146 Die erzählende Dichtung
klärung der Gudrun, ZfdPh.34, 425-53 (die Nibelungenstrophen). 35, 28-46 (Erklärung desTextes); Francis E. Sandbach, The Nibelungenlied and Gudrun in England and America,London 1903; R. C. Boer, Untersuchungen über die Hildesage, ZfdPh.40, 1-66. 184-218.292-346; Panzer, Deutsche Heldensage im Breisgau, 1904; J. Schatz, Ein Zeugnis zur Hilde-sage, ZfdA. 50, 341-45; Max Rieger, Zu Müllenhoffs Kritik der Kudrun, ZfdA. 51, 80-101;Heinzel, Kleinere Schriften, 1908, Register S. 452; O. L. Jiriczek, Kudrun u. Dietrich-Epen,Göschen, 4. Aufl. 1908; Th. Frings, Hilde, Beitr. 54, 391-418; Heusler, Hoops Reallex. II,520 f. III, 113 f. IV, 488-90; Heusler, ZfdA. 52, 105; Schröder, Zur Überlieferung u. Text-kritik der Kudrun I-VII, Gott. Nachr. 1917, 21-37. 1918, 506-16. 1919, 38-60. 159-69. 1920,285-306; Meissner, Gustrate, ZfdA. 60, 129-47; Jellinek, Zur Kudrun, Beitr. 40, 446-67(Herwigs Werbung, Hartmuts Werbung, Kudruns Lachen, Zur Sprache der Kudrun); Wilhelm,Ein wichtiges Regensburger Zeugnis für die Hildesage im 12. Jh., Beitr. 33, 570-72; Schnei-der, Wolfdietrich, 1913, S. 21.4; K. Droege, Zur Geschichte der Kudrun, ZfdA. 54, 121-67;Franz Saran, Kudrun, Handbücherei f. d. deutschen Unterricht 1. Reihe Bd. 3, 1922; Fr.v. d. Leyen, Deutsches Sagenbuch 2. Teil, Die deutschen Heldensagen, 2. Aufl. 1923, 232-52;Much, Der germanische Osten in der Heldensage, ZfdA. 57, 145-76; F. Brie, Zur Entstehungder Kudrundichtung, Arch. 142, 173-76; Frings, Zur Geographie der Kudrun, ZfdA. 61, 190-96; K. E. Freitag, Wülpensand u. Morlant, Neophil. 13, 1927, 256-64; W. Jungandreas,Die örtlichkeit der Gudrunsage, Mitteil. d. Ver. f. Schles. Volksk.28, 19-38; Schneider,Festschr. Ehrismann 1925,118 f.; H. Repp, Das Problem des Tragischen in der Gudrunliteratur,Köln. Diss. 1928; Schneider, German. Heldensage I, 1928, 361-77; Sievers, Die stimmlicheGliederung des Küdrüntextes, Beitr. 54, 391-456; Martha Kübel, Das Fortleben des Kudrun-epos, 1929; Heinr. Schröder, Altnord. Hjdaningar — nhd. Hegelinge, ZfdPh. 54, 181-87;Jellinek, Kudrun, Festgabe Singer 1930, 20-28; Hertha Marquardt, Die Hilde-Gudrunsagein ihrer Beziehung zu den germanischen Brautraubsagen und den mhd. Brautfahrtepen, ZfdA.70, 1-23; Dilthey, Das nationale Epos (Gudrun, Nibelungenlied) in Dilthey, Von deutscherDichtung u. Musik, 1933, 145-87. — Siehe LG. II, 2, 222 f.
Texterklärungen, Stellen. J. Grimm, Zu Gudrun, Kl. Sehr. 7, 92 ff.; G. L. Klee, Germ.25, 396-402; Bech, Germ. 32, 116; Sprenger, ebda S. 330-32; O. Erdmann, ZfdPh. 17, 226 f.;O. v. Zingerle, ZfdA. 38, 194-98. 44, 137-46; Schröder, ZfdA. 38, 198-201; E.Joseph u.Edw. Schröder, ZfdA. 44, 232^10; Jellinek, Beitr. 15, 305; Baesecke, Kudrun 101 u. 102und Heinrich der Löwe, ZfdA. 50, 129-32. — Panzer, Beiträge zur Kritik u. Erklärung derGudrun 2. Zur Krit. u. Erkl. des Textes, ZfdPh. 35, 28-46 (s. oben).
Unser zweites großes Heldengedicht neben den Nibelungen ist die Gudrun(Kudrun, Hilde-Gudrun); Nibelungen und Gudrun überragen an künst-lerischer und überhaupt an literarischer Bedeutung alle andere Heldenepik.Sie stehen nebeneinander und ergänzen sich im geistigen Haushalt der Zeit.In den Nibelungen ist der Schauplatz das Inland, Rhein und Donau; in derGudrun weht Meerluft. Die Nibelungen sind kraftvolle Heroendichtung, vongewaltigen Taten wird mit furchtbarem Ernst berichtet, übermenschlicheKräfte sind am Werk, wild dämonenhaft; das Ende ist Untergang. DasGudrungedicht ist viel ruhiger, milder, bei allem Ernst doch heiterer; dasEnde ist Versöhnung. Die beiden weiblichen Hauptgestalten verkörpern die-sen Gegensatz: Kriemhild nach des Gatten Tode die vdlandinne, eine gran-diose Vernichterin, die alles Menschliche abgetan hat; Gudrun, nicht vonso schweren Schicksalsschlägen getroffen, geduldig ausharrend im Leiden,doch ihren Stolz als Fürstentochter bewahrend. Die bewegende sittliche Kraftist in beiden Gedichten die Treue, in den Nibelungen die Gattentreue, in der