Band I.
III. Abschnitt: Schlacht bei Spicheren und Heeresbewegungen nach der Mosel.
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gelnen Häusern der Stadt in Privatpflege untergebrachtenVerwundeten, sowie durch die Betheiligung an den Eva-
kuationstransporten.
[nNeudorfbei Louisenthal, wohin 58 Schwerverwundetegebrachl worden waren, erwies sieh die vorübergehendeEtablirung einer Sektion ü(^ 5. Feldlazareths VII. Armee-korps nothwendig. Dieselbe wurde am IB. August durchLazareth-Reservepersonal VIII. Armeekorps abgelöst.
Unter misslichen Verhältnissen wirkte das 3. Feld-Uzareth IM. Armeekorps in Spicheren und das (i. Peld-lazareth III. Armeekorps in Etzling. Letzteres hatte amAbend (h^ 7., ersteres am Morgen d(^ 9. August die inden gedachten Orten errichteten Französischen Verbandplätzeübernommen. Bei der Uebernahme befanden sieh inSpieheren noch '248, in Etzling 139 schwerverwundeteFranzosen, nieist in Scheunen und in den Schulhäusern, inBpicheren auch in der Kirche gelagert. Etzling konnteschon am 13. August als Lazareth aufgehoben werden.Das Lazareth in Spicheren wurde am 24. August von demLazareth-Reservepersonal IV. Armeekorps übernommen.
Schliesslich erhielt auch das 8. Feldlazareth XII.(Königl.Surlis.) Armeekorps am 10. August Befehl, nach Saar-gemünd abzurücken, um verwundete Franzosen zu evakuiren,»reiche in verschiedenen öffentlichen Gebäuden untergebracht»raren und vom 11. August an auf ihre Transportfähigkeituntersucht wurden. Zu den Verwundeten gesellte sich nocheine beträchtliche .Menge von den durchziehenden Truppenzurückgelassener Kranker. Als Unterkunftsräume dientendie noch verfügbaren Gelasse des dortigen College. DieEinrichtung des Lazareths war durch die massenhaft zu-strömenden .Maroden und Kranken sowie durch den Maugelan Stroh erschwert. Am Abend des 12. August konntewenigstens ein grosser Theil der Kranken auf Strohsäckengelagert werden; endlich wurde der weiteren Ueberfüllungdes College am 12. August dadurch vorgebeugt, dass mandie Maroden in der Kavallerie-Kaserne, wo ein besonderesLazareth errichtet werden sollte, unterbrachte. Am 13. Augustfrüh erfolgte die Entlassung von etwa 100 verwundetenFranzosen und die Ablösung des Feldlazareths durch dasLazareth-Reservepersonal des Gardekorps. Am 14. Augustmusste nach kaum dreitägiger Wirksamkeit der Abmarschvorbereitet werden.
Oie überwiegende Mehrzahl aller in der Schlacht beiBpicheren Verwundeten landen in Saarbrücken die ersteI nterkunft. Es sammelten sich dort — einschliesslich derin Deutsche Hände gefallenen Franzosen — mehr alsoOOO A envundete an, zu deren Versorgung die in Saar-brücken etablirten sechs Feldlazarethe nicht hätten aus-reichen können, wenn nicht die Aerzte und die gesammteBevölkerung Saarbrückens in ausgedehntester, opferwilligsterWeise die amtliche Krankenpflege unterstützt hätten. Einegrosse Anzahl Leichtverwundeter konnte alsbald in derRichtung auf Bingerbrück zurückbefördert werden.
Ein Theil der Sanitätsanstalten war am Tage der
Schlacht bei Spicheren in Folge ununterbrochener Truppen-und Provianttransporte mehr oder weniger zurückgehalten.Die meisten Armeekorps hatten nur drei bis vier Feld-lazarethe zu wirklicher, unmittelbarer Verfügung, warendaher — in Voraussicht der kommenden Ereignisse — umso mein- genöthigt. auf schleunige Wiederheranziehungwenigstens einiger der in der Gegend von Saarbrückenzunächst zurückbleibenden feldlazarethe bedacht zu sein.
Zur Unterbringung der meisten bei Spicheren Ver-wundeten standen sowohl in Saarbrücken — wo die Bürgerder Stadt willig ihre Privatwohnungen für die Verwundeten-pflege öffneten — als in den übrigen Etablirungsorteo derFeldlazarethe im Allgemeinen geeignete Räume zur Verfügung.
Brgebn iss.
Die Verluste in der Schlacht bei Spicheren Bind folgendegewesen: 1 )
todt . . f)0 Offiziere 71)4 Mann.verwundet 174 „ 3482 „vermisst — ,, 372 „
224 Offiziere 4IS4S Mann.Summe: 4S72.
Die erste Hilfe leisteten, indem sie am Schlachttageim Bezirk des Schlachtfeldes verfügbar waren, 3 Sanitäts-detachements und 3 Feldlazarethe mit 36 etatsmässigenAerzten, so dass auf je 1 Arzt etwa 130 Deutsche Ver-wundete entfallen.
Wahrend und kurz nach der Schlacht gelangten12 l /a Feldlazarethe zur wirklichen Etablirung.
Die Heeresbewegungen nach der Mosel. 2 )
Nach den siegreichen Schlachten bei Wörth undSpicheren setzten die Deutschen Armeen ihre Vorwärts-bewegung nicht (dien unter günstigen Verhältnissen fort.Die Witterung war schwankend. Mit grosser Hitze wechseltenreichliche Regengüsse, welche die Strassen aufweichten,den aus ebenen Gegenden stammenden Mannschaften dasMarschiren im bergigen Lande besonders erschwerten unddie ohnehin bestehenden Verpflegungsschwierigkeiten wesent-lich steigerten. 3 ) Es konnte daher nicht ausbleiben. das>Krankheiten in der Armee um sich zu greifen begannen.
Die IL Armee Hess in Folge dessen am 11. August inSaarunion das 11. Feldlazareth IV. Armeekorps und am15. in St. Avold das 12. Feldlazareth LI. Armeekorps, dieIII. Armee am 14. August das 10. Feldlazareth V. Armee-korps in Sarrebourg.
Das erstgenannte Lazareth erhielt in Saarunion eine ge-räumige Strohhutfabrik, das College, einen Theil derMairie undmehrere Privatgebäude überwiesen. Es nahm 310 Kranke auf,
') Vergl. Generalstubawerk T, Anlage 14 und Berichtigung.4 Generalstabswerk I. S. 407 h".3 ) Generalstabswerk 1, S. 435 ff.