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TRIER.
ihr Grab, bis auf Eberhard (•}• 1066), von wo an die Erzbischöfe im Dom beerdigt wurden.In der Völkerwanderung zerstört, soll die Kirche durch Erzbischof Marus (angeblich 480,aber unerwiesen) hergestellt sein. Nach der abermaligen Zerstörung durch die Normannen882 ward Erzbischof Egbert der Wiederhersteller der Kirche. Egbert schenkte derselbenauch einen prachtvollen, jetzt in der Stadtbibliothek bewahrten Evangeliencodex, den er inReichenau anfertigen liess. 1 9 Nach durchgreifenden Reparaturen und Erweiterungen der Kircheweihte Leo IX. diese 1049 abermals ein; doch ward auch dieser neue Bau schon 1093durch Brand zerstört. Der Neubau, durch Erzbischof Bruno hauptsächlich gefördert (seit1101 und 1107 der Chor vollendet), wurde 1148 durch Pabst Eugen III. consecrirt. Nach-dem dieser Bau durch die Franzosen 1694 zerstört war, baute man im 18. Jahrhundertdie jetzige Pfarrkirche. An die Paulinuskirche knüpft sich die Sage von dem Martyrerthumdes heil. Palmatius und seiner Genossen (innumerabilium martyrum), über welche die Actennoch nicht geschlossen sind. 20
4) S.Maria ad Martyres. Ursprünglich B. M. V. ad ripam, oder ad Mariam veterem,oder ad monachos genannt. Die Abtei ist eine Stiftung Willibrords und Pipins des Aelternund Erzbischof Liutwins. Die älteste Erwähnung begegnet uns im 8., der erste namhaftgemachte Abt — Deodatus — im 10. Jahrhundert, in welchem auch Egbert durch seineSchenkungen einen Neubau scheint hervorgerufen zu haben. Er weiht 2 1 die Crypta 980.Das einzige monumentale Zeugniss dieses Klosters ist der Taf. LX 3 abgebildete Tragaltardes h. Willibrord.
5) S. Martin. Als S. Martin 385 in Trier einen Diener des Senator Tetradius geheilt,soll ihm letzterer sein Haus übergeben und zu einer Kirche hergestellt haben. Nach der Zer-störung durch die Völkerwanderung baute hier der h. Magnericus (587) eine der vier von ihm zuEhren des h. Martin geweihten Kirchen. Die Normannen zerstörten dieselbe 882 und Ratbod,der Regino von Prüm hierbin berief, stellte die Abtei wieder her. Indess auch in der Folgelitt sie Vieles durch die Bedrückung weltlicher Grossen und selbst der Erzbischöfe, bisTheodorich I. 972 sich ihrer annahm. Im Jahre 180 Z ward S. Martin säcularisirt. Eineherrliche edelsteinfunkelnde Reliquientafel des 13. Jahrh. — wahrscheinlich ein Nachbild der-jenigen zu Limburg, Mettlach und S. Mathias — scheint leider verloren, 22 wohingegenZeugnisse litterarischer Thätigkeit uns noch erhalten sind. 23
Innerhalb des Sladtringes überragt in künstlerischer wie kirchlicher Beziehung alle
19. Marx IV, 58 Jahrb. d. Yer. v. Alterthumsfr. XLIV p. 199 ff.
20. Schmitt, die Kirche d. h. Paulin. Trier. 1858. Linde, der Frankenherzog. BictiovarTrier. 1852. Marx IV. 59.
21. Beyer TJrkundenbuch I. 15 u. 299 Görtz Eegesten ad ann. 980.
22. Marx III 261 vergl. 264. Enen, p. 180 erwähnt des Kammes, den S. Martin gebraucht,als hier vorhanden.
23. Der erste urkundlich gen. Abt ist Engelbertus 975 (Beyer I 715). Der Abt Eberwinschrieb im XI. Jahrh. das Leben des heil. Simeon, des h.Magnericus, die Gesta Popponis u. a.auch Einiges über die Geschichte und die Bedrängnisse von St. Martin. Seine Identitätmit Eberwin von Tholei hat Marx Erzst. III. 255 erwiesen (t 1040).