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Kluge und nützliche Staatskunst oder politische Maximen nach denen Rubriquen, Regelen, Rathschlüssen, Ausprüchen und Ermahnungen deren vornehmsten und gelehrtesten Staats-Männern : worinnen zugleich ganz kurz die subtileste Staats- und Kunstgriffe enthalten sind, wie die geheimeste Concepten, Intriquen, Affecten, Paßionen, Listen Tücken, Gewohnheiten, Schwachheiten, Fehler, Neigungen, Begierden, Sitten, Tugenden und verborgenen Eigesnchaften der Menschen zu entdecken sind ...
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Kluge und nützliche Staatskunst,26noch zu effectuiren ist; so ist einem Politico auch wohl zu Zeiten rath-sam anderen Geschenke zu geben und sich derselben (nachdem es dieGelegenheit der Zeit, der Person oder die Wichtigkeit der Sachen er-fordert) zu gebrauchen, wann er etwas billiges oder gerechtes zu pro-moviren, zu sollicitiren oder auszuwürken suchet. Dann Geld undGeschenke seynd die kräftigsten Mittel die Herzer der Menschen, jaihrem Willen und Vernunft nach allem Winken zu wenden und zudrehen. Hiedurch gewinnet man die meiste Gunst, Liebe und Freund-schaft. O! wie manchmal wird nicht einer durch die Geldgunst, zueinem hohen Amt, Ehr und Würde bey der Welt erhoben; da erdoch darzu manchmal, weder durch sein Herkommen, weder durchseine Gelehrtheit, noch sittlichen frommen Lebenswandel fähig nochqualificirt ist. Allein es komt darauf an, daß sie diese böse Welt-mode wohl nachgefolget haben: Qui non habet in cerebro, suppletin Marsuppio, redimit in aere, quod non habet in ore. Ja dieSchenk= und Geldgunst überwindet alles, dann wer nur wohl schmie-ren kan, der bekomt und erhält meistentheils, was er begehrt, wün-schet und verlangt. Mit einem Wort, das Geld streitet und über-windet alle Welt, und sogar die Teufel selbsten, dann was man willeffectuirt haben, da muß der Geldteufel das beste dabey thun, undsoll wohl ein Beutel Ducaten (oder Louis d'or) jetziger Zeit mehrKraft und Gewalt in etlichen Welthändeln besitzen, als tausend Teu-feln zusammen geschmolzen und in einander gegossen. Demnach sor-ge ein Weltkluger, daß er begehre, was er wohl verdienet; auch ebengleich darüber recompensirt werde und nicht auf langem Versprechenwarte; dann die Franzosen sagen: j'amie mieux un tiens, quedeux tu Pauras. Es kommet entweder in Vergeß, oder wann manhernach andere um seine Belohnung anmahnet, so thun sie manchmal,als wann sie dieselbe gratis oder umsonst abstatten.§. 22.Also auf eine gute Oeconomie und Wirthschaft soll man bedachtseyn an dem Ort, wo man sich aufhaltet. Du solst zu sehen, wel-che