Sievers 1896, Studien, 1920, 42-45 (Fastnachtspiel); Ernst

293; Faks. Könneke, 1. Aufl. S. 95. Ab- Fehrle, Garten, Rose u. Rosengarten im dt.

handl.: W.Grimm, Heldensage S. 245-57; MA., Heidelberg. Diss. 1924, Masch.-Dr.; Lun-

Uhland, Der Rosengarten von Worms, Schrif- zer, Rosengartenmotive, Beitr. 50, 161-213;

ten 8, 504-52; J. V. Zingerle, Germ. 7,104; Carl Brestowsky, Der Rosengarten zu

E. H. Meyer, Über die Rosengärten, Vortrag, Worms, Versuch einer Wiederherstellung der

s. Germ. 17, 381; Goedeke, Dt. Dichtung im Urgestalt, 1929, dazu Lunzer, Anz. 49, 9-13,

MA. 2 , 1871, 509-15; Edzardi, Rosengarten u. Golther, Lbl. 1930, 182 f.

Nibelungesage, Germ. 26, 172-76; Holz, Zum 1 Die Hss. sind verzeichnet in der Ausgabe

Rosengarten, Untersuchungen des Gedichtes Holz S. II ff.