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2 = Abth. 1, Bildnerei (1860)
Entstehung
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AACHEN.

gemäss im Gebrauch, sondern werden zum Schmucke eines sonnenförmigen Reliquiars ver-wandt. Der Ausguss fand durch eine kleine auf der Brust ersichtbare Röhre statt.

14.Lesepult von Bronze aus dem Ende des vierzehnten oder vom Anfange des fünfzehn-ten Jahrhunderts. Dieser Adlerpulte haben wir bereits eines mitgelheilt auf Tafel XXXI, undein anderes daselbst erwähnt, und somit wäre dieses das dritte unserer Provinz. Der Adlerträgt auf den Flügeln das Buch, zu dessen Aufnahme sich zwischen denselben noch eine Fle-dermaus ausreckt und unten eine durchbrochene Leiste auflegt. Die Höhe beträgt 4'9".

15.

Silbernes Scepter gleicher Grösse, romanischer Zeit. Der auf unserer Zeichnung ver-längert zu denkende Stab beträgt 3'. Der Adler selbst' ist vergoldet. Man wird mit Wahr-scheinlichkeit annehmen dürfen, dass dieses Scepter von den Krönungsinsignien eines Kaisersherrührt, der über diejenigen des Reiches nicht verfügte, und sie desshalb selbst anzuschaffengezwungen war, nachher aber der Aachener Kirche, wie Richard von Cornwallis, schenkte.Ob dieses Scepter jedoch von Wilhelm von Holland oder Richard von Cornwallis stammt, dürfteschwer zu entscheiden sein. Von Letzterem wissen wir es freilich ausdrücklich, dass er derKirche auch sein Scepter schenkte, und dass es, wie das unsere, ein vergoldetes und nicht

goldenes war. 239

16.

Grösseres silbervergoldetes Scepter, lO'/a" hoch, so weit wir es hier'vor uns. sehen.Diese Grösse und die damit verbundene Schwere setzt einen längeren Stab voraus, Avie erzu einem kaiserlichen Scepter passt, und wir vermuthen dieser Stablänge, Schwere und Grössedes Vogels wegen, dass wir es mit einem kostbaren Marschallstabe zu thufl haben, wie mansie bei grossen weltlichen und kirchlichen Festen bedarf und besonders bei der Kaiserkrö-nung bedurfte. Der gekrönte Vogel hat den Schnabel des Adlers, indessen die Krallen desHahnes. Das Gefieder ist gravirt und der Knauf, auf welchem er steht, mit einem Rand vonSteinen besetzt.

Tafel XXXIX.

1. la. Ib. 1 c.

Vorderseite des Lotharkreuzes, dessen Rückseite wir bereits auf Tafel XXXVII. 3 mit-theilten. Die Höhe dieses Kreuzes beträgt stark 1' 1", die Rreite beinahe 15", der innereKern besteht aus Holz, auf welchem das feine Goldblech der Bekleidung dieser Vorderseitebefestigt ist. Beim Anblicke dieses herrlichen Kunstwerkes muss uns sogleich die grossetypische Aehnlichkeit auffallen, die dasselbe in der Art der Schmückung wie in der Formmit den Kreuzen von Essen gemein hat. Nicht allein wie dort sehen wir eine grosse An-

239. Vergl. die Urk. 192. p. 129 bei Quix, Cod. dipl. — uno seeptro deauralo. —