AACHEN.
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10.
Dieses Pectoral zeichnet sich gleichmässig durch seine Kostbarkeit wie durch seineEleganz aus. Die erstere besteht in jenem breiten Bande echter Perlen, welches doppelt dieganze mittlere Darstellung einschliesst; die letztere ist in der Feinheit jener reizenden Balda-chine und Figuren nicht zu verkennen. Unter ersleren schauen wir in runden ciselirlenFigürchen die Verkiindung. In einer zweiten tieferen, durch zwei Pfeiler dreimal getheiltenAbtheilung stehen der h. Cristoforus und ein Papst, vor denen der geistliche Donator inkniender Stellung betet. Sein Wappen, auf einem Schilde angebracht, zeigt eine rothe Schleifeauf weissem Grunde. Das Pectoral misst 7'/V im Höhendurchmesser und 6 ; 7-i" im Breiten-durchmesser. Der Hintergrund der Figuren ist zum Theil blau emaillirt.
11.Vorzüglich gearbeitete silbervergoldete Statuette des Apostelfürsten Petrus, der in derBeeilten eine der Aachener Beliquien trägt, nämlich ein Glied der Kette 23 ~, mit welcher erzu Bom im Kerker gefesselt war. Gesicht und Hände sind unvergoldet, die Höhe beträgt2', davon das von uns nicht mitgetheilte und unbedeutende polygone Postament 4 'j->". Das-selbe zeigt unbedeutendes gothisches Stabwerk mit Fischblasen. Hinter dem Haupte befindetsich ein von unserem Zeichner weggelassener Nimbus in Form einer zierlich durchbrochenen
Scheibe.
12.
Aquamanile oder Ausgussgefäss, wie solche beim Waschen der Hände in den ver-schiedensten kirchlichen Handlungen und Consecrationen gebraucht wurden, und besonders inForm der verschiedensten Thiere vorkommen. Das gegenwärtige Gefäss in Form einer bär-tigen bekränzten männlichen Büste im römischen Costüm gehört der spätromanischen Kunsl-periode an, und dürfte wol desshalb italienischen Ursprungs s~ein, weil es als Nachbildung der-artiger, in der römischen Kunst nicht ungewöhnlicher, Gefässe betrachtet werden kann. 238Uebrigens glauben wir den Kranz ohne charakteristisch ausgesprochnes Laubwerk nur alskünstlerische Aushülfe zur Herstellung des hinteren Henkels betrachten zu müssen, und spre-chen dem Kopfe desshalb keine persönliche Bedeutung zu. Der Ausguss an der Stirn unddie Oeffnung zum Eingiessen oben auf dem Kopfe sind erkennbar. Die Höhe beträgt 7",das Material ist vergoldetes Kupfer. Dreizehntes Jahrhundert.
13.Silbervergoldete, 7" hohe Engelpolle. Für das Gesicht ist die ursprüngliche Silber-farbe beibehalten, die Flügel sind vielfarbig emaillirt. Dieser Pollen sind zwei zusammen-gehörige ganz gleiche im Aachener Schatze; sie sind indessen nicht mehr ihrem Zwecke
237. Floss, p. 81.
238. Ein ganz ähnliches, im Catalog als antik ausgegebenes Gefäss hefand sich in der Sammlung der
Frau Mertens-Schaaffhausen, No. 2135, in dem hei Hehcrle 1859 erschienenen Auctions-eatalog. Vergl. Ölte, Handbuch, p. 30.
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