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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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54 Die erzählende Dichtung

sich an historische Wappenbilder anlehnt. 1 Alles in allem ist das Werk aller-dings nur ein Virtuosenstück; ohne Tiefe. Als solches erweist es sich auch durchdie vielen wörtlichen Selbstwiederholungen und Entlehnungen aus seinenandern Dichtungen. 2

An Konrad v. Würzburg hat sich eine apokryphe Literatur angehängt,deren Verfasser mit seinem Namen offenbar Reklame machen wollten, soder schmutzige Schwank 3 Von der halben Birne, Die falsche Beichte,Alten Weibes List, 4 auch ein Ave Maria einer Heidelberger Handschrift. 5In einer in Bruchstücken erhaltenen Legende von St. Nicolaus wollteBartsch ein Jugendwerk Konrads erkennen. 6

c) DAS ERBE DER ALTEN(etwa 123080)

Reinbot von Durne hat in seinem Heiligen Georg eine ritterliche Legendegeschaffen, und dieses Gedicht kann, eben weil sein Held ein Ritter ist,passend unter den höfischen Epen eine Stelle finden, ähnlich wie WolframsWillehalm.

Ausg.: v. d. Hagen u. Büsching, Dt. Gedichte d. MA.s Bd. 1, 1808 (Abdr.: S. Berl. Hs.);Ferd. Vetter, 1896, dazu Kraus, Anz. 25, 38-61, Cbl. 1896, 1198-1200; Behaghel, Lbl. 1898,49; maßgebende Ausg.: C. v. Kraus, 1907 dazu Helm, Anz. 32, 277-85; Rosenhagen, ZfdPh.45, 496-504; Martin, DLz. 1907, 3042-44, Cbl. 58, 610 f., Wallner, ZföG. 59, 1909, 1093-1101,Piquet, Rev. crit. 1907, I. Abhandl.: Steinmeyer, ADB. 28, 5; Emil Öhmann, ReinbotsHeil. Georg u. die Kindheit Jesu, ZfdA. 68, 270-73. Stellen: Singer, Prager Dt. Stud. 8,311 f.; Mau, Guido u. Thyrus, Jen. Diss. 1909 S. 43 ff. 4 Hss., 5 Bruchstücke: v. Kraus,Anz. 25, 43 ff. u. Ausg. S. IX-LXXV; dazu neuerdings gefunden: H.-Fr. Rosenfeld, Beitr. 53,208-28.

Über seine Person läßt sich der Dichter mehrmals aus (V. 1-70. 1556-59.1722 f. 5329. 6129 ff.); von Dürne (Durne) Reinbot nennt er sich ([20].2858. [2873]. 4782. 6131). Er schrieb da ze Werde; unter dem hier angegebe-nen Orte versteht man jetzt ziemlich allgemein Wörth an der Donau, inder bayrischen Oberpfalz zwischen Regensburg und Straubing gelegen; hier-zu stimmt auch die Sprache. 7 Er war also Bayer, Oberpfälzer, gehörte aber

1 R. v. Mansberg, Wissenschaft. Beilage z. 360-83, Servatius S. LXXI u. Münchn. Mus.Leipz. Zeitg. 1884 Nr. 95 f.; Petersen, bes. 3, 229-31; Helm, Anz. 32, 279 f.; Kluck-S. 97f.; Galle S. 211 ff.; Bebermeyer, aaO. höhn, ZfdA. 52, 161; Rosenhagen, ZfdPh.

2 Pfeiffer, Germ. 12, 28; Bartsch, Ausg. 45, 498 ff.; Schröder, Anz. 24, 317 f., ebensoS. IX; Saran, Hartm. v. Aue als Lyriker, Schreiber, Neue Bausteine zu e. Lebens-1889, 42. gesch. Wolframs v. E. 1922, 52 ff., rechnen ihn

3 Schwanke unter Konrads Namen: Lit. s. zu den Dynasten von Durne, Walldürn an denHaupt, Engelhard 2 S.VIII; Goedeke, Grdr. östlichen Ausläufern des badischen Odenwal-l 2 , 300. 4 Siehe untenSchwanke". des, aber die Sprache ist nicht westl.-ostfrän-

6 Ludw. Sic, Das K. v. W. zugeschriebene kisch. Sprache: Vetter S. CXXXIV-

Ave Maria, Progr. Beil. Straßb. 1903. CXLVIII; v. Kraus, Ausg. in den Anmerk.,

6 Bartsch, Ausg. des Partonop. S. XII-XIV. bes. zu V. 1557 f. 2858; Zwierzina, ZfdA. 44,335-42 u. Germ. 29, 36^12; zurückgewiesen 364 f., Anz. 26 Reg. S. 346. 27, Reg. S. 342;von Steinmeyer, ZfdA. 19,228-36.21,417-25. s. auch Zwierzina, Festschr. Luick, 1925,

7 Heimat, Stand: Vetter S. CX ff.; Stein- 129. Die Sprache hat nahe Beziehungen zumeyer, Anz. 14, 145 f.,; Wilhelm, Beitr. 35, der des obd. Servatius (s. unten).