TRIER.
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liquien 44 aus dem Denkmal herzuleiten, erscheint unzulässig. Auch diejenige seines Altersunterliegt Schwierigkeilen.
Der dem römischen Carpentum entsprechende, mit einem Relief dreier Gestalten ge-schmückte Wagen, der Stil des Palastes, die den römischen ähnlichen Dachziegel der Kirche,die Costüme im Allgemeinen und im Besondern das des voranschreitenden Kaisers, bestehendaus einer kurzen über dem rechten Knie und auf dem rechten Oberarm besternten Tunica,dem von einer reichen Spange gehaltenen Schultermantel und dem Stirnreif 45 befürworteneinen Schluss auf das 6. und 7. Jahrhundert. Stellt man aber diesen Momentengegenüber die steilen mit Zahnschnitten verzierten und mit Kreuzen bekrönten Giebel derKirche, die Fenster in der Abside derselben, die verloren gegangene Tradition kunstgerechterThierbildung, wie solche aus den unbehülflichen Pferden hervorgeht 46 , das dem 11. Jahrh.entsprechende Costüm der Helena, 47 das Vorkommen der Weihrauchfässer, die dem 9. Jahrb.entsprechende Gestalt der Pallien der beiden Bischöfe, 48 und endlich den alten bärtigen mitKreuznimbus versehenen Chrisluskopf in der Portal-Lunette des Palastes, so verlangen dieseeine Datirung frühestens in den Anfang des 11. Jahrhunderts.
Elfenbeinrelief gleicher Grösse, angeblich aus S. Maximin, jetzt in der Sammlung derStadtbibliothek, den Einzug eines zu Pferde sitzenden, segnenden Heiligen, gefolgt von
44. Der einsichtige Sotzmann hat — wahrscheinlich durch den Anklang des Gebäudes an diePorta-nigra, die Erscheinung der Kaiserin Helena, und eine ihm mitgetheilte Traditionbestimmt — in der mir nicht zugänglichen Leipz. Allgem. Zeit. v. 29. August 1844 dieDarstellung als: „Einführung der Trier'schen Heiligthümer in die Stadt und ihren Empfangdurch die Kaiserin Helena" bezeichnet. Obgleich nun der Künstler durch keine Andeu-tung errathen lässt, welche Reliquien in dem unbezeichneten Kasten gedacht werdensollen, haben dennoch von der Hagen (der ungenähte graue Rock Christi. Berlin 1844),Laven (die kirchl. Tradition v. h. Rock. Trier 1845. 2. Aufl. p. 102 ff.), Clemens (derh. Rock zu Trier u. die protest. Critik. Coblenz 1845, p. 85 ff.) und Marx (im FreiburgerKirchenlexikon B. IX, S. 333), Sotzmann ohne alles Bedenken folgend, die Einführungdes h. Rockes in die Trierer Domkirche in unserm Bildwerk verherrlicht gefunden, wo-gegen mit Recht Sybel u. Gildemeister (im 3. Hefte der Advokaten des Trierer Rockes,Düsseldorf 1845, S. 45 ff.) Verwahrung einlegen. Marx nennt die der Kaiserin Ver-gebenen Urkunden irrig Täfelchen, Sotzmann Kerzen.
45. Kronreif, Sohultermantel und Fibel entsprechen genau denselben Gegenständen im CostümKaiser Justinians auf dem Mosaik von S. Vitale in Ravenna bei Ciampini, Mon. vet. IITaf. XXII u. Weiss, Costümkunde p. 89.
46. Einen Beleg, dass beispielsweise im 6. Jahrh. die Tradition der charakteristischen Thier-bildung noch lebendig war, zeigte der Esel beim Palmsonntagsritt auf dem Sarkofag desJunius Bassus in den vatic. Grotten (Atlas zu Kuglers Kunstgesch. Taf. 36. 8).
47. Sie erscheint gleich der Kaiserin Eudoxia auf dem bekannton Elfenbein des 11. Jahrh.d. k. Bibl. zu Paris im reichverzierten Paludamentum der Männer (Weiss, Costümkundep. 96) u. mit einer Krone, in der Form derjenigen bei Weiss, Fig. 49 c.; letztere erinnert imPerlenbehang an die Bilder der Kaiserin Theodora auf dem citirten Mosaik des VI. Jahrh. zuRavenna (Weiss Fig. 47 a), der Kaiser in denMosaiken der Markuskirche zu Venedig vom Endedes 11. Jahrh. u. an die Perlenschnüre der ungarischen Krone (Weiss, Fig. 4b u. 50).
48. Die charakteristischen kleinen Kreuze fehlen hier den Pallien.
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