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Kluge und nützliche Staatskunst oder politische Maximen nach denen Rubriquen, Regelen, Rathschlüssen, Ausprüchen und Ermahnungen deren vornehmsten und gelehrtesten Staats-Männern : worinnen zugleich ganz kurz die subtileste Staats- und Kunstgriffe enthalten sind, wie die geheimeste Concepten, Intriquen, Affecten, Paßionen, Listen Tücken, Gewohnheiten, Schwachheiten, Fehler, Neigungen, Begierden, Sitten, Tugenden und verborgenen Eigesnchaften der Menschen zu entdecken sind ...
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oder politische Maximen.33und die unterdessen einen doppelten Vortheil daraus manchmal machen.Drittens: bald wiederfordern. Dann je länger man eine Sach anste-hen läßt, je beschwerlicher wird man sie öfters wieder bekommen können.Hierzu muß er nicht die Ermahnung und Rathschluß des EULENASvergessen; da er also spricht: Ne mutuum des homini potentiorite, quod si dederis, ita esto quasi perdideris. Eulen. cap. 8. vers.15. Oefters wann man anderen Geld lehnet und zu lang stehen las-set ohne Obligation oder ohne Caution oder ohne andere Versicherung,so stehet man in Gefahr, wann man mit untreuen betrüglichen undGewissenlosen Leuten zu schaffen hat, daß sie es in einem freywilligenVergeß bringen, und die Sach bis auf eine Præscription verlänge-ren; bis zu des Creditoren oder Debitoren Todsfall (oder bis durchZufälle allerhand Veränderungen kommen) aufschieben, und aufewige Jahren, also daß es zulezt heißet: alles seye salvâ conscientiâverjähret oder allerhand andere speciose Prätexten, wird man vor dieBezahlung vorbringen (*). Ueberdem, so ist es eine nicht rath-same Sach einem Freund Geld zu leihen; dann wer einem FreundGeld lehnet, der macht ihm meistentheils einem Feind, wann er eswieder fordert. Dabey öfters geschicht, was der alte SittenlehrerSENECA erinnert: Amico mutuam roganti me pecuniam, si de-dero, & amicum & pecuniam perdo. Senec. in proverb. Alsowann jemand ferner von dir Geld (wodurch er einen doppelten Ge-winn und Nutzen zu machen sucht) ohne Interesse oder Mitgeniessunggelehnet zu haben begehret, so fingire ein Geschäft, ein Accident odereine gewisse Noth, welche dir urplötzlich zugestossen seye, worzu esdir unentbehrlich seye. Endlich, wann man einen guten Freundhat,[*) Ich bedarf hier nicht dieses mit vielen Rubriquen und Exempeln be-kräftigen, da die täglichen Begebenheiten und dergleichen stündliche Ge-schichten gnugsame Proben an die Hand geben. Da der Weltbetrug sogroß ist, daß was man vor eine Stund in höchster Treu geleihet, schonin selber geleugnet wird, daß was man versprochen und zugesagt, gleichgebrochen wird. Wem soll man also mehr glauben und trauen?