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unvermindert bis zum Ende erhielt. Ja selbst aus der Reformation ging es ungeachtetder Kämpfe mit Sickingen 1523 und Albrecht von Brandenburg 1563 unversehrt hervor.Der Protestantismus unterlag in Trier seit der Niederschlagung des olevianischen Aufstandes,wenn gleich sein Zusammenhang mit dem Kampf der Stadt Trier um die Reichsunmittelbar-keit ihn zeitweise den Erzbischöfen gefährlich machte. Der nach Selbständigkeit aufstre-bende Bürgersinn hatte nach dem Beispiele anderer Städte längst nach Befreiung von derJurisdiction der Erzbischöfe gestrebt und zuletzt den Kampf offen aufgenommen. Wie er-schütternd diese Streitigkeiten auch auf die Wohlfahrt der Stadt einwirkten, so waren doch siegerade die Veranlassung zur Erforschung vaterländischer Vorzeit. Indem der städtischeSyndicus, Wilhelm Kyriander in seinen Antiquitates Augustae Trevirorum den Beweis zuliefern suchte, dass Trier stets eine freie Reichsstadt gewesen, rief er Browers auch für dieKunstwissenschaft so wichtige Annalen und damit eine ganze Litteratur hervor. Das UrtheilRudolphs II. entschied den Streit endgültig zu Gunsten des Erzbischofs. Eine Periode fort-währender Leiden und Heimsuchungen bezeichnet für Trier die Regierung des ChurfürstenPhilipp Christoph von Sölern zur Zeit des dreissigjährigen Kriegs, dem die grausamen Ueber-fälle der Stadt unter Ludwig XIV. seit 1675 folgten. Auch im 18. Jahrh. ward Trier inFolge der französischen Kriege schwer beschädigt. Die Regierung des letzten Churfürsten,des polnischen Prinzen Clemens Wenzeslaus, zeichnet dann nochmals ein reges wissenschaft-liches Streben aus. Mit ihm erlosch durch das Einrücken der Franzosen im Jahre 1794die territoriale Selbständigkeit des Erzbisthums, das nach Zertrümmerung seines Wohl-standes und Ausraubung seiner Kirchen bis zum Ende der französischen Invasion mit Frank-reich verbunden blieb.
Die Bedeutung, welche Trier als römische Residenz, als Ausgangspunkt des nordischenChristenthums, als Sitz glänzender Klöster und als mächtiges Reichsland behauptete, bereiteteunausbleiblich auch der Wissenschaft und Kunst eine bleibende Stätte. Im Eucharius-kloster, wie in St. Maximin entstanden schriftstellerische Werke, unter denen wir nur diegesta Trevirorum hervorheben wollen. 29 Für die Kunstthätigkeit im letzteren Kloster be-sassen wir bis zum Ende des 17- Jahrhunderts ein herrliches Zeugniss in einem Metall-brunnen, den der Mönch Gosbert im 10. Jahrhundert anfertigte. 30 Die Erwähnung einergoldenen Altartafel, 31 zweier Kronleuchter, 32 eines Kreuzes, 33 wie der kostbaren Aus-stattung der Kirche gelegentlich der Zusammenkunft Kaiser Maximilians und Karls desKühnen, 34 werfen ein Streiflicht auf die Kunstthätigkeit wie Reichthum der berühmten An-
29.' Vergl. darüber Pertz, mon. Script. VIII pag. 123—128 u. den Text p. 130 ff. ed. Waitz.
30. Hontheim, Prodromus II p. 1003, Marx III p. 62.
31. Prodr. II p. 988.
32. Prodr. II p. 1014.
33. Prodr. II p. 1019.
34. Gesta Trev. Vol. II p. 347 ff. Progr. d. Bürgerschule zu Trier 1852 p. 1 ff. Mone's An-zeiger 1864 p. 239. Wigand Westphäl. Archiv I, 2, p. 127. Als 1425 in vigilia Simoniset Judae der Abt Lambert von Passenhausen mit dem Spitäler Nicolaus von Lohrich unddem Küster Johann von Kodenhausen die. Alterthümer und Heiligthümer der Abtei nach-