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Kluge und nützliche Staatskunst oder politische Maximen nach denen Rubriquen, Regelen, Rathschlüssen, Ausprüchen und Ermahnungen deren vornehmsten und gelehrtesten Staats-Männern : worinnen zugleich ganz kurz die subtileste Staats- und Kunstgriffe enthalten sind, wie die geheimeste Concepten, Intriquen, Affecten, Paßionen, Listen Tücken, Gewohnheiten, Schwachheiten, Fehler, Neigungen, Begierden, Sitten, Tugenden und verborgenen Eigesnchaften der Menschen zu entdecken sind ...
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20Kluge und nützliche Staatskunst,dig mit einem unersättlichen Geldhunger, verruchten Geitze und Be-gierde des Guts gequälet seynd. Daher hier wohl bey den Geitzhal-sen, was von andern losen Menschen (*) in der Heil. Schrift ge-meldet wird, eintrift. Der Reichthum ist also nicht zu verwerfen,von denen, die mit der Welt umzugehen und darin zu leben verbundenseynd. Aber man muß das Herz nicht daran hängen [wie ermahnetworden), weder darauf bauen. Man muß eben auch nicht selbes mitLügen, Betrug, Rauben, Schinden, Unterdrückung anderer ac-quiriren, oder mit unehrlichen Stücken betrüglichen Intriquen, strä-flichen Listen, und gewissenlosen Pratiquen das Geld und Gut an sichbringen, daß ist: weder sein eigenes Gewissen beschweren noch die Lie-be des Nächsten in acquisition desselben beschädigen.18.Da wir nun gesagt haben, daß man alles simuliren müsse(§. 8. 9.); so ist hierin jenem Politico zu folgen, welcher höchst aufseinem Interesse beflissen ware, er also dasjenige, welches er nichtverlangte, begehrte; und was er mit innerlichen Verlangen begehrte,darüber schiene zornig zu seyn. Ja, diß ist ein wahrer Kunstgriff unddas rechte Geheimniß, die Sachen zu erhalten, welche man verlangt,wann man dieselbe verachtet und vergringert. Niemalen aber soll mannach etwas mit grosser Begierde streben, was da nach Thorheit, Ei-telkeit, blosen Vorwitz und blinder Liebe schmecket, sondern begehreetwas, so dir nützlich, und deinem Nächsten ersprießlich seyn kan. Esbestehet aber hierin eine grosse Klugheit und Kunstgriffe, daß mansich vor allen günstig, hold und wohlgewogen zeige; daß manseine Freunde und sonderlich seine Feinde und Verfolger mitallen[*) Nemlich was von denen von Laban und Michos geschrieben stehet(Osee 8.), daß sie sich Abgötter aus ihrem Gold und Silber verfertiget,und daß sie dannoch untergehen werden. Und heißet solches (S. Paul.Ephes. 6.) Joch und Sclaverey der Abgötter.