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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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Die erzählende Dichtung

ein ernstes, ergreifendes Zeitbild, das den Hörer oder Leser aufrütteln undbis ins innere Mark erschüttern soll. Es stellt sich ein gesellschaftlich-ge-schichtliches Bild, eingekleidet in eine Familiengeschichte dar, in letztemBetracht die Objektivierung einer transzendenten Idee, der göttlichen Welt-ordnung, die in der Lebensordnung irdisch wird. 1

Die Forschung hat sich oft und eingehend mit der Person des Verfassers,der Zeit der Abfassung und dem Schauplatz der Handlung beschäftigt. 2Der Dichter nennt sich selbst im letzten Verse 1934 (Hs. A, B hört schonV. 1922 auf) Wernher der Gartencere. Der Name hat verschiedene Erklärun-gen gefunden, es war wohl ein Familien- oder ein von ihm als Fahrendemangenommener Name. Denn ein solcher war er von Beruf (vgl. V.848 sxvievil ich vor entvadele, auf der Wanderschaft), und vor den Höfen trug er seineKunst vor. Die Zeit der Abfassung ist nur im allgemeinen zu erschließen,als nach 1246 und vor 1282 liegend (nach dem Tode Neidharts, V.217

kundl. Bücherei; Clair Hayden Bell, Pea-sant life in Old German epics. Meier Helm-brecht and Der arme Heinrich.Translated fromthe Middle H. Germ., New York 1931, dazuWesle, DLz. 1933, 543 f. Die vielen Überset-zungen zeugen von dem Gegenwartsinteressefür diese sozialgeschichtliche Erzählung. —Textkritik, Stellen s. Panzer* S. XX,nachher erschienen: Panzer, Beitr.49,142-51;Clair Hayden Bell, Mod. Lang. Notes 39,1924, 372-76 (zu V. 1251); Lunzer, Beitr. 53,195-207; Erich Klibansky, Gerichtsszene u.Prozeßform, 1925, S. 57-59; Strothmann,Gerichtsverhandlung, 1930, S. 27 f. — H.Nau-mann, Dt. Vjschr. 1, 1923, 141 f. (üb. d. Jar-gon des jungen Helmbr.). Max Ittenbach,Höf. Symbolik II, Helmbrechts Haube, Dt.Vierteljahrsschr. 10, 1932, 404-11. 2 Hss.,Haupt, ZfdA. 4, 318; Panzer 4 S. V-IX u.Beitr. 27, 88-112; Schiffmann, Beitr. 42, 14-17; Schwietering, Demutsformel S. 13 f.;C. E. Gough, Notes on the mss. of the mhg.poem „Meier H.", Proceedings of the Leedsphilos. society 1, 1927, 130-37.1 Abhandlungen. Lit. bei Panzer 4 , Ein-leitung. — Haupt, ZfdA. 4, 318-21: Hss.;Name des Dichters Gartencere „appellativi-scher Beiname"; Fahrender; Zeit: nach Neid-harts Tode; Schauplatz: Bayern. — PfeifferForschung u. Kritik, 1863 = Wien. SB. 41,286 ff.: Schaupl. Traungau; Dichter ist Fah-render, Name Gart, von garten umherwandern;textkrit. Bemerkungen. — Keinz, Ausg. 1 ,1865: Schaupl. (mit älterer Lit.) Innviertel;Dichter ist Pater Klostergärtner (Keinz Ausg. 1hat nach dem Erscheinen fast allgemeine Zu-stimmung gefunden, s. Conr. Hofmann,Münch SB. 1, 1865, 4). — Carl Schröder,Germ. 10, 455-64: Schaupl. Traungau; Dich-ter identisch mit dem Spruchdichter BruderWernher (dagegen Rich. Schröder, ZfdPh. 2,302-5, Rudloff [s. unt.], widerlegt von Pan-

zer 4 S. X f. — Scherer, Kl. Sehr. 1, 715 f.:Name bedeutet „Gärtner" (s. ob. Haupt). —A. Rudloff, Untersuchungen zu M. Helmbr.,Rostock. Diss. 1878 (dazu Martin, GgA. 1883,899 ff., Steinmeyer, Anz. 5,429): M. Helmbr.u. d. höf. Dorfpoesie; Wernh. d. Gart. u. diehöf. Didaktiker; Zeit; Person (Fahrender);Schaupl. Traungau. — Ludw. Fulda, Über-setzung [o. J.] (dazu Lambel, Lbl. 1892, 368ff.): Zeit; Schauplatz (= Keinz), Person(= Keinz). — Edw. Schröder hat Anz. 10,58 darauf hingewiesen, daß der böhmischeGruß dobrayträ V. 724 erst zur Zeit der böh-mischen Herrschaft, also nicht vor 1246 südl.der Donau in Gebrauch gekommen sein werde.— Rich. Müller, ZfdA. 31, 95-103: Bedeu-tung der Mannhartsviertel für d. M. Helmbr. —Max Shlickinger, 51. Jahresber. üb. d.Mus. Francisco-Carolinum, Linz 1893 u. SA.:Schaupl. Innviertel, dazu Keinz, Anz. 20,258-66, Schlickinger, ZfdPh. 29, 218-23,Löschhorn, DLz. 1894, 824 f. — J. Strnadt,Anz. 20, 262 f.: Traungau. — Panzer, Beitr.27, 88 ff.: Innviertel. — Konr. Schiffmann,ZföG. 55, 1904, 709-18: Dichter ein Ministe-riale, Schaupl. nicht Innviertel noch Traungausond. Niederösterreich; Zeit: 1252-82; s. JB.1907 S. 125. — Schiffmann, Beitr. 42, 1-17:Schaupl. Niederösterreich; Dichter vielleichtaus d. Familie Gärtner in Krems; Hss. —Wilhelm, Zur Abfassungszeit d. M. Helm-brecht u. des jüngeren Titurel, Münch. Mus. 3,1918, 226-28; M. Helmbr. nach j. Tit., alsoetwa zwischen 1270u. 1282.— Karl Stechele,Altbayr. Monatsschr. 15, 25-31: Verf. Ritter;Schaupl. — C. E. Gough, The autorship of„the mhg. poem M. Helmbr.", Proceedings ofthe Leeds philos. soc. I, 1926, 51-58. 130-37(Hss.).

2 Hs. A, Hs. B hört schon V. 1922 auf;Schwietering, Demutsformel S. 13-15.