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TRIER.
so wichtigen Werkes über : Der in perspectivischer Ansicht bei 1 in £ bei la—ld in dernatürl. Grösse abgebildete Schrein ist in seinem Kerne von Holz und durchweg mit feinemGoldblech bekleidet. Die beiden Langseiten zeigen jede in einem mit Emaillen und Edel-steinen bekleideten dreilheiligen Rahmen, drei durch je vier emaillirte Rosetten gleichsam befes-tigte Elfenbeinplatten. Auf den mittlem derselben sieht man einen kleinen gegossenen, gol-denen Löwen, auf den äussern, Goldplatten mit den in natürlicher Grösse bei 1 a abgebildetenEmaillebildern der vier Evangelistensymbole. — Der als Schieber behandelte Deckel trägtauf seinerMitte in Anknüpfung der im Innern aufbewahrten Sandale des heil. Andreas einen in edler Formin Holz geschnitzten, mit Goldblech bekleideten und mit Edelsteinbändern umgürteten Fuss.Derselbe scheint mit der Declrelfläche ein Stück zu bilden und trug ehemals als Hauptschmuckauf seinem obern Abschluss einen nunmehr verlorenen grossen Edelstein — wahrscheinlicheinen geschnittenen Onyx — von welchem nur die kunstvolle sechseckige Fassung verblieb.Hinter dem Fusse befindet sich ein einzelner blauer Edelstein und das Schloss , vor dem-selben die kleine Altarplatte (ld) von Emaille und an den vier Ecken je ein vergoldetersilberner Ring. Letztere dienten wol dazu, um bei festlichen Gelegenheiten das Reliquiarin einem Ciborienaltar aufzuhängen oder in Processionen an Stangen herumzutragen. SpätemUrsprungs dürften die nur von vergoldetem Kupfer hergestellten Löwenfüsse sein. Mit Kupfer-blech ist auch die Bodenfläche bekleidet.
Bei Weitem die merkwürdigste Ausschmückung wurde aber den in gleicher Grösse ab-gebildeten Schmalseiten (1 a und 1 b) zu Theil. Beide zeigen nämlich innerhalb eines Rah-mens von Emaillen und Edelsteinen die unzweideutigste Nachbildung eines orientalischenTeppichs, dessen Mitte mit einem kostbaren Medaillon geschmückt ist. Letzteres ist bei1 b im innern Theile erneuert, zeigt bei 1 a eine Goldmünze mit dem Brustbilde des KaisersJustinian und der Umschrift Dn. Justinianus Imp. in erhöhter, einer antiken Fibel ähnlichenFassung. * * Zur Verzierung der letztern dienen tafelförmig geschnittene Rubinen und alsUnterlage des teppichartigen Hintergrundes dunkelrothes Glas, welches ähnlich und typischan fast allem Pracbtgeräth fränkischer Kunst vorkommt. i 2 Netzförmig liegen in Goldblechausgeschlagene und gravirte Figuren 13 einzelner und gegen einander gestelller Thiere
11. Die in Tournai in der Kirche St. Brice aufbewahrte Agraffe Chilperichs, welche sich inCochet's Werk über das Grab dieses Königs abgebildet findet, wie auch ein in Wien be-wahrtes Medaillon des Kaisers Maximianus Hereuleus (Arneth, d. Antiken Gold- undSilber-Mon. d. k. k. antiken Cabinets in Wien. G. XV. 3, u. zum Vergleich XI. Nr. 127)zeigen beide eine ähnliche Verwendung eines Münzbildes, letzteres auch der rothen Glas-einfassung.
12. Analogien gewähren: das im Musee des Souverains zu Paris aufbewahrte Chilperichs-Schwert; die Vase und Schüssel von Gourdon im Cabinet des medailles, No. 2539 und2540, vgl. 2711 (abgebildet bei Labarte, Les arts industrielles. Album I, pl. XIX — XXI);vor allem die Kronen von Guarrazar und das in deren Publication von Lasteyrie p. 28—31 Gesagte. Man vgl. auch Lindenschmit p. 44 der Vaterl. Alterthüm. der hohenzoll.Samml. zu Sigmaringen u. s. w.
13. Diese Metallgravuren erinnern vorbildlich an die Behandlung der Metallflächen bei denspätem Kupferemaillen (email champleye.)