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Teil 2, Die mittelhochdeutsche Literatur Abschn. 2. Blütezeit Hälfte 2 (1935) Schlußband
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4 Die erzählende Dichtung

Vietor, Beitr. 46, 85-124; Meissner, Festschr. Walzel 1924 S. 21-38; Naumann, Gesch. derdt. Literatursprachen 1926 S. 13 ff.; Brinkmann, Zu Wesen u. Form mittelalterl. Dichtung,1928, s. auch GRM. 15, 1927, 183-202; Gottfr. Weber, Wolfr. v. Esch., 1928, 155-307;F.W. Kaufmann, Der Monolog im mittelalterl. Epos, Diss. Chicago 1926; Emil Walcker,Der Monolog im höf. Epos, 1928; Kurt Herb. Halbach, Gottfr. v. Straßbg. u. Konrad v.Würzbg.,Klassik" u.Barock" im 13. Jh., 1930. Schneider, LG. S. 208-33. 490-92;Ders., Der geblümte Stil, Reallex. 1,413 f.; Markwardt, Poetik im Mhd., Reallex. 2, 685-87.Siehe LG. II, 2, 32 f. u. ebda unterStil" bei Hartmann, Wolfram, Gotfrid.

1. Ulrich von Zatzikhoven, Lanzelet

Lit.: Piper, Höf. Ep. 2, 163 ff.; Baechtold S. 87-91 u. Anm. S.27 f.; Singer, Die Schweizim dt. Geistesleben, 1930, S. 68-72. 173 f.; Ders., ADB. 44, 733 f.; Bruce, Arthur, romance I,192 ff.; II, 397 ff. Ausg.: K. A. Hahn 1845. Abhandl.: J. Bächtold, D. Lanz. d. Ulr.v. Z., Züricher Diss. 1870; Alex. Neumaier, D. Lanz. d. U. v. Z., Progr., Troppau 1884, dazuBehaghel, Lbl. 1885, 8 f.; Gaston Paris, Rom. 10, 1881, 465-96; Wend. Foerster,Wörterb. zu Kristian v. Troyes, 1914, Einl. S. 78; O. Hannink, Vorstudien zu einer Neu-ausgabe des Lanz. von U. v. Z., Gott. Diss. 1914 (darin Hss. u. Sprache); Cleophas Beywl,Reimwörterb. zu Ulrichs Lanz., Prager dt. Stud. 15, 1909, dazu Schröder, Anz. 34, 111,Ehrismann, DLz. 1911, 159 f., Helm, Lbl. 1911, 225 f.; Lichtenberg, Architekturdarstell.S. 83. Stellen (nur neueste Lit.): Suolahti, Neuphil. Mitteil. 30, 1929, 142 f.; Rosenfeldebda 31, 88 f.; Leitzmann, Beitr. 55, 1931, 293-305. 2 Hss. u. Bruchst. von 2 Hss.: PiperaaO. S. 168; Menhardt, ZfdA. 66, 257-267; John L. Campion, Anz. 44, 140-150.

Der Dichter nennt sich am Schlüsse der mcere von Lanzelete (9309 ff.) ,vonZatzikhoven Uolrich' und berichtet, daß Huc von Morville, einer derGeiseln, die der König von England (Richard Löwenherz) dem Herzog Leo-pold vonösterreich stellte und die später dem Kaiser Heinrich (VI.) abgetretenwurden (1194), da^ welsche (franz.) buoch besaß, das er, Ulrich, auf die Bittevon Freunden in deutsch zu dichten unternahm. Ein capellanus Uolricusde Cecinchovin (im Kanton Thurgau) plebanus (Leutpriester) erscheint ineiner St. Galler Urkunde 1214. Nicht viel später als 1194 wird das liet (9314und oft vorher) verfaßt worden sein. 1

Der Lanzelet ist ein biographischer Roman, er umfaßt das Leben des Helden von der Kind-heit bis zum Tode. Die Erzählung besteht aus zwei verschiedenen Sagenkreisen, die durcheinzelne unzusammenhängende Episoden erweitert sind (Schachtelkomposition). Der I. Teil,V. 414959 (1-40 Prolog), hat zur Grundgeschichte ein Feenmärchen: Eine Meerfei erziehtdas Königskind Lanzelet nach dem Tode seiner Eltern in ihrem wonnevollen Inselreich zumhöfischen Ritter; seinen Namen aber soll er erst erfahren, wenn er an dem König Iweret vomschönen Walde, einem Feind der Meerkönigin, Rache genommen habe (41-399). Heran-gewachsen zieht er in die Menschenwelt und besteht schwere Abenteuer: er erschlägt im Zwei-kampf einen. Burgherrn, Galagandreiz, und heiratet dessen Tochter (719-1364); das Spielwiederholt sich, er erschlägt den Linier und gewinnt dessen Nichte (1365-2249), mit der eran Artus' Hof zieht (2250-3534). Dann also die Hauptsache: er erschlägt im Dienste Mabuzdes Blöden, eines Sohnes der Meerkönigin, den Iweret, heiratet dessen Tochter Iblis (3535-4660) und erfährt seinen Namen (4461-4959).

1 Über das zeitliche Vorrecht, ob Ulrichs Lanz. f. Heinzel S.434, u. Aufs. u. Vorträge S. 144 ff.;

nach oder vor Hartmanns Erec falle, besteht Ders., Wolframs Stil S.61; Zwierzina, ZfdA.

keine allgemeine Übereinstimmung. Gruhn, 45, 367f.; Jellinek, ebda 47, 267ff.; Zwier-

ZfdA. 43, 265-302 (S.301); Wackernagel- zina, ebda 270f.; Schröder, ebda 51, 106;

Stadler, A. Heinr. 1911 S. 9 f., 15; Singer, H. Schneider, Heldendichtung usw. S.500.LG. d. dt. Schweiz 1916, 42.Singer, Festg.