Konrad von Würzburg 35
bis zum Ende des 13. oder zum Anfang des 14. Jahrhunderts zurück), derenTexte, je nach der Benutzung der Rudolfschen Weltchronik, der Christherre-Chronik oder Heinrichs v. München, sehr verschieden sind. An die Stelle derHistorienbibeln traten dann schon seit dem 14. Jahrhundert die wirklichenBibelübersetzungen der lateinischen Vulgata (s. Bd. IV).
Gegenüber diesen „Reimbibeln" hat Heinrich v. München (erste Hälftedes 14. Jahrhunderts) eine wirkliche, über die biblische Zeit hinausführendeWeltgeschichte geliefert. Er setzte die Christherre-Chronik mit Zusätzen ausRudolfs Werk fort und benutzte zur Weiterführung eine Reihe von epischenDichtungen des 13. Jahrhunderts; seinen Namen gibt er an einigen Stellenan (Heinrich von Beierlant . .. von Münichen üz der werden stat). Die Hand-schriften weichen an Umfang sehr voneinander ab, da immer wieder neueZusätze von andern Verfassern angefügt wurden; manche gehen bis Ludwigdem Frommen, andere sogar bis auf Friedrich I. und Friedrich II., so daß ihrUmfang bis etwa 56000, ja sogar bis zu 100000 Versen anschwoll. 1 (Über dasBuch der Könige alter und niuwer e s. unten beim Schwabenspiegel.)
Konrad von Würzburg
Lit.: Baechtold S. 116-34 u. Anm. S. 36-39; Piper, Höf. Ep. 3, 165-344; Singer, LG. derdt. Schweiz im MA., S.21. 47f.; Ders., Die mittelalterl. Lit. der dt. Schweiz, Reg. S.208; Gol-ther, ADB. 44, 356-63; Bartsch, Liederdichter Nr. LXXIX f. — Hans Laudan, Die Chrono-logie der Werke des K. v. W., Gott. Diss. 1906, dazu Ehrismann, Lbl. 1907, 239 f.; Schröder,Studien zu K. v. W. I—III, Gott. Nachr. 1911, 1^7; IV. V ebda 1917, 96-129; O. Galle, Wap-penwesen u. Heraldik bei K. v. W., ZfdA. 53, 209-59; Friedr. Naumann, ZfDtschkde. 1928,36 f.; Hans Butzmann, Studien zum Sprachstil K.s v. W., Gott. Diss. 1930 (mit Lit.); Schrö-der, Einl. zu „Kleinere Dichtungen K.s v. W." I. II. III (1924. 1925. 1926, 2. Aufl. 1930 ff.),dazu Schröder, Anz. 43, 98. 74, 74 f. 45, 40 f., Gierach, DLz. 1925, 2144. 1926, 416 f., Piquet,Rev. crit. 59, 1925, 80 u. Rev. germ. 1926, 129 f.; Kurt Herb. Halbach, Gottfr. v. Straßb. u.K. v. Würzb. „Klassik u. Barock im 13. Jh.", dazu Arthur Witte, Anz. 51, 111-115, Ehris-mann, LB1. 1932, 205 f., Suolahti, Neuphilol. Mitt. 33, 1932, 247 f.; Andre Moret, Un artistemeconnu Conrad de Wurzbourg, Lille 1932; Ders., L'Originalitö de Conrad de Wurzbourg dansson poeme „Partonopier und Meliur", Lille 1933 (maßgebend und abschließend, mit reicher Lit.).
Es klafft kein Riß zwischen der Kunst dieser Periode und der vorher-gehenden ; auch der Stadtbürger Konrad schafft noch Idealbilder des Ritter-tums, seine Werke geben Zeugnis, wie das Bürgertum sich die feine Kulturdes Rittertums, die hövescheit, anzueignen bestrebt ist.
Konrad v. Würzburg war um 1220-30 in Würzburg geboren; vonbürgerlicher Herkunft, 2 war er Berufsdichter und fand Gönner 3 in Straßburg
1 Heinrichs v. München Weltchr. ist noch un- LXXXIII ff.; Ders., Eine weitere Quelle H.s
gedruckt.— Lit.: Strauch, ADB. 22, 725. — v. M., ZfdA. 30, 390-95; Schönbach, ebda
Jacobs u. Ukert, Beitr. zur älteren Litt. ... S. 218 f.; Wilhelm, Gesch. der Überlieferung
d. Bibl. zu Gotha II, 1836, 243-59; Vilmar von Strickers Karl S. 232-72; Petzet, Catal.
S. 12. 55 ff.; Massmann 3, 95-103. 189-91; cod. man. Bibl. Monac. V pars I S. 9 f.; Lei-
Ders., Eraclius S. 372 f.; Lachmann, Wolfram dinger, Bayer. Ak. aaO.
S. XXXVI ; W. Grimm, Dt. Heldensage 3 2 Vgl. wäre ich edel in Spruch Nr. 32, 189, ed.
S. 224 ff.; Martin, Dt. Heldenbuch 2, Schröder S. 61.
XLVIff.; Karl Schröder, Arch. 50, 1872, 3 Gönner: Pfeiffer, Germ. 12, 18 ff.; bes.
311-18; Schröder, Kaiserchr. S. 76; Singer, Schröder, Stud. IV, 96-111. V, 117 f. u.
Willehalm v. Ulr. v. d. Türlin S. IX f. ZfdA. 38,27-29. Aufgezählt auch bei Wacker-