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TRIER.
einem berittenen Bogenschützen und sechs Fusssoldaten, darstellend. Costüm und Arbeit desrechts anscheinend verkürzten Reliefs weisen in das frühe Mittelalter zurück. 49
3.Elfenbeinplatte gleicher Grösse vom Deckel eines griechischen Lectionanums der Dom-bibliothek. Dieselbe vergegenwärtigt oben die Darstellung im Tempel, unten die TaufeChristi, bei welcher zu bemerken ist, dass der Jordan durch zwei in den untern Eckenbefindliche Gestalten personificirt wird, von denen Jede eine Urne hält, welcher das Wasserentströmt. Die Arbeit, scharf und roh, zeigt den deutschen Stil der ersten Hälfte desXI. Jahrh. und wird von nachstehenden Hexametern umrandet:
In templu (m) dns (dominus) Symeonis fertur ab ulnisAbstersit xpi (Christi) baplismu crimina mundi.
4.Elfenbeinplatte gleicher Grösse aus zwei Stücken bestehend, vom Deckel eines Evan-gelistariums der Dombibliothek aus dem Kesselstatl'schen Vermächtniss, darstellend die Ver-kündigung. XII. Jahrh. 50
5.Elfenbein-Diptychon gleicher Grösse im Besitze des Klosters der ,,Welschen Nonnen"zu Trier. Die acht Darstellungen, beginnen unten links mit Judas' Verrath, und Christusvor Pilatus; darüber befinden sich Geisselung und Kreuztragung. Nebenan auf der rechtenTafel Kreuzigung und die Marien am Grabe; darunter die Begegnung des Auferstandenenmit Maria Magdalena und die Erlösung der Altväter aus dem Fegfeuer. Vortreffliche früh-
gothische Arbeit.
6.
Elfenbeinplatte gleicher Grösse aus dem Kesselstatt'schen Nachlass in der Sammlungder Stadtbibliothek. Christus, alt und bärtig, in den Händen zwei Schlüssel und ein Schrift-band mit den Worten: Sta. Trev(eris) haltend, schwebt vom Himmel, den seitlich des Haupteszwei Wolkenzipfel andeuten, auf den Kuppelthurm einer gleichsam aus der Thaltiefe empor-ragenden Kirche herab, erharrt von zwei auf Bergeshöhe stehenden Männern, die in byzan-tinischer Weise mit überdeckten Händen bereit sind, Schlüssel und Schrifthand zu empfangen.Nach Analogien von Münzen und Siegeln 51 kann es nicht zweifelhaft sein, dass wir hier
49. Laven, die kirchl. Tradition v. h. Bock p. 108.
50. Kugler, kl. Sehr. II p. 344 fuhrt noch einen aus Kupfer getriebenen, vergoldeten, spät-byzantinischen Buchdeckel vom Anfang des XIII. Jahrh. auf einem Evangel. der Dom-bibliothek an, welcher oben Christus mit Petrus und Paulus überschwebt von der Taubedes h. Geistes, unten Maria mit dem Kinde in Halbfiguren und die Symbole der 4 Evan-gelisten darstellt. Es ist mir nicht möglich gewesen, diesen Buchdeckel ungeachtet dergrössten Anstrengungen zu Gesicht zu bekommen.
51. Dr. Ladner in den Jahresber. v. 1852 p. 13 u. 1853 p. 37 d. Ges. f. nützl. Forsch. Auchdort sieht man wie hier, Trier durch ein thurmähnliches Gebäude auf einer Münze Poppo'spersonificirt. Aehnlich zeigt dies ein Siegel v. 1283. Vgl. auch Taf. LXII. 3. —Die Bibliothek bewahrt in Elfenbein noch eine kleine romanische Kreuzigung des XII.Jahrh. u. einige nicht belangreiche kleine Beliefs spätgoth. Zeit.