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Kluge und nützliche Staatskunst oder politische Maximen nach denen Rubriquen, Regelen, Rathschlüssen, Ausprüchen und Ermahnungen deren vornehmsten und gelehrtesten Staats-Männern : worinnen zugleich ganz kurz die subtileste Staats- und Kunstgriffe enthalten sind, wie die geheimeste Concepten, Intriquen, Affecten, Paßionen, Listen Tücken, Gewohnheiten, Schwachheiten, Fehler, Neigungen, Begierden, Sitten, Tugenden und verborgenen Eigesnchaften der Menschen zu entdecken sind ...
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oder politische Maximen.4534Ein Weltkluger soll nimmer zu erkennen geben, daß eretwas liebet, hasset, förchtet, argwohnet (§. 9.), weder einigevon seinen Affecten und Paßionen bey jemand merken lassen(§. 20.). Gleichwie von dem Tyberio Rodo gelesen wird, daß erdeswegen ins Elend gegangen, um denen Begierden und Neigungennachzusinnen; nemlich wie dieselbe zu verbergen seyen. Aus dieserAbsicht lehrt ein gelehrter Staatsverständiger: Affectus in omnibuscohibere, ibidinemque occultare discas. Comp. polit. mor. art. 5.Wenige Freunde soll ein Politicus haben, und mit ihnen we-nig umgehen, damit er nicht etwa in Verachtung gerathe,und wofern er mit ihnen die Freundschaft lange Zeit unver-brüchlich unterhalten will. Also nach Lehr des berühmten Cardi-nals und treflichen Staatsmann MAZARINI: Paucis esto amicus,rarò age cum ipsis, ne contemnaris. Mazar. Rub. polit. Wannman jemand lobet oder entweder bestrafet; so muß man hierauf se-hen, daß man in Lobsprechung oder Bestrafung nicht extravagire,noch über die Maaß schreite (§. 9. 13.). Ueber nichts soll man gro-se Verwunderung zeigen, dann sonsten heißet es: Admiratio igno-rantiae mater. Daß man nemlich wenige seltsame und rare Sachengesehen, gehört oder gelesen; und daß man sehr unwissend seye invielerley Denkwürdigkeiten und geheimen Welthändelen. Niemalenwolle man einen öffentlich über einen Fehler corrigen, weder etwasvorschreiben, es seye dann, daß man hierzu Autorität habe; da inMangel dessen heimlicher auch wohl öffentlicher Haß und Trutz folget.35Niemalen sollst du jemand in einem Geschäft, Handeloder Kunst also unterrichten, daß er kluger und witziger darinwerde als du selbsten (§. 20. §. 33.). Dann es ist zu besorgen, daßer dir hernach undankbar seyn wird, dir dadurch schadet, und allenTrutzF 3