oder politische Maximen.120schlecht in acht nimmt. Welches auch eine gefährliche Sache ist, dienach vielen mühsamen Verdiensten erworbene Reputation auf ein-mal zu verspielen. Insonders soll er sich hüten, den geringsten Hel-ler den Soldaten von ihrer Besoldung unbilliger weis abzuziehen, un-ter was Prätext es auch seyn mag (§. 98.), denn dieses ziehet Haßund heimliche Rachgier nach sich. Und es ist auch nichts unbilliger,als den armen Soldat zu hintergehen, der gemeiniglich ohnedem zuwenig hat zu seiner rechten Erhaltung, und deme man viel balderbeysteuren solle, und ihre öfters gar kleine Besoldung zu verbessernhelfen, um sie zu animiren, und damit sie in getreuen Diensten ver-harren. Welches sonsten nicht zu geschehen pflegt, wenn sie unge-rechter weis geschlagen, vervortheilet, und übel tractiret werden vonihren Officieren, und sodann einer nach dem andern durchzugehensuchet, wo und wenn er nur die Gelegenheit haben wird. Diesesbezeuget die tägliche Erfahrung, daß ich keine weitere Beweisthümerdavon anzuführen bedarf.§. 104.Ein Officier, der auf der Wacht stehet, oder die Ronde [lapatrouille oder Scharwacht) gehet, hat vieles zu observiren, wennnemlich der Feind in der Nähe ist. Denn es wohl zu Zeiten geschie-het, daß ein Soldat von der entfernten Wacht oder von der Rondedesertiret, oder auch durch den Feind aufgehoben wird. So mußman gleich das vorhin gegebene Wort oder Signal änderen; weilenes zu beförchten ist, daß der Feind sich vermittels dem Wort oderSignal einer Kriegslist bedienet, um sie unversehens zu überfallen,welches Signal oder Parolle er aus der desertirten oder aufgehobe-nen Schildwacht erzwungen. Keinen Ueberläufer oder einem Deser-teur soll ein Officier in Kriegszeiten einigen Glauben zustellen, son-dern sich aller Mißtrauen (§.27.); indem dieselbe öfters Spionenund Verräther seyn können; und sie unter dem Prätext der Deser-tirung leichtere Gelegenheit suchen, alles, was dem Feind vortheil-Q 3haft
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Kluge und nützliche Staatskunst oder politische Maximen nach denen Rubriquen, Regelen, Rathschlüssen, Ausprüchen und Ermahnungen deren vornehmsten und gelehrtesten Staats-Männern : worinnen zugleich ganz kurz die subtileste Staats- und Kunstgriffe enthalten sind, wie die geheimeste Concepten, Intriquen, Affecten, Paßionen, Listen Tücken, Gewohnheiten, Schwachheiten, Fehler, Neigungen, Begierden, Sitten, Tugenden und verborgenen Eigesnchaften der Menschen zu entdecken sind ...
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