Das Nibelungenlied 141
auch Martin, Wolfram-Ausgabe Bd. II Reg.); Heusler, Nibelungensage u. Nibelungenlied.1. Ausg., S. 88. 127; Schröder, ZfdA. 59, 244; Leitzmann, ZfdA. 61, 49-56; RumoldesRat s. oben. — Sigfridsage und Tristansage: Sarrazin, ZfvglLitGesch. 1, 1887, 262 ff.;Singer, Anz. 14, 233-41. — Nibelungen und Rosengarten: J. Körner aaO. S. 34. — Nibe-lungen beim Marner: W. Grimm, Heldensage, Reg. unter Marner. — Im jüngeren Titureled. Hahn Str. 3312. In Hugos von Trimberg Renner V. 16188 ff. — Im Beowulf: UhlandsSchriften 8, 479-504; W. E. Leonard, Beowulf and the Nibelungen couplet, Univ. of Wisconsinstudies Nr. 2, Madison 1919; J. Körner, aaO. S. 42.
Sprache, Stil und Metrik im Nibelungenlied
Die Sprachformen zeigen bayrisch-österreichische Merkmale. 1Der Stil 2 der Heldenepen ist typisch, trägt eine ihnen allen gemeinsameArt, der Stil der höfischen Epen ist individuell, jeder einzelne der Dichter hatseine besondere Ausdrucksweise. So ist der Stil unseres Nibelungenliedes for-melhaft, gewisse sprachliche Wendungen kehren beim Auftreten gleicher in-haltlicher Motive wieder, doch bleibt ihre Verwendung hier maßvoll im Ge-gensatz zu den Spielmannsepen wie Orendel (vgl. LG. II, 1, 345): Zweiglied-rige Zwillingsformeln: liep unde leit, Hute unde laut, mdge unde man, riterunde frouwen, küene unde balt; stehende Epitheta: Günther der küene, Sifritder küene, Hagene der küene, Hagene der starke, der grimme Hagene ; hyper-bolische Wendungen: die schcenste die man flndet,man sach nie so riehen man,ein vil edel magedin daz in allen landen niht schoeners mochte sin; Ortsbestim-mungen : in Burgonden laut, in Etzelen lant, da zen Burgonden; Zeitbestim-mungen: an einem morgen vruo; formelhafte Zahlen: drei Burgundenkönige,zwölf Helden begleiten Sigfrid, inre tagen zwelfe, wol hundert siner man; Quel-lenberufungen : Uns ist in alten maren Wunders vil geseit, als uns diu äventiureseit, als ich vernomen hän, so wir hozren sagen ; Wahrheitsbeteuerungen: dazist war, üf die triuwe min; Hindeutungen auf das Kommende: dar umbemuosen degene vil Verliesen den lip, sie stürben jämerliche sint von zweier edelnfrouwen nit, daz muose sit beweinen vil manic woetlichez wip; Gleichnisse fehlen.Der Stil des Heldenepos ist viel einfacher als der des höfischen Epos. Zumfesten Bestand der Heldenepen gehören, abgesehen von Kämpfen und Festen,gewisse andere Stoffgebiete, nämlich Schilderungen der Gestalt, der Kleider,der Waffen. Die ganze Darstellungsweise ist hier einfacher, eintöniger,
1 Zwierzina, Mittelhochdeutsche Studien, Die Litotes u. ähnliche Figuren im Nibelungen-ZfdA. 44 u. Reg. Anz. 26, 352.45 u. Reg. Anz. lied, Würzburg. Diss. 1913; J. Körner, Das27, 347 f. Nibelungenlied aaO. S. 93-116; Naumann,
2 0. Vilmar, Reste der Alliteration im Nibe- Die jüngeren Erfindungen im Heldenroman,lungenliede, Marburger Diss. 1855; Esser, Die ZfDtschkde 1926, 22-34; Hennig Brink-Formen der Periode im Nibelungenliede, Progr. mann, Zu Wesen u. Form mittelalterlicherWeißenburg 1880; Friedr. Reinhardt, Die Dichtung, 1928, S. 95. 179 f. 182; GottliebCausalsätze u. ihre Partikeln im Nibelungen- Stolz, Epitheta ornantia im Kudrunlied, imliede, Hall. Diss. 1884; Georg Radke, Die Biterolf u. im Nibelungenlied, Tübing. Diss.epische Formel im Nibelungenliede, Kiel. Diss. 1930; Siegfried Beyschlag, Zeilen u. Haken-1890; H. Kuhlmann, Die Konzessivsätze im stil, seine künstlerische Verwendung in derNibelungenliede u. in der Gudrun, Kiel. Diss. Nibelungenstrophe u. im Hildebrandston,1891; Julius Schmedes, Untersuchungen üb. Münch. Diss. 1933 u. Beitr. 56, 225-313. —d. Stil der Epen Rother, Nibelungenlied u. Siehe unten kleinere Heldengedichte.Gudrun, Kiel. Diss. 1893; Arthur Krause,