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Kluge und nützliche Staatskunst oder politische Maximen nach denen Rubriquen, Regelen, Rathschlüssen, Ausprüchen und Ermahnungen deren vornehmsten und gelehrtesten Staats-Männern : worinnen zugleich ganz kurz die subtileste Staats- und Kunstgriffe enthalten sind, wie die geheimeste Concepten, Intriquen, Affecten, Paßionen, Listen Tücken, Gewohnheiten, Schwachheiten, Fehler, Neigungen, Begierden, Sitten, Tugenden und verborgenen Eigesnchaften der Menschen zu entdecken sind ...
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Kluge und nützliche Staatskunst,134That, niemahlen ist ein Buch so schlimm gewesen, so ist doch allezeitetwas darin zur Lehr und Unterweisung übrig geblieben, nemlich,was sittliche und ehrliche Bücher gewesen. Ueberdem so ist es nichtsittlich noch rathsam, die Bücher anderer, sonderlich hoher gelehr-ten Leute zu censuriren und zu critisiren; weilen es eine gefährlicheSach ist, sich mit Gelehrten im Streit einzulassen, denn durch eineLinie können sie manchmal jemand mehr schaden und beleidigen, alstausend andere. Eine Wunde, so durch ein Gewehr verursacht, kanwohl geheilet werden, wer aber von einem Gelehrten einmahl ver-wundet worden, den kan man wohl unter die Incurablen rechnen,denn Schriften bleiben auf undenklichen Zeiten. Wir haben die Er-fahrung noch täglich in unzähligen Fällen. Zu unserer Zeit ist esgeschehen, daß ein vortreflicher kluger Staatsmann sich bis dahinvergessen, einen andern beruhmten Gelehrten, (auch zugleich eintreflicher Staatsmann bey einem gewissen Hofe) zu tadelen und zuverachten, um ihn bey der Welt ausser allem Ruhm, Lob und An-sehen zu bringen. Das Gegentheil ist aber erfolget, da dieser Staats-mann (der vorhin selbsten in grossem Credit, Authorität und Esti-me bey allen Persohnen von Distinction, und bey dem ganzen Volkgestanden) nur durch einige im Druck ausgegebene Zeilen des Gelehr-ten in die größte Verachtung bey der Welt gerathen, und so gar sei-nes Lebens nicht mehr sicher gewesen. Man könte viele dergleichenExempeln anführen, die annoch zu unsern Zeiten geschehen, allein,es hat keine Artigkeit, wenn man den Namen, und das Ort in einerGeschicht verhehlen soll; welches doch wegen Hochachtung und Ehr-furcht, jemand in specie zu touchiren einen Abscheu trage. Also sollein jeder sich solches Critisirens enthalten, sonderlich über gelehrte Sa-chen, und Gelehrten fälschlich aus etwa einer Paßion, oder mit Vor-urtheil zu censuriren, wenn er auch schon selbsten gelehrt ist. Manweis es ja wohl, daß allein Idioten und Unvernünftige zu tadeln ge-wohnt sind, denn Gelehrtheit und Geschicklichkeit hat keine grösse-re Feinde, als ungeschickte und ungelehrte Leute, die zuerst ihre Crisinoder Urtheil über Sachen geben wollen, welche sie im geringsten nichtverste-