oder politische Maximen.159etwa unnütze Schriften, leichtfertige Bücher, abergläubische Lehrenund dergleichen verführerische Sachen, so entstehen bey uns öftersvielerley Laster, Fehler und Irrthümer. Fünftens, wenn man all-zu freygebig ist, so entstehet öfters daher eine Verschwendung, inson-derheit, wann man zu freygebig, wo es sich nicht gebühret, und diees nicht verdienen. Sechstens, da wir alles urtheilen, was wir se-hen, ohne den Grund davon zu wissen, so begehet man eine Verwe-genheit, und Unbesonnenheit, dann zu Zeiten sind unsere Urtheilesehr falsch und ungegründet (§.73.), da die Sach ganz anders in sichbeschaffen ist, als wir uns embilden, und uns dieselbe vorstellen.p. 136Es bleibt nur hier annoch anzumerken, daß wer seinen Standzu einer gebührlichen hohen Staffel hingeführet, daß er wolle damitzufrieden seyn, und sich mit seinen gegenwärtigen Glückeszustand be-gnugen (§. 89.). Dann derjenige, der in Ruh und Zufriedenheitleben kan, begehet Thorheit und Eitelkeit, wofern er nach mehrerenstrebet, und sich gar der allzugrossen Liebe des Irrdischen selavischerweiß unterwirft. Man muß allen Ueberfluß der zeitlichen Ehre undder weltlich=unbeständigen Reichthümern mit einem großmuthigenHerzen verlachen, und mit dem was GOtt gegeben, sich begnügenlassen (§. 32.).137.§.Welcher mit dem zufrieden ist, was ihme durch GOttes Se-gen bescheret worden, dieser, sage ich, ist der allerglücklichste, aller-reichste der Welt, dieser besitzet alle Schätze und Reichthümer dieserWelt (§. 32.). Dann die zeitliche Glückseligkeit bestehet ganz alleinin der Gedult, Zufriedenheit und Vergnügung des Gemuths, abernicht in der Menge der zeitlichen Ehren; in dem Ueberfluß der irrdi-schen Güthern, wie dieses blinder weiß, einige Epicurische Geister ge-glaubet. Kurz zu sagen. Derjenige, welcher nimmer zufrieden ist,wird allezeit arm und elend seyn, wann er schon bis über den Kopfmit Reichthümern und Ehren wird überhäufet seyn §. 32. 58. 89.136.).§. 138.
Druckschrift
Kluge und nützliche Staatskunst oder politische Maximen nach denen Rubriquen, Regelen, Rathschlüssen, Ausprüchen und Ermahnungen deren vornehmsten und gelehrtesten Staats-Männern : worinnen zugleich ganz kurz die subtileste Staats- und Kunstgriffe enthalten sind, wie die geheimeste Concepten, Intriquen, Affecten, Paßionen, Listen Tücken, Gewohnheiten, Schwachheiten, Fehler, Neigungen, Begierden, Sitten, Tugenden und verborgenen Eigesnchaften der Menschen zu entdecken sind ...
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159
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