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1 = Abth. 1, Bildnerei (1857)
Entstehung
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.XANTEN.

Otto I. seinen Bruder Heinrich bei Birlen aufs Haupt. Die Gewinnsucht ris's die Bauwerkenieder, um den Tuffstein zu verkaufen, und mannigfache Zerstörungen minderten die Schätzeder Kirche; verschwand doch jene unschätzbare goldene Altartafel, welche die ErzbischöfeBruno und Folkmar (953969) dem Hochaltar weihten, und welche Christus und die Apo-stel darstellte, erst während der französischen Revolution. 10 Was Plünderung und Zerstö-rung verschonten, wurde von den Flammen ergriffen. Zwei Feuersbrünste folgen in kurzenZwischenräumen; die erste 1081, weniger bedeutend, Hess 2 Jahre später schon eine er-

zu müssen geglaubt hat. S. Braun a. a. 0. S. 7 IT. Daher kannte man die Vermulhung aufstellen,wie dieses vielfach geschehen ist, Troia sei entstanden aus Troia und dieses aus (Gulonia) Tratana;wofür man denn die Peutinger'schen Tafeln als Beweis angeführt hat. Allein diese Ansicht istdurchaus unhaltbar nnd schon zur Genüge widerlegt von Mooren hei Spenrath II., S. 22 ff. Esgiebt nicht einmal irgend eine sichere Urkunde für den Namen Traia oder Traiana. Die LeydenerHandschrift des Ravennaten hat Troia (Braun a. a. 0.); die leg. II. Traiana auf der erwähnten In-schrift ist Gonjectur und höchst zweifelhaft; die Peutinger'schen Tafeln haben colohia Troiana,nicht Troiana, und Mooren hat a. a. 0. gut nachgewiesen, wie aus Troiana Traiana, nicht aus die-sem jeues werden konnte. Wir haben es also mit Uebergehung von Traia und Golonia Traianabloss mit dem Verhaltnisse der Namen Troja, Sancten, Santen, Xanten und ihrer Entstehung undBedeutung zu thun.Urkundlich erscheint uns, den angeführten Quellen gemäss, der Name Troia zuerst. Aber wir bedürfen,um das Aufkommen dieses Namens zu erklären, eine Veranlassung. Dass die Sage von der tro-janischen Abstammung der Franken nur eine künstliche, nicht volkstümliche ist, muss wohl jedemauf den ersten Blick klar sein. Der Grund ihrer Bildung lag in dem allen Völkern gemeinsamenStreben, ihre Abstammung an bedeutende Nationen und Ueberlieferungen anzuknüpfen, und dannbesonders in dem Wunsche der Franken, den Römern an Aller und Berechtigung zur Weltherr-schaft gleichzustehen. Aber warum wurde gerade Xanten mit dem Namen Troja ausgezeichnet?In der Stadt selbst und ihrer Bedeutung kann der Grund wohl schwerlich gesucht werden, da ge-wiss andere Städte in dieser Beziehung sich mit ihr messen konnten; und riesshalb drängt sichleicht die Vermulhnng auf, dass der Name der Stadt die Veranlassung gegeben habe. Viel be-sungen und allbekannt war der troischc Fluss Xantus. Nun hiess der bekannteste Name unsererStadt Sancta oder Sanclum, hergenommen von der hohen Verehrung der hier beigesetzten Hei-ligen; und wenn derselbe auch erst im 9len Jahrhundert urkundlich bezeugt ist, so ist es dochkaum denkbar, dass er in dieser Zeit erst aufgekommen sei; vielmehr muss er entstanden sein,sobald über den Gebeinen des h. Victor und seiner Genossen eine Kirche und um diese Wohnun-gen errichtet waren. Der bei der Stadt fliessende Bach theilte mit ihr die Benennung. Nunkonnte freilich aus dem s in Sanctum nicht unmittelbar x werden, vielmehr wäre das Gegen-llteil zu rechtfertigen; wohl aber konnte durch eine nicht ungewöhnliche Versetzung der Buch-sinben, welche durch die Schwierigkeit der Aussprache von Sanclum motivirt war, im Volksmunde,der stets nach Leichtigkeit strebt, csanlum, d. i. Xantum oder Xanten, stalt Sanctum gesprochenwerden. Und auch dieser Name war dann dem Bache gemeinschaftlich. Was war nun natürli-cher, als dass man bei grösserer und allgemeinerer Gellung der Sage vom trojanischen Ursprüngeder Franken dort die Sladt Troja suchte, wo der sie begleitende Fluss Xanlus sich fand? Sogeht also unsere Meinung kurz dahin, dass durch eine Metalliesis aus Sanctum oder Sancta Xantengeworden ist, dass dieser Name dem kleinen Flusse gemeinsam zugehörte und dass endlich dieserFlussname die Veranlassung gab, nach Ausbildung der Sage von der trojanischen Abstammung inder Stadtad Sanctos" oder Sancta die wieder erstandene Troja zu sehen und ihr auch diese Be-nennung beizulegen. Und wenn dieser Ableitung in sprachlicher Beziehung nichts im Wege steht,so dürfte es eben so schwer sein, dieselbe urkundlich zu bekämpfen.10. Schollen: Baurechnungen der Victorskirche. Berlin 1852. S.V.