BOPPARU.
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Grabstein des h. Goar, welcher bis 1660 4 in der Crypta der Stiftskirche über demGrabe des Heiligen stand und zu dieser Zeit in die jetzige katholische Kirche übertragenwurde. Derselbe ist in stark hervortretendem Relief gearbeitet und 6^' hoch. Die Dar-stellung zeigt den Heiligen in stehender Figur, er tritt auf die nackte Gestalt des Teufels,hält in der Linken das Modell seiner kleinen Kapelle und scheint in der Rechten (nacheinigen erkennbaren Spuren) einen Pilgerstab gehallen zu haben. Von vier zu den Seitenscbwebenden F.ngeln tragen die zwei untern den Verstorbenen empor, während die beidenobern den Baldachin über seinem Haupte halten. Frühgermanischer Stil. Neu bemalt. s
BOPPARD.
Die Stadt Boppard ist hervorgegangen aus dem befestigten römischen Etappenorteßaudobrica an der römischen Rheinstrasse J und war im Mittelaller Sitz einer Curtis regia,welche Otto II. seiner Gemahlin Theophanu 972 schenkte, 2 Otto III. fundirte eine Propsleihierselbst. Noch jetzt theilt sich das Stadtgebiet in die Unter-, Mittel- und Ober-Stadt,nach den Gebieten des in der Unterstadt liegenden Königshofes, des die Mittelstadt umfassen-den rechteckigen Caslrums , 3 und der den Kern der Oberstadt bildenden k. Voglei - Burg
4. Grebel, Geschichte von St. Goar, p. 23. Dielhelm erwähnt noch in der 2. Aufl. s. rh.Antiqu. y. 1776 des Grabsteines als in der Crypta der Stiftskirche befindlich.
5. In der Stiftskirche zu St. Goar befinden sich ausserdem noch:
1) Eine vortrefflich gearbeitete, der auf Taf. LXIII. 3 entsprechende, im Sechseck an-gelegte gothische Steinkanzel. An den 6 "Wänden derselben sind die sitzenden Ge-stalten des Heilandes, der Evangelisten und des h. Goar angebracht. Zu Füssen desLetztern kniet eine kleine Figur, welche, gemäss dem zugefügten, mit Hammer und"Winkel geschmückten "Wappenschilde, den Künstler darzustellen seheint.
2) Weiblicher Grabstein ohne Inschrift in der Westwand. 14. Jahrh. Ganze Figur.In den obern Ecken zwei Wappenschilde, das eine mit einem Stern, das andere miteinem Löwen. Gute Arbeit.
3) Grabstein des 1350 gestorbenen inschriftlich bezeichneten Grafen Diether von Katzen-ellenbogen, Abtes von Prüm.
4) In einer Seitencapelle in reicher Kenaissance vom Ende des IG. Jahrh. meist inMarmor ausgeführt, die Grabmäler des Landgrafen Philipp H. des Jung. v. Hessen(f 1583) und seiner Gemahlin.
5) Eeste eines ähnlichen gut gearbeiteten Grabes befinden sich leider zerstreut aufdem Archiv-Gewölbe.
6) Eeste v. Glasmalereien des 14. Jahrh. im Chor u. südl. S. S.
7) Sculptirte bemerkenswerthe Schluss- u. Kragsteine.
8) Auf der Kirchhofmauer ist ein von Pfalzfeld a. d. Hundsrücken herrührender kleinerrother Sandsteinobelisk aufgestellt, der jederseitig ein menschl. Gesicht mit be-deutungslosen Ornamenten zeigt und für gallo-rö'misch gehalten wird. Abbildungin Dielhelm's rhein. Antiqu. v. 1776. Vergl. Jahrb. IL p. 149.
1. Schmidt, Eömerstrassen p. 163. Als Ort genannt 820 bei Beyer u. Eltester I. 52.
2. Beyer und Eltester, I. p. 262.
3. Der gegenwärtige Chronist v. Boppard W. Sehlad hat sich das Verdienst erworben, einegenaue Karte des Mauerringes des Castrums herzustellen.
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