Sonstige Erzählungen 111
1052 V. (GSA. Nr. 7, Bd. I, 129-64 u. S.Cff.; Lit.: Goedeke l 2 , 223; LG.II, 1, 274 Anm.2) und in „Die Königin von Frankreich und der un-getreue Marschalk, 678 V. (GSA. Nr. 8, Bd. I, 165-88 u. S. CIV ff.; Karg,GRM. 11, 1923, 328; einem alemannischen Dichter Schondoch, 2. Hälftedes 14. Jahrhunderts, zugeschrieben: Goedeke aaO.).
Einige Erzählungen bewegen sich noch in ritterlicher Umwelt. Aber es istdoch nicht mehr die alte, höfische Vornehmheit und Ausschließlichkeit vor-handen, wie schon Der Junker und der treue Heinrich 1 zeigt: EinJungherre hat sein Gut beim Turnieren vertan und zieht mit seinem KnechtHeinrich nach Zypern, wo ein Lanzenstechen angezeigt ist, dessen Sieger dieHand der Königstocher gewinnen soll. Nun spielt ein Märchen hinein. DerJunker hat einem Vogel den Wunderstein abgejagt, mit dem er sich selbst ineinen Vogel verwandeln kann. Als solcher fliegt er zu der Prinzessin, und sieminnen sich. Dann siegt er dreimal im Turnier, und am letzten Abend findetdie Vermählung statt. Von der höfischen Lebensauffassung hat diese Novelleschon weiten Abstand: es handelt sich vielfach um Geld, und in der Minnewird die Sinnlichkeit zu stark hervorgehoben, 2189 V. Der Ort der Ent-stehung ist Mittelfranken, die Zeit das 14. Jahrhundert.
Durch eine bedenkliche Sinnlichkeit entfernt sich auch die Heidin 2 vomgut höfischen Geschmack: Ein Heidenkönig hat eine schöne Frau; ein über-rheinischer Graf hört von ihrer Schönheit, begibt sich elf Jahre lang aufAbenteuer und lernt sie schließlich kennen. Er bittet um ihre Minne, sie ergibtsich ihm nach langem Weigern, dann fährt sie in Abwesenheit ihres Mannesmit ihm in seine Heimat und läßt sich taufen.
DerBusant 3 (1074 V.; Sprache nördliches Elsaß, Zeit: um 1300), obgleichin hohen Kreisen spielend, hat insofern bürgerlichen Einschlag, als der Held
1 GSA. Nr. 64, Bd. III, 187-255 u. S. LXXI; Bartsch, Md. Gedichte S. XIV-XX. 40-72;K. Kinzel mit Einleitung u. Anmerkung hgb. Ludw. Pfannmüller, Kleine Texte Bd. 92,1880 [Heidelberger Hs., 2189 V.], dazu Be- 1912; I. II. III hgb. Pfannmüller, Die vierhaghel, Lbl. 1880,428, Martin, Anz. 7,205f., Redaktionen der Heidin, Pal. 108, 1911, dazuBusch, ZfdPh. 12, 494-96, Kummer, ZföG. Helm, Lbl. 1914, 195 f., Rosenhagen, DLz.1882, 133-35; Seb. Englert [Dillinger Hs.], 1917, 1470-75. — Lit.: Piper, Höf. Ep. 3,hgb. 1892, dazu Kinzel, Anz. 19, 192-94, 525-28.; Abhandl.: Pfannmüllers Ausg.;Rosenhagen, ZfdPh. 26, 127-32, Wacker- K. Maeker, D. beiden ersten Redactionen desnell, Alem. 21, 294-97, Kochendörffer, mhd. Ged. von der Heidin, Berl. Diss. 1890;DLz. 1894, 12-14, Leitzmann, Lbl. 1894, Stehmann, Studentenabent. S. 23. 140 f.;108 f.; v. Kraus, Dt. Ged. d. 11. u. 12. Jh.s Barth, Liebe u. Ehe S. 261-64; Karg, GRM.S. 148. — Lit.: Piper, Höf. Ep. 3, 522. — 11, 1923, 326. 335; Leitzmann, Beitr. 48, 67Stehmann, Studentenabenteuer S. 136-38; -70; Naumann, Festschr. Ehrismann 1925Leitzmann, Beitr. 48, 278-89). S. 95'; H.-Fr. Rosenfeld, Mhd. Novellenstu-
2 Das Gedicht ist in vier Redaktionen ver- dien S. 198. 201; Ders., Neuphilol. Mitteil. 31,schiedenen Umfangs erhalten aus der Zeit etwa 1930, 89 f. — Bolte-Polivka 3, 363.
des späten 13. Jh.s bis zur Mitte des 14. Jh.s: 3 GSA. Nr. 16, Bd. I, 331-66 u. S.CXXXIII
I. Die älteste und kürzeste Redaktion, 1172 V. ; ff.; Meyer-Benfey, Mhd. Übungsstücke 2
II. Erweiterte Fassung (in Püterichs Ehren- S. 112-31. — Alt. Lit.: Piper, Höf. Ep. 3,brief [ZfdA. 6, 51 Str. 107] ist diese betitelt als 537. — Abhandl.: Eugen Glaser, Üb. d.„Wittich vom Jordan" gedichtet von Meister mhd. Ged. „ Der Busant", Gott. Diss. 1904;Ruediger von Hindihofen [richtiger Hünch- Reinhold Köhler, Germ. 17, 62-64 u. Kl.hoven, s. „Der Schlegel"], 2628 V.). III. Auf- Sehr. 2, 1900, 351-55; Leitzmann, Beitr. 48,Schwellung von II, 4628 V.; IV. 1902 V., Ausg. 64-66. — Neues Brachst.: Priebsch, Beitr.GSA. Nr. 18, Bd. I, 383^*39 u. S. CXLIII ff.; 46, 45-51).