10 Die erzählende Dichtung
Stellung geworden ist. Das geschah in Konrads v. Würzburg Erzählung vonDer Welt Lohn. 1 Die Keimzelle dazu, daß Wirnt für einen Minner der Weltangesehen werden konnte, liegt in dem Prolog zum Wigalois 9, 2-4 = V. 142-144. Das Bild, das Konrad v. Würzburg von Wirnt entwirft, entspricht nichtseinem Charakter, wie er in seiner Dichtung sich offenbart. Nur einseitig alsWeltkind ist er gezeichnet, nicht aber als jener Vollmensch, der seine welt-lichen Pflichten erfüllen, doch immer Gott vor Augen haben soll.
In der Ausdrucksweise 2 hält sich Wirnt mehr an die einfache Art Hart-manns, erreicht aber nicht dessen Sorgfalt, Klarheit und Schmiegsamkeit.Der metrische Bau 3 der Verse ist technisch solid, jedoch ohne besondereAusdrucksfähigkeit. Eine Eigentümlichkeit sind die Dreireime, die denSchluß von Abschnitten markieren.
3. Heinrich von dem Türlin, Die Krone
Ausgabe: Scholl, LitVer. 27, 1852. — Lit.: Piper, Höf. Ep. 2, 242-302; Max Ortner, Ca-rinthia 102, 1912, 94-100 (Lit. von 1852-1912); Erich Gülzow, Zur Stilkunde der Krone H.sv. d. T. Teutonia H. 18, 1914 (ausführl. u. vollst, bis 1914) u. Beitr. 50, 31. 8; Bruce, Arthurianromance II, 1923, 342 ff., Reg. S. 425 (s. LG. II, 2, 133 A. 1); Singer, ADB. 39, 1895, 20 f. —Nachträge zu Gülzow (meist nach 1914): Singer, Wolframs Stil S. 125; Öhmann, Beitr. 48,137 f.; Orlowski, La damoisele ä la mule, Paris 1911; Schwietering, Demutsformel S. lOff.55 f.; Singer, Aufs. u. Vortr. S. 158; Ders., Die Artussage, 1926, 11 f.; Golther, GralbuchS. 215-31, Reg. S. 370); Ders., Parz. in der dt. Lit., 1929, 36 f.; Loomis, Celtic Myth and Arth.Rom. Reg. S. 366; Güntert, Kundry S. 27; Wilhelm u. Newald, Poet. Fragm., 1928. —5 Hss., 4 Bruchst.: Piper aaO.; Scholl S.Vff. — Die umfassenden Abhandlungen: Reissen-berger, Zur Krone H.s v. d. T., Progr. Graz 1879; Schönbach, Beitr. 33, 340-72; Graber,ZfdPh. 42, 154-88. 287-331; Warnatsch, Der Mantel, 1883; Lichtenberg, Architekturdarst.S. 38-41. 47-52. 87. 105; J. Schatz, Zur Hs. V der Krone, ZfdA. 69, 336. — Textkrit.: Krüger,ZfdA. 32, 143 f.; Singer, ebda 38, 250-72 u. Prager dt. Stud. 8, 311; Ehrismann, Beitr. 20,66-78; Leitzmann, ebda 49, 444-56; Gülzow S. X-XIV u. 228^18.
Die Krone Heinrichs von dem Türlin ist einer der umfangreichsten, aberauch wirrsten höfischen Romane (30000 V.), der erste, der in Österreich ent-stand. Der Dichter nennt sich in einem Akrostichon 4 (182-216) und V. 246 f.10443, (s. auch 8774). Von seinen Lebensverhältnissen berichtet er nichts.Wie aus der Sprache hervorgeht und aus seiner Kenntnis kärntnischer Ge-schlechter zu schließen ist, war seine Heimat 5 Kärnten, und wahrschein-
1 Wackernagel, ZfdA. 6, 151-55; Saran, Iwand, Schlüsse der mhd. Epen; Walker,Beitr. 21,254-56; Schwietering, Demutsformel Monolog. Fremdwörter: Piquet, De vocabulisS. 84-89; Rostock, Dichterheldensage S. 18-20; usw.; Suolahti, Mem. de la Soc. neo-phil. deSchneider, Festschr. Ehrismann 1925, 120; Hels. VIII.
Niewöhner, Anz. 45, 21. 3 Metrik: Irrgang aaO. S.7 ff.; C. Kraus, Metr.
2 Stil: W.Grimm, Kl. Sehr. 3, 246; Friedr. Untersuchungen über Reinbot 1902, 167ff.;Hausen, Die Kampfschilderungen bei H.v.Aue C. v. Kraus, ZfdA. 56, 31 ff.; Schirokauer,u. W. v. Gr., 1885; Irrgang aaO.; Helm, ebda 47, 48 u. 68; Laura Greulich, Reim-Peetz, Der Monolog bei H. v. Aue usw., Greifsw. Studien zu W. v. G., Heidelbg. Diss. 1914;Diss. 1911; Max Salzberg, D. Adjektiva als Dreireime: Meisner S.26-38 jZwierzina, ZfdA.poet. Darstellungsmittel bei W. v. Gr., Marbg. 45, 319f.
Diss. 1919; Roman Stöger, Das persönl. Attri- 4 Bartsch, Germ. 25, 96 f.
but bei W. v. Gr., Grazer Diss. 1921. — Ilg, 6 Reissenberger S. 20-34; Schönbach,
Beitr. z. Gesch. d. Kunst usw. S. 120-34; pas- Beitr. 33 aaO.; Gruber aaO. pass.; Kluck-
sim bei Wahnschaffe, Enjambemest; Käthe höhn, ZfdA. 52, 162.