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TRIER.
seinen drei Söhnen, die mit dem Oelzweige wiederkehrende Taube; hinter ihm stehen seinWeib, in ihrer Alterswürde durch das über den Kopf gezogene Gewand gekennzeichnet,und die drei Schwiegertöchter. Von den auf der Arche angebrachten Thieren ist der Storchnur in den weichen Stein eingerissen; ebenso die Thüre an der vordem Schmalseite, dasBein des rechten und die hintere Hand des linken Sclaven. 71
9.
Deckel in halber Grösse des Codex aureus in der Stadtbibliothek zu Trier, eines Evan-geliars, welches von der 809 gestorbenen und im Kloster S. Maximin begrabenen SchwesterCarl d. Gr., Ada, letzterm Kloster geschenkt wurde. 72 Die Mitte schmückt ein 3 u. 3f"grosser antiker Onyx, auf dem im Vordergrunde zwei grossartig gestellte Adler und hintereiner Brüstung fünf Brustbilder einer kaiserlichen, wahrscheinlich der augusteischen Familieerscheinen. 73 Der übrige Deckelschmuck gehört nach der in der untern Mitte angebrachtenInschrift: Hanc tabulam fieri fecit abbas Otto de Elten anno dni HCCCCXCIX (1499) 74dem Schlüsse des 15. Jahrh. an; er enthält in gesonderten viereckigen Feldern die fastrund gearbeiteten silbernen zumeist vergoldeten Statuetten der vier geflügelten Evangelisten-symhole, gekennzeichnet durch ihre Köpfe und Schriftbänder. Dieselben befinden sich in denEcken unter gothischen Baldachinen und zwar oben der Evangelist Johannes u. S. Maximinmit dem neben ihm knieenden, durch sein Wappen gekennzeichneten Donator Abt Otto vonElten, unten die Bischöfe S. Agricius u. S. Etsiczi'(us), letzterer mit einem knieenden
geharnischten Ritter zur Seite. 7 5
Der ganze Deckel wie die einzelnen Felder werden um-
rahmt von einem mit bunten Halbedelsteinen geschmückten vergoldeten Ornamentbande. DieHintergründe der einzelnen Felder sind mit gravirter Musterung versehen und vergoldet, undzur Erzielung eines glänzenden Effectes einzelne Partbien der Figuren und Verzierungentheils in der Silberfarbe belassen, theils vergoldet.
71. Braun, Erklärung eines antiken Sarkofags. Bonner "Winckelmannsprogr. für 1850.
72. Am Ende der Handschrift bezeugen dies folgende Verse:
Hie liber est vitae, paradisi et quatuor amnes,Clara saluüferi pandens miracula Christi,Quae pius ob nostram voluit feeisse salutem:Quem devota Deo iussit praescribere materADA, ancilla Dei, pulchrisque ornare metallisPro qua quisque legas versus, orare memento.
73. Darauf deutete die Vortrefflichkeit des 1 / 2 " tief in drei Farbenlagen — einer unternbraunen, einer mittlem weissen und einer obern nur theilweise beibehaltenen braunen —geschnittenen Steines und die Aehnlichkeit mit andern geschnittenen Steinen, z. B. inAschbach's Livia (Sehr. d. Wiener Akademie v. 13. März 1863). Die Deutung der Brust-bilder auf Ada, Pipin, Carl d. Gr., Bertrada u. Carlmann (Eckhart, Franc. Orient. I p. 577,Martene u. Durand, Iter. u. Voyage litteraire de deux Relig. Bened. II 290) hat keinerlei"Wahrscheinlichkeit.
74. Für M im Worte tabulam und in der Jahreszahl steht H, im erstem Fall mit einemQuerstrich ItI nach unten.
75. Die als Consolen angebrachten Blattkelche beiderseits der vier Eckfiguren trugen wol ehe-mals alle kleine Figuren; der Name S. Etsiczius dürfte auf Verschreibung beruhen.