Kluge und nützliche Staatskunst,7Hierin bestehet der Hauptpunct; daß ein Politicus sich aufeiner Wissenschaft, Kunst, Amt, Handlung, oder sonst aufeiner andern Beschäftigung begebe, durch welche er bey der Weltzu einem Stand gelangen kan und welche zwar de pane lucrandoist, wofern er nicht von sich bereichet ist. Viele Eltern schicken ihreKinder auf Academien oder Universitäten, damit sie sich qualificiren,aber wie gehet es zu. Einige studieren öfters vermeinter Weiß, hal-ten die Collegia publica mit spatzieren gehen, seynd Hansen in allenGassen; halten die Collegia privata in Wein, Bier, Brandtwein,und Coffeehäuser; defendiren nur Theses pro forma, paßiren her-nach für graduirte Doctoren, seynd aber in der That Idioten in folio.Ja, diese seynd rechte Federfechter; [rechte Studiermachersgesellen]welche ihren Eltern viele hundert Gulden verstudieret und am Endebesitzen sie solche Qualitäten de non pane lucrando, daher zulezt oͤftersihr Patrimonium verhaseliren und verzehren. Inzwischen kan ein po-litischer Weltmann so viel von andern Disciplinen und Künsten lernen,daß er von allen Sachen vernünftig raisonniren (§. 1.) kan.Ich sage darum nicht, daß er in allen Wissenschaften und Künstenerfahren seyn soll, (sondern erstens diejenige erlernen worzu er incli-nirt und durch welche er in der Welt profitiren, ihme nützen und an-deren dienen kan), obwohlen man Exempel an vielen gehabt, die inder Theologie, Jurisprudenz, Medecine, Philosophie, Ma-thematic und anderen Wissenschaften excelliret haben; dabey vielefremde Sprachen verstanden. Wie sonderlich jener Student aufder weltberümten Academie zu Paris, der zwanzig Jahr alt gewesen,in allen Künsten und Wissenschaften erfahren und welcher zu Zeitendes Gelehrten Roderici Castellani (wie JONSTONUS in seinemBuch naturae constantia. prop. 5. art. 3. pag. 68. 69. meldet), ge-lebet habe. Endlich nachdem man in einer Wissenschaft gegrundetist, so soll ein Staatist ihme angelegen seyn lassen zu sehen, welcheSitten,
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Kluge und nützliche Staatskunst oder politische Maximen nach denen Rubriquen, Regelen, Rathschlüssen, Ausprüchen und Ermahnungen deren vornehmsten und gelehrtesten Staats-Männern : worinnen zugleich ganz kurz die subtileste Staats- und Kunstgriffe enthalten sind, wie die geheimeste Concepten, Intriquen, Affecten, Paßionen, Listen Tücken, Gewohnheiten, Schwachheiten, Fehler, Neigungen, Begierden, Sitten, Tugenden und verborgenen Eigesnchaften der Menschen zu entdecken sind ...
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