oder politische Maximen.133sagen, in einer zeitlich=irrdischen Finsternüß leben, und gleich einemBlindgebohrnen in der Welt so dahin leben. Der meiste Theil derMenschen bewerbet sich nur Tag und Nacht, damit sie allein ihreunersättliche Begierden, Lästern, Sinnlichkeiten und Neigungen er-götzen möchten, als im stätigen Essen, Trinken, Spielen, Diverti-ren, und in andern lustigen Leben, welches sie vor die wahre zeitlicheGlückseligkeit rechnen, und wer ihnen von der alleinigen und wahrenErgötzlichkeit, Lust= und Süßigkeit Freunde, Nutzen, Nothwen-digkeit und Kostbarkeit der schönen Wissenschaften predigen würde,diesen würden solche Bachanten vor einen Narren und Wahnwitzigenhalten. Ja diese Epicurier würden jenem Weltweisen aus Griechen-land vor einen Phantast, Schulfuchs und blinden Heyden schelten,welcher gesagt: daß die zeitliche Glückseligkeit des Leibs in der Gesund-heit bestehe, die zeitliche Glückseligkeit des Gemüths aber in der Wis-senschaft, Gelehrtheit und Weisheit. Da hingegen vieler Epicuri-schen Menschen ihre irrdische Glückseligkeit in der Wollust, in ihrenSinnlichkeiten unmäßigen Leben und Eitelkeiten bestehet. Kurz,es ist eine schier vergebliche Bemühung für diejenigen, der da bey sol-chen Menschen einen Eifer vor die Wissenschaften zu erwecken suchet.110.Da, wie wir gesagt haben, ein Politicus sich für allen Schim-pfen, Spotten und Verachtung hüten solle (§. 39. 64.), soll er sichzuvorderist abhalten von anderer Leute Schriften und Bücher, inspecie allzufrey zu urtheilen, zu tadelen und zu critisiren. Es ist janiemahlen ein Buch so schlecht, so finden sich doch Liebhaber undHochschätzer darzu, denn in allen ist etwas gutes, vornemlich in ei-nem Buch, welches gewöhnlicher massen mit Fleiß und Mühe ver-fasset worden. Der jüngere PLINIUS erzehlet, daß sein Oehme zusagen pflegte: daß nie ein Buch so schlecht sey, daß es doch zu etwasgut seye; dicere solebat, nullum esse librum tam malum, utnon aliquâ parte prodesset. Plin. jun. Ep. 5. lib. 1. Und in derR.3That
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Kluge und nützliche Staatskunst oder politische Maximen nach denen Rubriquen, Regelen, Rathschlüssen, Ausprüchen und Ermahnungen deren vornehmsten und gelehrtesten Staats-Männern : worinnen zugleich ganz kurz die subtileste Staats- und Kunstgriffe enthalten sind, wie die geheimeste Concepten, Intriquen, Affecten, Paßionen, Listen Tücken, Gewohnheiten, Schwachheiten, Fehler, Neigungen, Begierden, Sitten, Tugenden und verborgenen Eigesnchaften der Menschen zu entdecken sind ...
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