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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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28 Die erzählende Dichtung

Damascenus, griechisch aufgezeichnet und im 12. Jahrhundert ins Lateinischeübertragen. 1 Eine lateinische Übersetzung (5, 4 ff. 403, 4 ff.) erhielt Rudolfvon Abt Wido von Kappel (im Züricher Gebiet, 1222-32). Seine ziemlich ge-naue Verdeutschung (16244 V.) fällt in die Jahre 1225-30.

Der lateinische Text der Legende wurde in viele abendländische Spra-chen übertragen, ins Altfranzösische, Provenzalische, Englische usw. 2 ImDeutschen gibt es außer Rudolfs Gedicht noch zwei Versbearbeitungen, dieeine von Bischof Otto II. v. Freising (1184-1220), 16704 V., 3 und eineandere, nur in Bruchstücken einer Hs. enthaltene Dichtung vom Ende des13. Jahrhunderts; 4 außerdem zwei Prosadrucke von 1476 und 1477.

Mit dem Alexander 5 (nach 1230) hat Rudolf die religiös-ethische Rich-tung des Guten Gerhard und Barlaam verlassen und stellt hier sowie im Wille-halm ritterlich-weltliche Idealbilder auf. Im Prolog I, 41-56. 62-90 und IV,12923-68 gibt er sein Programm: er will, einen lang gehegten Plan ausfüh-rend, der Wahrheit gemäß (auch Prol. IV, 13051-64 und V, 15639 ff.) be-richten, wie einer der trefflichsten Ritter den Preis dieser Welt erwarb. Dochist der Dichter weit entfernt davon, einen bloß weltlichen Abenteuerromanzu bieten, vielmehr formuliert er gerade hier im Alexander das ritterlicheMoralgesetz: die weit erkennen, minnen got, des libes und der sele heil (Prol. II,3230 f.), und die ganze Geschichte des wunderlichen (admirabilis) Alexanderzielt auf die Lehre von der Nichtigkeit des Glücks und der Vergänglichkeitdes Irdischen hin, wie schon das frühmhd. Alexanderlied. 6

Festgruß an O. v. Böhtlingk 1888; Ders., Bari. Der Laubacher Bari., Gott. Diss. 1903;

u. Joasaph., 1893, dazu Cbl. 1894, 1105 f.; Schröder, Literaturbl. der Frankf. Ztg.

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et extraits 28, I, 1886, dazu G. Paris, Rev. Greifsw. Diss. 1929, 130-32.

crit. 1886, 444-47; Conybeare, Folklore VII, * Hgb. Pfeiffer, ZfdA. 1, 126-35, u. Pfeif-

101 ff.; H. Günter, Buddha in der abendl. per, Forsch, u. Kritik 1, 1863, 30-14; s. auch

Legende? 1922; H.-Fr. Rosenfeld, Mhd. Scheel, Festg. Weinhold von der Gesellsch.

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1929,450 f. Verführung des Josaphat durch Nr . 2 74, 1929, dazu Schröder, Anz. 48, 59 f.

eine schöne Frau: Vielleicht hat Rieh. Wagner 49) 14 _ 23) Piquet, Rev. germ. 20, 1929, 389f.

bei seiner Kundry im Parsifal Rudolfs Bar- 2 1, 262 f. Junk, Die Überlieferung von

laam gekannt: Rob. Petsch, Rieh. Wagner- R-S V- E . Alex Beitr 2 9, 369^69; Ders.,

Jahrb. 4, 1912; Curt H. Hoberger, Die Ent- Bericht über die Vorarbeiten zu einer krit.

stehungsgesch. von WagnersParsifal", Ausg) Anz . d . Ak . d . wiss . in wien 1924

Greifsw. Diss. 1914, 156 ff.; Guntert, Kun- Nr . V III; Leitzmann, Beitr. 54, 293-305;

dry, 1928, 49 f. Elisab. Grammel, Stud. über den Wandel

1 Siehe u. a.: Cruel, Gesch. der dt. Predigt des Alexanderbildes in der dt. Dicht, des 12.imMA., 1879, S.466f.; Schröder, Das goldene u . 13. Jh.s, Frankf. Diss. 1931, 62-88. Stel-Spiel von Meister Ingold, 1882, S. 87. len: Junk, Anz. d. Ak. usw. 1927, 175-79;

2 Lit.: Piper S. 562 f.; Jos. Jacobs, Bari. s. DLz. 1927, 2031 f.; Schröder, ZfdA. 67,and Jos., Lond. 1896. 209ff. (der Alex, für König Heinrich VII. ge.-

3 Ausg.: Ad. Perdisch, Der Laubacher dichtet S. 223). 2 Hss. u. 1 Bruchst.,Barlaam, LitVer. Nr. 260, 1913, dazu Be- Junk, Beitr. 29, 374-413 u. Ausg. II, 748 ff.;haghel, Lbl. 1918, 28 f.; Baesecke, Anz. 37, Schröder, Anz. 49, 14 ff.

51-55. Jos. Haupt, Über das md. Buch der 6 Ethik im Alex.: Ehrismann, Stud. S. 109f.;Väter, Wiener SB. 69, 1871, 71 ff.; Perdisch, W. Rehm, ZfdPh. 52, 304 f.