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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
Entstehung
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LOHENGRIN 79

religiösen Sprüchen; III und VII haben den Inhalt moralischer Sprüche; dasPrunken mit dunkelm Wissen (VI) ist eine charakteristische Eigenschaft desStandes der fahrenden Spruchdichter.

Die beiden Hauptstücke I und II, Fürstenlob und Rätselstreit, unter-scheiden sich wie im Inhalt so auch in der Form. Das Fürstenlob ist im„Thüringer Herrenton" abgefaßt, der Rätselstreit in „Klinsors Schwar-zem Ton". 1 In jenem gehen auch die Stücke VI und VII, in diesem noch III,IV, V.

Trotz allen Bemühungen ist es der Forschung bis jetzt nicht gelungen,die Verwirrung der Handschriften endgültig in Ordnung zu bringen, und so-mit ist auch die Entstehungsgeschichte des Ganzen und die Frage nachder Verfasserschaft bei den einzelnen Teilen noch nicht geklärt. 2 Der herr-schenden Annahme nach waren die beiden Teile I und II ursprünglich ge-trennt und existierten längere Zeit für sich; der Rätselstreit, um 123CM0 ver-faßt, ist älter als der Sängerkrieg, der um 1260 entstand. Wann alles diesmiteinander verbunden wurde, wurde noch nicht ermittelt. An die beidenHauptteile schlössen sich dann spätere Zusätze, Nr. III— VII, an. 3

Über den Stil und die Sprache (Mundart thüringisch), ebenso über dieMetrik des Gedichtes gibt es noch keine Untersuchungen; es fehlt eben eingereinigter Text.

Lohengrin

Lit.: Piper, Höf. Ep. 3, 56 f. 66 ff.; Panzer, Wolfram-Bibliographie S. 24 f. 28 f. — Ausg.:Heinr. Rückert 1858, dazu Bartsch, Germ. 3, 244-51; früherer Abdr.: Ferd. Gloekle, hgb.von Jos. Görres, 1813, dazu J. Grimm, Kl. Sehr. 6, 134-44. — Übers.: A. Junghans, beiReclam. —Abh.: Rückerts Ausg. S. 224-63; Ad. Strack, Emil Oldenburg s. oben bei Wart-burgkrieg.; Ernst Elster, Beitr. zur Kritik des Lohengrin I, Leipz. Diss. 1884, dazu Alw.Schmidt, DLz. 1885, 158, Cbl. 1884, 1528-30; die ganze Abh. von Elster: Beitr. 10, 81-194Fr. Panzer, Lohengrinstud. 1894, dazu Golther, Lbl. 1895, 222, Kraus, ZföG. 48, 1-20R. Heinrichs, Die Lohengrindichtung und ihre Deutung, 1905, dazu JB. 1905, 2. Teil S. 136Golther, Der Lohengrin im Verhältnis zu den mittelalterlichen Kulturzuständen, Ges. AufsS. 85-103 (geht von Wagners Lohengrin aus, s. auch ebda S. 104-10); Ders., Gralb. S.245-54Ders., Parz. in der dt. Lit. 1929, 38 f.; Sparnaay, Verschmelz. legendär, u. weltl. Motive S. 135-43; Werland, Die Lohengrinsage in der cleveschen Gesch., Der Türmer 2, 1926/27, 104-09;Dora Busch, Studien zum IL Teil des Lohengrin, ZfdA. 69, 305-320; s. LG. II, 2, Reg. S. 345.— Stellen: Jellinek u. Kraus, ZföG. 44, 688. 697 u. ö. — 3 Hss., 2 Bruchst.: Rückert, Ausg.S. 204 ff.; Bartsch, Germ. 7, 274 f.; Elster, Beitr. 10, 84; Panzer, Lohengrinstud. S. 5-11;Schnelbögl, Beitr. 54, 1-64; Wegener, Bilderhss. d. Heidelb. Univ. — Bibl. S. 83-85; s. auchunter Lorengel.

1 Thür. Herrenton: 2 Stollen zu je 4 Versen, Ausg. S. 224 ff.; Wilmanns, ZfdA. 28, 206ff.;Abgesang 8 Verse, durchgehends gekreuzte, Ders., Anz. 10, 326-31; Roethe, Reinm.stumpfe Reime; Klinsors Schwarzer Ton: S. 79 ff.; Strack, Oldenburg aaO.

2 Stollen zu je 3 Versen, ab stumpf, c klin- 3 So auch noch zwei Gedichte in Klinsors

gend, Abgesang 4 Verse, ad klingend, bc Schwarzem Ton: „Gedicht auf den Zau-

stumpf. Die erste Form nähert sich mehr dem berer Virgilius", hgb. Bartsch, Germ. 4,

epischen Vortrag, die andere ist rein lyrisch. 237-40; und in derselben Hs. (Wiltener Hs.):

2 Die Geschichte der Forschung: Simrock „Der Hölle Krieg", hgb. Zingerle, ebda 6,S. 241-43; Piper S. 61-66. —Die Anordnung: 295^04, das an Str. 143 von V, Totenfeier,Simrock S. 243-71; Rückert, Lohengrin, anschließt.