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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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164 Die erzählende Dichtung

Nur in zwei Bruchstücken in Graz und Wien erhalten; zusammen 39 zumTeil verstümmelte Nibelungenstrophen (vierte Zeile verlängert).

Erstes (Grazer) Bruchstück: Hagen nimmt Abschied von Etzel und beschenkt reichlichdiedo die ncesten wären"; Walther und Hildegund erzählt er:ich stund dabei, als man euch ver-lobte". Zweites (Wiener) Bruchstück: Die Heimkehr Walthers und Hildegundes und ihreHochzeit. Volker geleitet sie vom Rhein durch den Wasichenwald (Vogesen) nach Lengres (Lang-res), wo Walthers Vater Alpher König ist. Auf Volkers Rat bleiben sie nicht in Metz, weil Ort-win sie dort bekämpfen würde, sondern ziehen durch Burgund. Sie senden einen Boten ihrerAnkunft voraus an Alpher, worüber bei den Eltern große Freude herrscht; der Bote erzähltauch, daß Walther von Etzel und Helche so geschieden sei, daß die Hunnen ihm fluchen, weiler viele ihrer Leute erschlug. Jetzt wird eine festliche Hochzeit gefeiert, wo Boten nach Eng-land, Navarra, Kerlingen, auch zu Etzel, gesandt wurden; Günther wäre gerne gekommen.

Das mhd. Waltherlied setzt das Nibelungenlied voraus, auch das höfischeMotiv der Festlichkeiten ist darin beliebt. Andererseits wird das Gedicht imBiterolf stark benutzt, besonders in den fünf ersten Aventiuren. Abgefaßt istes am Anfang des 13. Jahrhunderts. In welchem Verhältnis das mhd. Gedichtzu dem Waltharius Ekkehards aus dem 10. Jahrhundert (s. LG. 1 , 384-97,I 2 , 395^406) und zu dem ags. Waldere (Bruchstücke, 8. Jahrhundert) steht,ist nicht geklärt; jedenfalls gehen die drei Dichtungen auf eine Sage zurück.

Aus der Situation des zweiten Teils des Nibelungenlieds heraus entwickeltsich die Erzählung im

Rosengarten 1oder vielmehr in den Gedichten vom Rosengarten, denn es gibt mehrereFassungen: A, österreichisch-bayerisch, 6 Hss.; D, thüringisch, 5 Hss. bzw.

v. d. Hagen in v. d. Hagens Germ. 5, 114-21; gund, The Journ. of Engl, and Germ. Phil. 22,

Müllenhoff, ZfdA. 12, 280 f.; Schönbach, 1923, 75-88; H.Schneider, Das Epos von

ZfdA. 25, 181 f.; Heinzel, Über die Walther- Walther u. Hildegunde, GRM. 13, 1925, 14

sage, Wien. SB. 117, II, 1888; Weinhold, -32. 119-30 (Wiederherstellungsversuch); W.

Mitteil. d. hist. Ver. für Steiermark 9, 51 ff.; Klöpzig, Ist die Walthersage eine einheitliche

Goedeke, Dt. Dichtung im MA. 2 , 1871, 393 Sage?, ZfdtBildung 3, 1926/27, 156-63;

-95; K.Strecker, Eckehardi Waltharius, Schneider, Germ. Heldensage 1, 1928,33144.

darin die mhd. Waltherdichtung abgedruckt; 1 Ausgaben: v. d. Hagen u. Primisser,

W. Eckerth, Das Waltherlied, Gedicht in Der Helden Buch I, 1820 (Der große Rosen-

mhd. Sprache, 1905, dazu Ehrismann, Lbl. garten); W. Grimm, Der Rosengarten (Der

1907, 270f.; Eckerth, Das Walterlied, Ge- gröze Rosengarten), 1836, dazu Kl. Sehr.2,

dicht in mhd. Sprache, mit einem Anhange 470f.; jetzt gültige Gesamtausgabe: Georg

über die Schriftdenkmale zur Walthersage u. Holz, Die Gedichte vom Rosengarten zu

die Walthersage, 2., vermehrte Aufl. 1909, Worms, 1893, dazu Singer, Anz. 17, 35-43,

dazu Golther, Lbl. 1910,394 f., Piquet, Rev. Leitzmann, ZfdPh. 28,261-63, Golther, Lbl.

germ. 5, 600-2. Übersetzungen: Sim- 1895, 146-49, Cbl. 1895, 1728 f., Schönbach,

rock, Das kleine Heldenbuch, 1844, 1859. Österreich. Litbl. 1895, 151, Boer, Museum II,

Abhandlungen: J. Grimm, Kl. Sehr. 7, 12. Abdrücke von Bruchstücken: W.

166-69; W.Grimm, Heldensage S. 85-96; Grimm, Kl. Sehr. 4, 468-523; Bethmann,

Bartsch, Germ. 12, 88 f.; W.Müller, My- ZfdA. 5, 368-70; Bartsch, Germ. 4, 1-33

thologie der dt. Heldensage, 1886, 11-28; (Pommersfelder Text); Müllenhoff, ZfdA.

Heusler, Hoops Reallex. IV, 476 f.; See- 12, 411-13; Ders., Bruchstücke des Rosen-

müller, Lieder von Walther und Hildegund, gartens F, ZfdA. 12, 530-36; Bartsch, Bruch-

Melanges Godefroid Kurth II, 365-73, Liege stücke aus dem R., Germ. 8,196-208; Bruno

et Paris 1908; Leitzmann, Walther u. Hilt- Philipp, Zum Rosengarten, 1879 (darin Text

gunt bei den Angelsachsen, 1917, dazu Imel- zum Rosengarten I), dazu Steinmeyer, Anz.

mann, DLz. 1918, 1046-48. 1076-78; A. H. 6, 229-35, Edzardi, Lbl. 1880, 401 f.; Jos.

Krappe, The Legend of Walther and Hilde- Neuwirth, Tischer Bruchstück des Roseng.,