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Kluge und nützliche Staatskunst oder politische Maximen nach denen Rubriquen, Regelen, Rathschlüssen, Ausprüchen und Ermahnungen deren vornehmsten und gelehrtesten Staats-Männern : worinnen zugleich ganz kurz die subtileste Staats- und Kunstgriffe enthalten sind, wie die geheimeste Concepten, Intriquen, Affecten, Paßionen, Listen Tücken, Gewohnheiten, Schwachheiten, Fehler, Neigungen, Begierden, Sitten, Tugenden und verborgenen Eigesnchaften der Menschen zu entdecken sind ...
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oder politische Maximen.11achten, was allen gefällt oder vom meisten Theil der Menschen ap-probirt oder gut gehalten ist; weilen dieses einen allgemeinen Haß nachsich ziehen kan. Auch grossen Spott und Verachtung, wann manim Widersprechen ungegrundet ist. Ueberdem ist es zu schliessen, daß,was von dem grösten Theil gut geheissen wird, doch einigen Grundhabe. Und solte es auch seyn, daß ein Concept, Vornehmen, oderRathschluß, der mit einhelliger Stimme geschlossen, ubel gefassetseye; so ist es doch rathsamer zu schweigen, als denselben allein zucritisiren oder propria authoritate zu contradiciren. In Summa,man soll alle und alles loben (*); allen Beyfall geben, kei-nem widersprechen, alles gutheissen (mit dem ausdrucklichen Be-ding, daß es nicht gegen der Liebe des Nächsten oder gegen eigenemGewissen streite) und sich in allen ihren Willen schicken. Hier-zu diesen politischen Vers observiren:Qui fidus nullis, affabilis omnibus, omnesDecipit, hunc primo suscipit aula loco.Daher geschicht es, daß andere dir ihre Gemüther eröfnen; ihre Ge-danken offenbaren, ihre Geheimnissen entdecken; und dich zu ihrenverborgensten Rathschlägen aufnehmen, aus welchen du dann erwäh-len kanst, was dir da beförderlich wird seyn können. Wann aber et-was zu verrichten ist, welches andere, sowol in privatis als in publi-cis beleidigen oder erzörnen kan; so muß du dieses nicht selber verrich-ten, sondern durch andere geschehen lassen. Was aber im Gegen-theil anderen kan gefallen und angenehm seyn, daß solst du selbstenB 2thun.[*) Wo ich aber hier unterweilen die Lobredung oder andere allzeit zu lobenermahne, so geschiehet solches aus der einzigen Absicht, eine Begierdezur Nachfolgung einer aufrichtigen Preisung und sittlicher Lobung zuerwecken und durchaus nicht die Schmeichlung, und Heucheley zu ra-then, davon bekenne weit zu seyn. Wäre es ja nicht eine tadelhafteUnternehmung, die Heuchelung zu lehren, und der ehrbaren Welt vor-zulegen, oder uns selbsten in demjenigen Fehler schuldig zu geben, wel-chen wir so hoch in anderen straffen und schänden.