oder politische Maximen.kluger bilde sich niemalen ein, daß er nach dem pöbelhaften Modenleben müsse. Seine Betrachtungen müssen immer hierauf abzielen,daß eine beständige Gleichheit in unterschiedlichen Sorgen, Pflichtenund Geschäften herleuchte. Daß er alle seine tägliche Handlungenund Verrichtungen ordentlich einrichte und regulirter Weiß vollbrin-ge, so wird er niemalen eine Verwirrung in verschiedenen auch wohluberhäuften Affairen spüren. Dann nichts schöner und preiswürdi-ger ist, als wer eine Regel und Ordnung in allen seinen Sachen stellt;Wer aber verworren und vermischter Weise alle Ding verrichtet, derlebet gleich in einem Labyrinth, alles wird ihme gleich einem confusumchaos vorkommen, daß er auch zu etlichemalen, sonderlich in wichti-gen und großen Geschäften, stecken bleibt.§. 6.Indem nicht die wahre Ehr in einem dummen und blinden Ge-müth (wie auch allzeit geglaubet worden) bestehet; so ist nichts wür-diger einem Politico, als seine Feinde und Verfolger durchehrliche Wege zu begegnen; dieselbe überwindend durch Mäs-sigung, Weisheit, und Gedult. Mancher großer Hans, demdas point d'honneur oder Ehrpunct in Hirn kitzelt, suchet gleichRevange, damit er nicht im Cujonenregister eingeschrieben werde,wagt gleich daher Haab und Gut, so gar öfters Leib und Seel,und findet sich dannoch nach allem revangiren zulezt betrogen. Da-her ist es eine große Thorheit ja Blindheit, sich gleich zu rächen (§. 3.)sondern man muß die Consequenzen zuvor bedenken, insonderheit aberist es also zu sagen eine Vermessenheit, wann man gegen mehr Ver-mögenden und stärkeren Parteyen Rach suchet. Daher TITUSLIVIUS wohl Ursach hat, solche alsdann zu verlachen: Vana sineviribus ira Tit. Liv. lib. I. cap. 10. pag. 10. Was hilft daher alsoaller Zorn? wie weit wird man kommen, wann man immer Rachoder Revange suchen wollt? daher ist es dienlicher alles wohl vorauszu bedenken (§. 1.).§. 7.A 3
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Kluge und nützliche Staatskunst oder politische Maximen nach denen Rubriquen, Regelen, Rathschlüssen, Ausprüchen und Ermahnungen deren vornehmsten und gelehrtesten Staats-Männern : worinnen zugleich ganz kurz die subtileste Staats- und Kunstgriffe enthalten sind, wie die geheimeste Concepten, Intriquen, Affecten, Paßionen, Listen Tücken, Gewohnheiten, Schwachheiten, Fehler, Neigungen, Begierden, Sitten, Tugenden und verborgenen Eigesnchaften der Menschen zu entdecken sind ...
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