oder politische Maximen.25nen Willen abzusagen. Ja die allergröste Verknüpfung hat eineAusnahme und ohne die Gesätze der allertreuesten Freundschaft zuübertretten. Ein Freund (den man auch treu und aufrichtig nennenkan) hat doch allezit etwas geheimes und wichtiges, daß er dem einenwohl entdecken will, welches er im Gegentheil gegen einen, seiner an-dern Freunden, verborgen haltet; und worin auch niemand zu ver-denken ist.§. 21.Es ist schon gemeldet worden, daß die Gunst, Ansehen oderAutorität eines Staatsmanns unbeständig seye ohne Macht (§. 17.)und Vermögen. Welches daher leicht zu muthmassen, indem, wanner eines andern Hülffe vonnöthen hat, er also öfters seine Ehr undReputation prostituren muß. Eben darum folget hieraus, daß erwolle bedacht seyn in nothwendigen Vermögen zu stehen (§. 19.), undwann ihme Gaben oder Geschenke offerirt werden, so soll er wissendieselbe zu Zeiten zu acceptiren und auch zu Zeiten zu refusiren, dannallemal und von jedem Gaben annehmen, ist öffentlich intereßirt ge-handelt, sich zum Sclaven anderer gemacht und sich verbunden, ein-zugehen was andere wollen, es seye oft recht oder unrecht, oder wasihme selbsten schaden kan. Man soll ferner keine Geschenke acceptirenvon denjenigen, welche dieselbe zu ihren Lebensmitteln und Erhaltunghöchst vonnöthen haben, weder auch von denen, welche Geschenkebrauchen als Schmiralien um einen ungerechten Handel zu promotviren oder eine böse Sach zu erhalten; oder um eine billige und gerech-te Sach zu unterdrücken. Vielweniger von Armen und Bedrangtensoll er etwas abnehmen; weilen solches nicht allein gegen seiner Auto-rität seyn kan, sondern auch gegen der Ehrbarkeit und Respect. End-lich so brauch man nicht zu scheuen Gaben anzunehmen, von denen, diedir verbunden seynd oder deiner höchst vonnöthen haben. Weil nunheutiges Tags schier aller Orten die Geldsucht, der Eigennutz oder dasPrivatinteresse die Herzer der Menschen so sehr eingenommen und re-gieret, also daß fast nichts ohne Schenk- und Geldgunst zu erhaltennoch
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Kluge und nützliche Staatskunst oder politische Maximen nach denen Rubriquen, Regelen, Rathschlüssen, Ausprüchen und Ermahnungen deren vornehmsten und gelehrtesten Staats-Männern : worinnen zugleich ganz kurz die subtileste Staats- und Kunstgriffe enthalten sind, wie die geheimeste Concepten, Intriquen, Affecten, Paßionen, Listen Tücken, Gewohnheiten, Schwachheiten, Fehler, Neigungen, Begierden, Sitten, Tugenden und verborgenen Eigesnchaften der Menschen zu entdecken sind ...
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