152 Die erzählende Dichtung
Wien. SB. 199, 1923; Zallinger, Heirat ohne „Trauung" im Nibelungenlied u. in der Gudrun,Festschr. Redlich 1928. — Max Herrmann, Forschungen zur deutschen TheatergeschichteS. 194 f. (Gesten); Alb. Ilg, Beiträge zur Geschichte der Kunst u. der Kunsttechnik, 1896,81-90.
Sprache, Stil, Metrik. Piper S. LVII-LIX; Symons 2 S. LXXVI ff. XCVII-CI. CVII.
Sprache. Bartsch, Beiträge z. Gesch. u. Kritik der Kudrun, Germ. 10, 41-91. 148-223;A. Neumann, Die Stellung des Attributs ohne Flexion in der Kudrun, 1886; Hans Kny, DerGebrauch der Negation im Kudrunliede, Progr. Bielitz 1880; A. Ebner, Die Verba auxiliariakunnen und soln in der Gudrun, Progr. Melk 1880; Emil Wangrin, Die Syntax der Kausal-sätze in der Kudrun, 1887; H. Kuhlmann, Die Konzessivsätze im Nibelungenliede u. in derKudrun, Kiel. Diss. 1891; O. Toifel, Einige ungewöhnliche Satzstellungen in der Kudrun,Progr. Salzburg 1897; Zwierzina, Anz.26 Reg. S.351. Anz.27 Reg. S. 345 f.; P. Ebeling,Der syntaktische Gebrauch der Partizipien in der Kudrun, Progr. Halle 1902; BEHAGHEL,ZurKudrun, Beitr. 39, 134; Harald H. Bender, 'Aizb xotvoö in Gudrun, Journ. of Engl, andGerm. Phil. 11, 1912, 565-73; Jellinek, Zur Sprache der Kudrun, Beitr. 40, 462-67; Schrö-der, Zur Kudrun, Gott. Nachr. 1917, 21-37. 1918, 506. 1919, 38. 158 (Grammat. Formen imReim u. im Versinnern); Gottlieb Stolz, Epitheta ornantia im Kudrunlied, im Biterolf u. imNibelungenlied, Tübing. Diss. 1930.
Stil. Im epischen Ausdruck ist ebenfalls das Nibelungenlied Vorbild fürdie Gudrundichtung. Im allgemeinen muß das Urteil über ihren Stil folgen-dermaßen lauten: Es besteht ein Mangel an Anschaulichkeit, es finden sichWidersprüche und Wiederholungen; Variationen werden gern als stilistischesMittel angewendet. Der Dichter hat weniger Gewicht auf die sprachlicheForm gelegt als auf den inneren Gehalt, und meisterhaft zeichnet er die Cha-raktere (Panzer, Hilde-Gudrun S.30-140). 1
Metrik. Die Gudrunstrophe hat sich aus der Nibelungenstrophe entwickelt,die Zeilen 3. 4 haben weiblichen Reim und die letzte Halbzeile hat eineHebung mehr, also 5 Hebungen; die Zäsuren sind nicht gereimt, nur 401Strophen haben Zäsurreime, 101 Strophen sind Nibelungenstrophen; Zäsur-reime und Nibelungenstrophen sind das Werk von Bearbeitern. Müllenhoffhat in seiner Ausgabe 1845 (s. oben) als „echte Teile des Gedichtes" nur415 Strophen in zwei Liedern angenommen; dieses Epos Hilde-Gudrun istaus Liedern entstanden (Übertragung von Lachmanns Liedertheorie desNibelungenliedes auf Hilde-Gudrun). 2
Der Dichter hat im Sinne der höfisch-ritterlichen Kunstübung eines der' hervorragendsten Werke der mittelhochdeutschen Zeit geschaffen, in welcherdas Ritterideal mit den hohen Werten der Tapferkeit und der Minne obenanstand.
1 Literatur zum Stil. Panzer, Hilde-Gudrun ZfDtschkde 1926, 22-34.S. 30 ff.; Schneider, German. Heldensage I, 2 Literatur zur Metrik. Symons 2 S. LXXVI ff.371 ff. — Julius Schmedes, Untersuchungen — Symons, Zur Kudrun, Beitr. 9, 1-100;über den Stil der Epen Rother, Nibelungenl. Strobl, Über die Entstehung der Kudrun-u. Gudrun, Kiel. Diss. 1893; P. Steinhäuser, Strophe, ZföG. 27, 881-86; O. Brenner, ZumDie künstlerische Darstellung des Kampfes in Rhythmus der Nibelungen- u. Gudrunstro-den echten u. unechten Teilen der Kudrun, phen, Beitr. 19, 466-71; Panzer, Hilde-Gud-Progr. Berlin 1899; H. Groth, Vergleich, Me- run S. 16 ff.; Panzer, Beiträge zur Kritik u.tapher, Allegorie und Ironie im Nibelungen- Erklärung der Gudrun I. Die Nibelungenstro-lied u. in der Kudrun, Progr. Charlottenburg phen, ZfdPh. 34,425-53; Schröder, Zur Über-1879; W. Jungandreas, Die Doppelformen lieferung und Textkritik der Kudrun, Gott,in der Kudrun, ZfdPh. 53, 129-38; Naumann, Nachr., s. oben.