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Kluge und nützliche Staatskunst oder politische Maximen nach denen Rubriquen, Regelen, Rathschlüssen, Ausprüchen und Ermahnungen deren vornehmsten und gelehrtesten Staats-Männern : worinnen zugleich ganz kurz die subtileste Staats- und Kunstgriffe enthalten sind, wie die geheimeste Concepten, Intriquen, Affecten, Paßionen, Listen Tücken, Gewohnheiten, Schwachheiten, Fehler, Neigungen, Begierden, Sitten, Tugenden und verborgenen Eigesnchaften der Menschen zu entdecken sind ...
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Kluge und nützliche Staatskunst,34hat, so solle man ihme kein Geld ablehnen, es seye dann, daßman ihn wohl kenne (§. 20.) sonsten ist alle Freundschaft aufeinmal hin. Indessen ist es ein christlicher Rath und preiswürdigeTugend, daß man seinem höchst bedrangten Nächsten behülflich seynsoll (§. 19. 22.) und ihme etwa in einer grossen Noth gerne Geld lei-he. Es ist aber rathsam, daß man solches an diejenigen bezeige, wel-che man dankbar und erkenntlich zu seyn erfahret hat oder muthmasset.§. 27.Die Meynungen und Rathschlägen anderer können wirzwar anhören, aber denselben nicht gleich glauben zu stellenoder folgen, sondern denselben scharf nachsinnen und denGrund erforschen; wie dieses SENECA auch befiele: Sapientis estexaminare consilia & citò facili credulitate ad falsa prolabi. Senec.in Ep. Mancher will öfters guten Rath mittheilen da er denselbenwohl vonnöthen hat, oder nicht im Stand ist anderen gut und rechtzu rathen, da er nicht alle Umstände fassen kan. Wiederum vielewollen dir einen heilsamen Rathschlag geben, da sie doch oft ein ge-wisses Interesse, eine gewisse Absicht und Listen darhinten verdecktliegen haben. Folgendermassen rathet dir mancher zu deinem gröstenSchaden, unter dem bethörenden und scheinbaren Vorwand, daß eres am getreuesten und aufrichtigsten mit dir meynet. Daher EULESmit Grund warnet: A consiliario tibi ipse cave, & prius nosce,quae sit ipsius necessitas, ne fortè detrudat aliam in te. Diß istderhalben eine vornehme Staatsmaxime und allgemeiner Grundsatz:daß man überhaupt keinem glauben soll. Dann es heißet: werleicht glaubet, der seye leicht betrogen. Gleichwie man nun nichtleicht glauben soll, also soll man auch nicht leicht lieben nochhassen. Ich sage mit Fleiß, daß man nicht leicht lieben solle, danndie leicht und ohne wahren Grund gefaßte Liebe, Kenn= und Freund-schaft ist unbeständig und ziehet oft vielerley böse Folgen nach sich; alsBetrug, Falschheit, Verachtung, Schimpf, Haß und mehreres.Was