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barden), hatte seinen Sitz in Garte (Garda). Nachdem er ein rüstiger Mann geworden, rietenihm seine Mannen ein Weib zu nehmen. Sein Oheim, der König Yljas von den Reussen(Russen), preist die Tochter des Heidenkönigs Machorel, der in Jerusalem die Krone trägt undTyrus als Hauptstadt hat, aber jedem das Leben nehmen läßt, der um die Jungfrau bittet.Ortnit beschließt, um sie zu werben. II. Alberich Str. 70-212. Ortnit reitet in das Gebirge beiGarda und trifft dort den Zwerg Alberich, der sich ihm als seinen Vater zu erkennen gibt.
III. Wie Ortnit über Meer fuhr Str. 213-87. Von Messina aus gelangt Ortnit in zwölftägigerMeerfahrt nach Tyrus. Alberich, der heimlich mitgefahren ist, bringt die Werbung am Abendvor den Heidenkönig Machorel, der auf der Burgmauer sich ergeht; er kann Alberich nicht sehenund tobt gegen den Unsichtbaren wegen der Schmach, die ihm durch die Werbung angetan wird.
IV. Die Eroberung von Tyrus (Str. 288-346) mit Hilfe von Alberichs List und des Ylias Kampf-wut. V. Die Erwerbung der Braut Str. 347-83. Im Saale der Königsburg des Machorel aufMontabur (Mons Tabor) liegt die Prinzessin auf den Knien und betet zu ihren Göttern umRettung der Ihrigen vor den Christen. Alberich schleicht heimlich zu ihr und wirbt beiihr für Ortnit, wenn sie ihren Vater retten wolle. Darauf sagt sie zu, und Alberich zeigtihr von der Zinne den glänzenden Helden, der dort unten kämpft. Ortnit und die Seinenerobern die Königsburg und ziehen mit ihrer Beute, der Braut, gen Tyrus und bald zu Schiffder Heimat zu. Die Jungfrau wird getauft und Ortnits Weib. VI. Die Rache des Sarazenen-königs Str. 484-526. Dieser schickt Ortnit zwei „Abrahamskröten" zum Geschenke, das sindEier, die ausgewachsen zu einem Edelstein und zu einem Elefanten werden sollen. Es waren aberDracheneier, aus denen zwei Lindwürmer krochen. VII. Der Wurmkampf Str. 527-75. Ortnitzieht nach den Lindwürmern aus; nach langem Suchen schläft er vor Ermüdung ein, da kommtder Drache und verschlingt ihn. VIII. Die Klage der Königin Str. 576-97. Der Schluß verknüpftdie Ortnitsage mit den Dietrichssagen: der Wurm wurde erschlagen von Dietrichs von Bern Ur-ahn (d. i. Wolfdietrich).
Das Gedicht zerfällt deutlich in zwei Teile, das Werbungs- oder Braut-fahrtmotiv und den Drachenkampf. Die ursprüngliche Sage stammt ausRußland; Hertnit oder Ortnit ist König von Gardareich (Nogarden = Now-gorod) in Rußland und wurde in der deutschen Sage durch ein Mißverständ-nis an den Gardasee versetzt, also ins Langobardenreich. Sein VerwandterIlias ist ein berühmter Held der russischen Sage. Die Verbindung mit dieserzu dem deutschen Epos bildeten niederdeutsche Lieder; aus solchen wurde dasobd. Epos von einem Ostfranken in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts 1
in Sage u. Dichtung, Progr. Crefeld 1891; El. Rolf Schröder, Nibelungenstudien, 1921,Hugo Meyer, Zum Ortnit, ZfdA. 38, 65-87 16 f.; Arnold Mock, Untersuchungen zu Ort-(s. auch ZfdA. 37, 346-48); Golther, Dt. Hei- nit u. Wolfdietr. A, Bonn. Diss. 1924; Franzdensage 1894 aaO. S. 49-52; Alb. Ilg, Beitr. Härder, Ubergangsformeln am Schlüsse vonz. Gesch. d. Kunst usw., 1896, 149-53; Paul, Kapiteln usw., Beitr. 48, 104 ff.; Naumann,bidrekssaga, Münch. SB. 1900 S. 314 ff.; Vo- Festschrift Ehrismann 1925, 91 f.; Ders., Ort-retzsch, Epische Studien I, 1901, Beitr. z. nit der edle Heide, ZfDtschkde 40, 1926, 28;Gesch. d. frz. Heldensage S. 250-74. 318-52, Schneider, Germ. Heldensage I, 1928, 351411 ff.; W. Vogt, Ortnits Waffen, Festschr. -61; K. zur Nieden, Ortnit u. Wolfdietrich,Breslau 1902; Priebe, Altdeutsche Schwert- 1930. — Zwergensage: Seemüller, Die Zwer-märchen, Kiel. Diss. 1906; Baesecke, Münch- gensage im Ortnit, ZfdA. 26, 201-11; Lüt-ner Oswald 1907 Reg. S. 442 f.; Wilhelm, jens, Der Zwerg aaO. pass. u. Reg. — 16 Hss.Über fabulistische Quellenangaben, Beitr. 33, alter Druck: Amelung, Ausg. L. IX ff.;332; Wilmanns, GgA. 1909 S. 122 Anm.; Kautzsch, Festgabe f. Sievers 1896, 292;Heusler, Hoops Reallex. (Dienstmannen- Lunzer, Alte Lesezeichen in einer Ortniths.,sage); E.Mogk, Dt. Heldensage aaO. S. 42 f.; Beitr. 24, 545-47; Wegener, Bilderhss. d.Waldemar Lehnerdt, Die Anwendung der Heidelb. Univ.-Bibl., 1927, S. 19.Beiwörter i. d. mhd. Epen von Ortnit u. Wolf- r Sprache: Zwierzina, ZfdA. 44 Anz. 26 Reg.dietrich, 1910; Schneider, Wolfdietrich, 1913, S. 353. 45 Anz. 27 Reg. S. 348.Reg. S.416f.; Ders., ZfdA. 58, 127 f.; Fr.