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Kluge und nützliche Staatskunst oder politische Maximen nach denen Rubriquen, Regelen, Rathschlüssen, Ausprüchen und Ermahnungen deren vornehmsten und gelehrtesten Staats-Männern : worinnen zugleich ganz kurz die subtileste Staats- und Kunstgriffe enthalten sind, wie die geheimeste Concepten, Intriquen, Affecten, Paßionen, Listen Tücken, Gewohnheiten, Schwachheiten, Fehler, Neigungen, Begierden, Sitten, Tugenden und verborgenen Eigesnchaften der Menschen zu entdecken sind ...
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154Kluge und nützliche Staatskunst,ten Vers: Interpone tuis interdum gaudia curis &c. Dann dasGemüth begehret und soll auch sowol seine Ruhe und Erquickung ha-ben, als der Leib, aber dieselbe soll doch nicht zu lang anhalten, da-mit keine Nachläßigkeit der Kost= und unschätzbaren Zeit uns betrüge.(§. 79.)§.129.Ein Weltkluger hüte sich für gewinnsüchtigen und intereßirtemSpiele, sowol vor sich selbsten, als sich mit gewinnsüchtigen Spie-lern zu vergesellschaften (§. 30.). Mit albern, einfältigen, groben,ungeschickten, unhöflichen und unsittsamen Leuthen (die keine Discre-tion, Respect oder Einsehen vor diejenige haben, gegen welche sieunterthänig zu seyn schuldig sind) habe er nichts zu schaffen (§. 119.)aber mit getreuen, höflichen und discreten Menschen, welche da be-sonders eine schöne Lebensart und sittliche Manieren besitzen, kan manohne grosse Affection und Simulation umgehen, weilen diese gewöhn-licher massen, jedweden nach seinem Stand, Herkommen und Eha-racter zu ehren und zu respectiren wissen. Man erkennet leichtlichund öfters aus der äusserlichen Lebensart, Gebärden und ganzemWesen, woher einer entsprossen, und wer er sey, ob er von schönerFamilie herstammet, oder ob er von groben, ungeschickten Elternund unter dem Gepöbel auferzogen. Die schönen Sitten, die gutenTugenden, und höfliche Lebens=Geschicklichkeit sind klare Anzeigeneiner rechtschaffenen Auferziehung; die Grobheit aber und Ungeschick-lichkeit bezeiget das Gegenspiel. Bey allen Menschen finden sich nochgnugsame Semina der Ehrbarkeit, der Ehrfurcht, der Belebsam-keit und Höflichkeit. Allein es fehlet den Menschen oft an guterAufführung und Unterweisung in der Jugend (welches doch einer dervor nehmsten und nothwendigsten Puncten ist) woran entweder dieEltern oder die Obsichter der Jugend es oft verfehlen. Auch wohlkan der Mensch eine schöne Lebensart in seinem angewachsenen Altervernachläßigen und grobe Fehler darwider begehen, und diß kommther von besondern Ursachen. Als zum Exempel, allzugrosse Wohl-fahrt, Gluck und Reichthum ist öfters die Ursach, daß mancher sich