Kluge und nützliche Staatskunst,126haft seyn kan, auszukuͤnden, und hernach abermahl ausreissen, umalles dem Feind zu rapportiren oder überzutragen; dieses ist eben dasMittel, den freyesten Paß zu haben, um alles auszuspioniren. Da-her man sich wohl vorzusehen hat bey solchen Gelegenheiten, da mansich öfters am wenigsten mißtrauet (§. 24.).§. 104.Es ist sonderlich einem Officier sehr rathsam, daß er bey An-kunft in Diensten, den Soldaten grossen Abscheu und Furcht vordas Stehlen und Rauben bezeige, sich auch vorstelle, dergleichen La-ster und andere Excesse hart zu strafen (§. 99.); Ja keineswegs sollein Officier einigen Diebstahl, und sonsten hier zu schweigende sträflicheLaster übersehen, denn es ist ihme solches (in Mangel der rechtmäßigenBestrafung) vor GOtt und der Welt verantwortlich, daß er alsodafür stehen muß. Und ich glaube nicht, daß einige Raison de Guerreihme sein Gewissen davon zu reinigen wird vermögend seyn; vielwe-niger werden es die Theologanten, und moralisten, noch des Kriegs-recht erfahrene Politici solches approbiren. Treflich wohl hat einwahrer Capitain (den man vor einen recht ehrlichen, gewissenhaftenund frommen Mann ansehen konte) einigen Officieren, so wenigergewissenhaft waren, als er, begegnet, da sie ihn gefragt: Warumer seinen Soldaten nicht ein einziges Huhn zu stehlen erlaubte? Hater ihnen geantwortet: daß er gnug mit seinen eigenen Sünden be-schweret sey, ohne sich mit Sünden anderer zu belasten. Conduitede mars. Chap. 13. Gewiß, ein Officier, der da erlaubet, daßdurch diejenigen, worüber er die Obsicht und Commando hat, dieWittwen, Waysen, Bürger, Bauren und andere arme bedrängteMenschen beraubt, bestohlen und unterdrückt werden (§. 54.); istschuldig und durchaus verpflichtet, entweder in dieser Welt oder inder andern eine gänzliche Restitution davon abzustatten, obschon ervon den geschehenen Extorsionen keinen Vortheil noch Nutzen gehabt.Darum soll ein Politicus, der in Kriegsdiensten stehet, sein Gewifsen
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Kluge und nützliche Staatskunst oder politische Maximen nach denen Rubriquen, Regelen, Rathschlüssen, Ausprüchen und Ermahnungen deren vornehmsten und gelehrtesten Staats-Männern : worinnen zugleich ganz kurz die subtileste Staats- und Kunstgriffe enthalten sind, wie die geheimeste Concepten, Intriquen, Affecten, Paßionen, Listen Tücken, Gewohnheiten, Schwachheiten, Fehler, Neigungen, Begierden, Sitten, Tugenden und verborgenen Eigesnchaften der Menschen zu entdecken sind ...
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