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Der Sanitätsdienst bei den deutschen Heeren im Kriege gegen Frankreich 1870/71
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[II. Kapitel: Thätigkeit der Sanitätsdetaehements, Feld- etc. Lazarette.

Band I.

der Mehrzahl nach an Marschkrankheiten Leidende, danebenauch Typhuskranke. Am 2. September konnte das Lazarethaufgelöst werden, nachdem eine Sektion bereits in den letztenTagen des August dem Armeekorps gefolgt war.

In St. Avold nahm das 12. Feldlazareth II. Armeekorps277 Mann (darunter 241 Verwundete) auf. Es blieb nur biszum 20. August etablirt.

Das 10. Feldlazareth V. Armeekorps wirkte in Sarrebourgbis zum 25. August als Etappenlazareth. Es belegte die Frucht-halle, Bürgerschule und Kaserne. Der Gesammtzugang betrug12ß3 Mann (vorzugsweise Fusskranke).

Während der Beschiessung des kleinen BergschlossesLichtenberg 1 ) am 9. August errichtete eine Sektion des3. Württembergischen Feld-Sanitätszuges einen Verbandplatzbei Lichtenberg, um 9 Verwundete zu besorgen. Aus dem-selben Anlasse war die 2. Sektion des WfirttembergischenFeldspitals No. 4 vom 10. bis 13. August in Lichten-berg und vom 15. bis 20. August in Ingwiller thätig,während die 1. Sektion desselben Spitals vom 10. bis 18.August lediglich in Ingwiller der Krankenpflege oblag.

Beide Sektionen versorgten zusammen 220 Kranke undVerwundete in Ingwiller, während in Lichtenberg 36 Franzosen(darunter 24 Verwundete) behandelt worden sind. (Vor Lichten-berg sind gefallen: 1 Offizier, 12 Mann; verwundet: 1 Offizier,24 Mann.)"

In die Zeit des Vormarsches der Armeen gegen dieMosel fiel auch die Einschliessung und Beschiessung derFestung Pfalzburg*) vom 10. August an durch das XI.,seit dem 12. August durch das VI. Armeekorps. Bei ersterertrat das 3. Sanitatsdetachement XI. Armeekorps, bei letzterereine Sektion des 2. Sanitätsdetaehements VI. Armeekorpsin Thätigkeit.

[nsgesammt sind somit auf dem Marsche nach derMosel l'/i Sanitatsdetachement und 3 Feldlazarethe be-schäftigt worden.

Schlacht bei ColombeyNouillyam 14. August 1870.

Am 14. August folgte das 1. SanitatsdetachementVII. Armeekorps seiner (13.) Division auf das Gefechts-feld bei Colombey. Die 1. Sektion desselben errichteteeinen Verbandplatz im Schlosse zu Aubigny, die 2. einensobdien in Coincy.

In Colombey selbst wirkte das 3. SanitatsdetachementAMI. Armeekorps, welches sich aber mit Bücksieht auf dieNähe der Festung Metz genöthigt sah, die Verwundetenrückwärts nach Schloss Aubigny und Schloss Fange über-zuführen.

Auch das 2. Sanitatsdetachement \\\. Armeekorpsgelangte, als die 14. Division in das Gefecht eingrill', nochzur Thätigkeit.

') Vergl. Gteneralstabswerk 1, 8. 390.

») Vergl. Geaeralstabswerk l. S. 994, 11. 1374 ff.

Für das I. Armeekorps war in der Brauerei südlichNoisseville ein Hauptverbandplatz errichtet. Hier wirkte«zunächst das 2., im weiteren Verlaufe der Schlacht auchdas 1. Sanitatsdetachement I. Armeekorps, zu deren Unter-stützung ausserdem das 1., 3. und 10. Feldlazareth desselbenArmeekorps auf dem Hauptverbandplatze eintrafen.

Südlich davon, auf dem linken Flügel des I. Armee-korps, errichtete die '2. Sektion des 3. Sanitätsdetachemenl«dieses Korps einen Verbandplatz in Montoy und dehnteweiterhin seine Thätigkeit auf La Planchette aus. Nocham Abend der Schlacht wurden alle irgend Transportfähigenllmnliehst nach Los Etangs und Courcelles Chaussy zurück-geschickt. Trotzdem blieb auch dann noch eine grosseAnzahl Schwerverwundeter übrig, welche in den unmittelbarvom Kampfe betroffenen Ortschaften untergebracht werdenmussten und die Etablirung einer grösseren Anzahl vonFeldlazarethen auf dem öefechtsfelde selbst nothwendigmachte 1 ! i.

Bei dem I. Armeekorps traten alle 12 Feldlazarethein Thätigkeit.

Das 3. und 4. Feldlazareth, der 2. Divison zugetheilt,waren dieser auf das Gefechtsfeld gefolgt. Während das'!.sich der Avantgarde der 2. Division anzuschliesseu halle umlauf dem Hauptverbandplätze des Korps wirkte, rückte das4. Feldlazareth nach OhateauGras und etablirte sich daseietzunächst im Schlosse. Der starke Zugang an Verwundetennöthigte indessen sehr bald, die von den Bewohnern ver-lassenen, fest verschlossenen Gebäude im Dorfe gewaltsamzu offnen und mit Verwundeten zu belegen. Bis zumMorgen dos lf). August hatte das Lazareth 278 Mannaufgenommen, von denen 34 alsbald mittels Wagen nachBoulay evakuirt werden konnten.

Zur Unterstützung des 4. Feldlazaretts traf am15. August das 9. Feldlazareth I. Armeekorps ein. BeideLazarethe wurden am 18. August durch Lazareth-Reserve-personal desselben Armeekorps abgelöst.

Das 1., 3. und 10. Feldlazareth 1. Armeekorps erhieltenauf dem Hauptverbandplätze des 1. und 2. Sanitätsdetaehe-ments ihres Korps in der Nacht vom 14. zum IT). AugustBefehl, nach Les Etangs zurückzugehen und sich dort zuetabliren.

Ausgedehnte Entlassungen transportfähiger Verwun-deter konnten nach Boulay bezw. Saarlouis erfolgen, sodass vom 18. August ab ein einziges Feldlazareth den Dienstin Les Etangs zu versehen vermochte. An diesem Tageübergab daher das 3. Feldlazareth seinen verbliebenen Be-stand von 17, das 10. den seinigen von 39 Nichttrans-portablen an das 1. Feldlazareth, welches seinerseits un-unterbrochen bis zum 2. November mit der Pflege der inLes Etangs verbliebenen Verwundeten und der hinzu-kommenden Kranken beschäftigt blieb.

In die Ortschaften, welche am 14. August bis in dieNacht hinein Kampfobjekte gewesen waren, rückten amfrühen Morgen des 15. August die 7 anderen Feldlazarethe